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Jordanien: Mobilität vor Ort

Flugreisen

Inlandsflüge spielen in Jordanien aufgrund der überschaubaren Landgröße eine eher untergeordnete Rolle. Die einzige wesentliche Inlandsflugroute verbindet die Hauptstadt Amman mit der Hafenstadt Aqaba am Roten Meer.

Die Flüge zwischen dem Queen Alia International Airport (AMM) in Amman und dem King Hussein International Airport (AQJ) in Aqaba werden regelmäßig von der nationalen Fluggesellschaft Royal Jordanian bedient. Mit einer Flugzeit von nur etwa 45 Minuten bieten diese Verbindungen eine schnelle und bequeme Alternative zur sonst vier- bis fünfstündigen Autofahrt durch das Landesinnere.

Zusätzlich bieten Anbieter wie Arab Wings und Jordan Aviation bedarfsorientierte nationale Charter- und Privatflüge an.

Straßenverkehr

Das Reisen auf der Straße ist die praktischste und beliebteste Möglichkeit, Jordanien zu erkunden. Das Land verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz mit einer Gesamtlänge von ca. 8.000 km, das die Hauptstadt Amman effizient mit Petra, Aqaba, dem Toten Meer und Jerash verbindet. Da die Distanzen vergleichsweise kurz sind, lassen sich die wichtigsten Highlights problemlos innerhalb einer Woche bereisen. Zudem erreicht man per Auto auch abgelegene Wüstenregionen und Naturreservate, die nicht vom öffentlichen Nahverkehr bedient werden.

Die wichtigsten Routen:

  • Desert Highway (Wüstenautobahn): Die meistbefahrene Route des Landes verbindet Aqaba im Süden über Ma'an und Amman direkt mit dem Norden.
  • King's Highway (Königsstraße): Die landschaftlich und historisch reizvolle, kurvenreiche Panorama-Alternative westlich der Wüstenautobahn verläuft von Madaba über das Wadi Mujib, Kerak und Petra, bevor sie südlich von Ma'an wieder auf den Desert Highway trifft.

Tankstellen & Kraftstoff: In den Städten und entlang der Hauptverkehrsachsen gibt es ausreichend Tankstellen. Die Kraftstoffpreise sind im Vergleich zu Europa moderat. Im ländlichen Süden ist die Tankstellendichte geringer, weshalb sich rechtzeitiges Auftanken empfiehlt. An kleineren oder älteren Tankstellen wird oft nur Barzahlung akzeptiert.

Sonderwirtschaftszone Aqaba (ASEZA) & Binnenkontrollen: Die Region Aqaba bildet eine eigene Sonderwirtschaftszone mit speziellen Zoll- und Steuerbestimmungen. Auf den Routen von Aqaba nach Norden (z. B. auf dem Desert Highway) gibt es interne Zollkontrollpunkte. Dies sind keine internationalen Grenzen, jedoch führen die Behörden dort stichprobenartige Kontrollen durch, um die Mitnahme von zollfrei eingekauften Waren (z. B. Alkohol oder Tabak) zu überprüfen.

Wichtige Fahrhinweise:

  • Ausschilderung: Auf den Hauptverkehrsstraßen sind Schilder zweisprachig (Arabisch und Englisch) beschriftet. Auf Nebenstraßen fehlt die englische Beschriftung mitunter.
  • Sicherheit: Beim Befahren von Neben- und Wüstenstraßen sollte das Fahrzeug technisch einwandfrei sein. Führen Sie stets ausreichend Trinkwasser mit. Von Nachtfahrten wird aufgrund unbeleuchteter Fahrzeuge, Bumps (Geschwindigkeits-Schwellen) oder Hindernissen auf der Fahrbahn generell abgeraten.
  • Maut: In Jordanien gibt es derzeit keine mautpflichtigen Straßen.

Links- / Rechtsverkehr

Rechtsverkehr

Straßenqualität

Die Fernstraßen sind in einem guten Zustand.

Autoverleih

Mietwagen sind in Jordanien weit verbreitet und stellen eine flexible Möglichkeit dar, das Land zu bereisen. Internationale sowie lokale Autovermietungen bieten ihre Dienste an den Flughäfen (Queen Alia Airport in Amman und King Hussein Airport in Aqaba), in Stadtzentren, großen Hotels sowie an einigen Landgrenzübergängen (wie der Allenby-Brücke oder Sheikh-Hussein-Brücke) an. Ergänzend lassen sich Mietwagen auch tageweise direkt mit Chauffeur/Fahrer buchen.

Fahrzeugtypen & Ausrüstung: Die Flotten reichen von kompakten Kleinwagen für den Stadt- und Streckenverkehr bis hin zu allradbetriebenen Geländewagen (4WD), die sich besonders für Ausflüge in entlegenere Wüstenregionen wie das Wadi Rum eignen. Bei der Buchung sollte auf die enthaltenen Versicherungsleistungen (Vollkasko ohne Selbstbeteiligung) sowie die Tankregelung (idealerweise Voll/Voll) geachtet werden.

