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Italien: Mobilität vor Ort

Flugreisen


ITA - Airways und andere Fluggesellschaften, wie z.B. Eurowings, Easyjet, Ryanair und Wizz Air, fliegen alle größeren Städte des Landes an. ITA fliegt ab Rom nach Mailand, Catania, Bari und Lamezia Terme sowie ab Mailand nach Bari und Neapel.

Straßenverkehr

Das italienische Straßennetz erstreckt sich über mehr als 480.000 Kilometer und ist in verschiedene Kategorien unterteilt: Autobahnen (Autostrade, A) für den Fernverkehr, Staatsstraßen (Strade Statali, SS) zur Verbindung von Regionen und Orten sowie Provinzial- und Kommunalstraßen (SP und SC) für den regionalen und lokalen Verkehr.

Mit Ausnahme einzelner Abschnitte (wie der mautfreien A2 Autostrada del Mediterraneo von Salerno nach Reggio Calabria) sind die Autobahnen in Italien fast flächendeckend mautpflichtig. Die Bezahlung an den Mautstationen erfolgt spurabhängig: Gelb markierte Spuren sind ausschließlich für elektronische Mautsysteme reserviert. Blaue Spuren dienen der Zahlung mit EC- oder Kreditkarte, während weiße Spuren für Bargeld- und Kartenzahlung vorgesehen sind (teils mit Personal, teils automatisch).

Neben der Kartenzahlung stehen für die automatische Abrechnung elektronische Transponder wie Telepass, UnipolMove oder MooneyGo zur Verfügung. Auf bestimmten Strecken in Norditalien (u. a. A36, A59 und A60 der Autostrada Pedemontana Lombarda) gilt das kamerasystembasierte Free Flow System, das eine vorherige Online-Registrierung oder Nachzahlung erfordert.

Sollte an einer Mautstation eine Schranke aufgrund eines technischen Defekts geöffnet sein, darf nicht einfach ohne Zahlung durchgefahren werden. Über den Hilfeknopf an der Säule muss ein Beleg angefordert werden, um die offene Mautgebühr im Nachgang online oder an einer Vertriebsstelle zu begleichen, da andernfalls hohe Nachforderungen drohen.

Kraftstoffe wie bleifreies Benzin (Senza Piombo) und Diesel sind flächendeckend erhältlich. An kleineren Tankstellen abseits der Autobahnen ist vereinzelt noch eine Mittagspause zwischen ca. 12:00 und 15:00 Uhr üblich; Selbstbedienungsautomaten (Self) stehen an den Zapfsäulen jedoch meist rund um die Uhr zur Verfügung.

Links- / Rechtsverkehr

Rechtsverkehr

Straßenqualität

Detaillierte Informationen über das italienische Autobahnnetz, aktuelle Mautgebühren und die Verkehrslage sind direkt bei der Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia erhältlich.

Autoverleih

Mietwagen sind in nahezu allen Städten, an den Flughäfen sowie in den größeren Urlaubsregionen Italiens sowohl bei großen internationalen Anbietern (wie Avis, Europcar, Hertz oder Sixt) als auch bei lokalen Autovermietungen (wie Maggiore) erhältlich. Die Schalter befinden sich meist direkt in den Ankunftsterminals der Flughäfen sowie an den Hauptbahnhöfen.

Das Mindestalter für die Anmietung liegt in der Regel bei 21 Jahren (je nach Fahrzeugklasse und Anbieter teils auch bei 18 oder 25 Jahren) und der Fahrer muss den Führerschein meist seit mindestens einem Jahr besitzen. Bei Fahrern unter 25 Jahren fällt häufig eine zusätzliche Jungfahrergebühr an. Für die Anmietung wird von den meisten Vermietern eine auf den Namen des Hauptfahrers ausgestellte Kreditkarte zur Kaution verlangt.

Taxi

Offizielle Taxis in Italien (in Rom leicht an der weißen Farbe sowie dem Taxi-Schild auf dem Dach und der Lizenznummer an den Türen zu erkennen) stehen an den ausgewiesenen Taxiständen an Bahnhöfen, Plätzen und Flughäfen bereit oder können telefonisch beziehungsweise per App (z. B. FreeNow oder AppTaxi) bestellt werden. Ein Heranwinken auf der Straße ist in italienischen Großstädten unüblich und meist nicht erfolgreich.

Für Fahrten zwischen dem Stadtzentrum von Rom und den beiden Flughäfen (Fiumicino und Ciampino) gelten gesetzlich festgelegte Festpreise, die bereits das Gepäck beinhalten. Für Strecken außerhalb des Stadtgebiets oder bei Überlandfahrten sollte darauf geachtet werden, dass das Taxameter eingeschaltet ist bzw. der Fahrpreis vor Fahrtantritt klar vereinbart wird.

Reisebus

Ein dichtes Netz aus Regional- und Langstreckenbussen verbindet Städte, kleinere Ortschaften und ländliche Regionen in ganz Italien. Auch auf den Inseln Sardinien (z. B. mit den ARST-Bussen) und Sizilien (z. B. SAIS oder AST) sorgt der Busverkehr für eine gute Abdeckung von der Küste bis ins Landesinnere.

In abgelegeneren Gebieten oder Bergregionen ist der Busverkehr das Hauptverkehrsmittel, da das Schienennetz dort oft spärlich ausgebaut ist. Zu beachten ist, dass auf vielen regionalen Strecken an Sonn- und Feiertagen sowie in den Schulferien ein deutlich reduzierter Fahrplan gilt. Busfahrkarten für den Regionalverkehr müssen in der Regel vor Fahrtantritt in Tabakläden (Tabacchi), an Kiosken oder Bahnhöfen gekauft und beim Einsteigen entwertet werden.

Bestimmungen

Im Fahrzeug müssen ein Warnkreuz bzw. rotes Warndreieck sowie für alle Insassen eine reflektierende Warnweste mitgeführt werden. Das Tragen der Warnweste ist Pflicht, wenn das Fahrzeug außerhalb geschlossener Ortschaften bei einer Panne oder einem Unfall verlassen und die Fahrbahn betreten wird.

In geschlossenen Ortschaften gilt grundsätzlich ein Tempolimit von 50 km/h; in ausgewiesenen Zonen – wie Teilen der historischen Innenstädte von Bologna, Florenz, Mailand und Rom – sind 30 km/h vorgeschrieben. Außerorts betragen die Höchstgeschwindigkeiten 90 km/h auf Landstraßen, 110 km/h auf Schnellstraßen (bei Regen 90 km/h) und 130 km/h auf Autobahnen (bei Regen 110 km/h). Für Gespanne (Pkw mit Anhänger oder Wohnwagen) gelten strengere Limits: maximal 70 km/h außerorts und auf Schnellstraßen sowie maximal 80 km/h auf Autobahnen. Eine deutsche 100-km/h-Zulassung für Gespanne besitzt in Italien keine Gültigkeit.

Für den Wintersport auf italienischen Skipisten gelten strenge Sicherheitsauflagen: Alle Skifahrer, Snowboarder und Rodler müssen eine gültige Haftpflichtversicherung für Schäden gegenüber Dritten nachweisen können. Zudem besteht eine Helmpflicht für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre (einige Wintersportregionen schreiben den Helm mittlerweile altersunabhängig für alle Pistennutzer vor).

Pannendienste

Der ADAC-Auslandsnotruf bietet Mitgliedern und Inhabern eines ADAC-Schutzbriefs Hilfeleistungen bei Fahrzeugpannen, Verkehrsunfällen, dem Verlust von Reisedokumenten sowie bei medizinischen Notfällen. Die Notrufzentralen sind rund um die Uhr erreichbar: Bei Pannen und Unfällen unter +49 89 22 22 22, bei Erkrankungen und medizinischen Notfällen unter +49 89 76 76 76.

Alternativ können Pannen im Ausland auch digital über die ADAC-Pannenhelfer-App gemeldet werden. Vor Ort in Italien arbeitet der ADAC eng mit dem italienischen Automobilclub ACI (Automobile Club d'Italia) zusammen.

Unterlagen

Ein Führerschein aus einem EU- oder EWR-Staat ist in Italien uneingeschränkt gültig. Nationale Führerscheine aus Drittstaaten außerhalb der EU/EWR werden in Verbindung mit einem Internationalen Führerschein (oder einer beglaubigten Übersetzung) anerkannt. Wichtig zu beachten: Vorläufige oder befristete Papierführerscheine sowie Führerscheine auf Probe werden von den italienischen Behörden in der Regel nicht anerkannt.

Für das Fahren von Motorrädern und Roller-Klassen ist der entsprechende nationale bzw. EU-Führerschein erforderlich (z. B. Klasse AM für Mopeds bis 50 ccm, Klasse A1/A2/A für leistungsstärkere Zweiräder). Das Mitführen eines Schutzhelms (ECE-Norm) ist für Fahrer und Sozius gesetzlich vorgeschrieben.

Als Nachweis einer gültigen Kfz-Haftpflichtversicherung reicht für Fahrzeuge aus EU- und EFTA-Staaten das amtliche Kennzeichen (Kennzeichenabkommen). Es wird jedoch dringend empfohlen, die Grüne Versicherungskarte (Internationale Versicherungskarte) mitzuführen, da sie bei der Unfallaufnahme die Schadensabwicklung vor Ort erheblich erleichtert. Neben den Zulassungsdokumenten (Fahrzeugschein / Zulassungsbescheinigung Teil I) sollte eine Vollmacht des Fahrzeughalters mitgeführt werden, wenn das Fahrzeug nicht auf den Fahrer zugelassen ist.

In der Stadt unterwegs

Die italienischen Großstädte wie Rom, Mailand, Neapel, Turin, Genua und Venedig verfügen über ein gut ausgebautes öffentliches Nahverkehrssystem aus U-Bahnen (Metropolitana), Straßenbahnen, Bussen sowie teils Oberleitungsbussen. In Rom besteht das U-Bahn-Netz aus den Linien A, B/B1 und C (wobei die Linie C stetig weiter in Richtung Zentrum ausgebaut wird). Auch Städte wie Mailand, Turin, Neapel, Brescia, Genua und Catania besitzen eigene U-Bahn-Netze.

Fahrkarten gelten in der Regel verkehrsmittelübergreifend für Busse, Straßenbahnen und U-Bahnen im jeweiligen Tarifgebiet. Ein Standard-Einzelticket ist nach der Entwertung meist für 90 bis 100 Minuten gültig. Tickets müssen in der Regel vor Fahrtantritt in Tabakläden (Tabacchi), an Kiosken, in Zeitungsgeschäften oder an Automaten in den Stationen gekauft werden. Zudem setzt sich in den öffentlichen Verkehrsmitteln fast aller Großstädte das kontaktlose Bezahlen per Bankkarte oder Smartphone direkt am Entwerter (Contactless Pay / Tap & Go) durch.

Neben Einzeltickets werden Mehrtagespässe für Touristen angeboten (in Rom beispielsweise Tages-, 48-Stunden-, 72-Stunden-Tickets oder Wochenkarten der Betreibergesellschaft ATAC). In Bussen und Straßenbahnen müssen Papiertickets direkt beim Einsteigen an den gelben oder gelb-grauen Automaten entwertet werden.

Für die Parkraumbewirtschaftung gilt in ganz Italien ein einheitliches Farbsystem der Bodenmarkierungen: Weiß steht für kostenfreies Parken, Blau kennzeichnet kostenpflichtige Parkplätze (Zahlung am Parkscheinautomaten oder per App wie EasyPark). Gelbe Linien reservieren Parkflächen für Anwohner, Behinderte, Taxis oder Ladezonen. In vielen historischen Stadtzentren (Zona a Traffico Limitato, ZTL) gilt zudem ein striktes Fahrverbot für uneingeschränkten Fahrzeugverkehr.

Bahn

Das italienische Schienennetz wird maßgeblich von der staatlichen Eisenbahngesellschaft Trenitalia betrieben. Ergänzt wird dieses Angebot durch den privaten Hochgeschwindigkeitsanbieter Italo (NTV) sowie durch verschiedene regionale Bahngesellschaften. Trenitalia betreibt die bekannten Frecciarossa-Hochgeschwindigkeitszüge, die wichtige Knotenpunkte wie Turin, Mailand, Venedig, Bologna, Florenz, Rom, Neapel und Salerno in hoher Frequenz miteinander verbinden. Auf weiteren Hauptachsen verknüpfen sie Städte wie Bozen, Verona, Genova, Lecce und Reggio Calabria.

Für Strecken über Nacht stehen die Intercity Notte-Züge von Trenitalia zur Verfügung, die Metropolen auf dem Festland sowie Direktverbindungen nach Sizilien bedienen (wobei die Züge auf die Fähre verladen werden). Auf Sardinien verbindet ein regionales Schienennetz Städte wie Cagliari, Sassari, Olbia und Porto Torres.

Besondere Reiseerlebnisse bieten die historischen Züge der Fondazione FS sowie der Luxuszug Orient Express La Dolce Vita, der auf ausgewählten Panoramastrecken durch mehrere Regionen Italiens verkehrt.

Klassische Inlands-Autoreisezüge werden von Trenitalia derzeit nicht mehr angeboten. Für die flexible Erkundung des Landes eignet sich für Reisende mit Wohnsitz in Europa der Interrail Italien Pass, der an flexibel wählbaren Tagen innerhalb eines Monats unbegrenzte Fahrten ermöglicht (Reservierungsgebühren für Hochgeschwindigkeitszüge fallen separat an).

Hinweise zum Reisen mit der Bahn

In den Zügen der italienischen Bahngesellschaft Trenitalia können kleine Hunde und Haustiere bis zu den Maßen 70 x 30 x 50 cm in einer Transportbox kostenfrei mitgenommen werden. Auch größere Hunde sind in den meisten Zügen (wie Frecciarossa, Intercity und Regionalzügen) erlaubt, benötigen jedoch ein eigenes Ticket. Voraussetzung für größere Hunde ist das Führen an der Leine sowie das Tragen eines Maulkorbs. Zudem müssen der EU-Heimtierausweis und der Nachweis einer gültigen Tollwutimpfung mitgeführt werden. Blinden- und Assistenzhunde reisen grundsätzlich kostenlos und ohne Einschränkungen mit. Weitere Informationen bietet Trenitalia.

Rail-Pass

Der Interrail One Country Pass und der Interrail Global Pass sind auch in Italien gültig.

Reisen auf dem Wasser

Zu den wichtigsten Hafenstädten Italiens zählen Ancona, Brindisi, Cagliari, Civitavecchia, Genua, Livorno, Neapel, Palermo und Venedig.

Zahlreiche Auto- und Passagierfähren verbinden das italienische Festland ganzjährig mit den Inseln Sardinien, Sizilien, den Äolischen Inseln sowie Elba und Capri. Neben regulären Fährschiffen kommen auf kürzeren Strecken auch Schnellfähren und Tragflügelboote zum Einsatz.

Wichtige Fährgesellschaften im italienischen Insel- und Küstenverkehr sind unter anderem Tirrenia, Moby Lines, SNAV sowie Grimaldi Lines.

Auch auf den großen oberitalienischen Seen (Gardasee, Lago Maggiore, Comer See und Iseosee) besteht ein dichtes Fährnetz für Personen und Fahrräder sowie teilweise für Pkw. Die Fahrten auf dem Gardasee, Comer See und Lago Maggiore werden zentral von der Schifffahrtsgesellschaft Gestione Navigazione Laghi betrieben.