Mietbedingungen & Altersgrenzen:

  • Mindestalter: Das Mindestalter für Fahrer beträgt in der Regel 21 Jahre (kann je nach Vermieter und Fahrzeugkategorie, z. B. bei Allradfahrzeugen, auch bei 23 oder 25 Jahren liegen). Der Führerschein muss seit mindestens einem Jahr gültig sein.
  • Jungfahrergebühr: Für Fahrer unter 25 Jahren erheben viele Verleiher vor Ort eine zusätzliche Jungfahrergebühr (Young Driver Fee).
  • Dokumente: Neben dem nationalen (europäischen) Führerschein wird die Mitnahme eines Internationalen Führerscheins dringend empfohlen. Für die Kaution vor Ort ist eine auf den Hauptfahrer ausgestellte Kreditkarte erforderlich.

Taxi

Gelbe Straßentaxis (Yellow Taxis): Sie sind weit verbreitet und können auf der Straße herangewunken oder vor Hotels genutzt werden. In Städten wie Amman sind sie gesetzlich verpflichtet, das Taxameter (Meter) einzuschalten. Dennoch versuchen Fahrer gelegentlich, Festpreise zu verhandeln. Reisende sollten darauf bestehen, dass das Taxameter gestartet wird („meter please"), oder den Fahrpreis vor Fahrtantritt verbindlich vereinbaren. Auch für längere Strecken sind Taxis vergleichsweise günstig.

Sammeltaxis (Weiße Taxis / Service Taxis): Diese weißen Fahrzeuge verkehren auf festen Routen innerhalb der Städte sowie zwischen einzelnen Orten. Sie werden hauptsächlich von Einheimischen genutzt und zeichnen sich durch sehr feste, günstige Tarife pro Sitzplatz aus. Alternativ können weiße Taxis für individuelle Strecken auch komplett privat gemietet werden.

Ride-Hailing-Apps (Fahrvermittlung): Apps wie Careem (der regionale Marktführer) und Uber sind vor allem in Amman sowie in Aqaba verfügbar. Sie bieten eine transparente, bargeldlose und oft bequemere Alternative zum regulären Taxi, da der Preis vorab feststeht und die Route per GPS getrackt wird. In kleineren Orten (z. B. Petra/Wadi Musa oder Wadi Rum) stehen diese App-Dienste nicht zur Verfügung – hier greift man auf klassische Taxis oder Vorausbuchungen zurück.

Fahrrad

Das Radfahren in Jordanien dient primär der Freizeitgestaltung sowie geführten Touring-Routen. In den Städten – allen voran in Amman – stellen der dichte Verkehr, die extrem hügelige Topografie und im Sommer sehr hohe Temperaturen erhebliche Herausforderungen dar. Ein klassisches App-basiertes Scooter- oder Fahrrad-Sharing-System gibt es im Stadtgebiet von Amman nicht; Leihfahrräder und Motorroller sind lediglich vereinzelt über spezielle Radgeschäfte, Tour-Anbieter oder geführte Ausflüge erhältlich.

Erfahrene Radfahrer und Aktivurlauber finden jedoch außerhalb der Ballungsräume reizvolle Strecken – etwa auf ruhigeren Nebenstraßen im Jordan-Tal, in Teilen des Ausflugsbereichs des Jordan Trail oder im Umland von Wadi Musa nahe Petra. Sorgfältige Planung, ausreichend Wasservorrat, gute Sichtbarkeitskleidung sowie ein Helm sind dabei unerlässlich. Das Radfahren im städtischen Berufsverkehr sollte möglichst vermieden werden.

Reisebus

Das Busnetz in Jordanien ist preiswert, gut ausgebaut und stellt eine beliebte Möglichkeit dar, das Land zu bereisen. Zwischen den größeren Städten verfehlen Fernbusse und Minibusse selten ihr Ziel.

Fernbusse (Intercity-Reisebusse):
Für längere Strecken – beispielsweise von Amman nach Aqaba, Irbid, Petra oder zum Toten Meer – nutzen Reisende bevorzugt die moderneren, klimatisierten Reisebusse.

  • JETT: Das bekannteste Busunternehmen JETT bietet verlassliche, komfortable Verbindungen mit festem Fahrplan an. Tickets können vorab online reserviert werden.
  • Weitere Anbieter: Unternehmen wie Alpha Express und lokale Reisebus-Veranstalter bedienen ebenfalls Strecken im gesamten Land.

Minibusse (Sammeltaxis/Kleinbusse):
Minibusse sind auf fast allen Neben- und Hauptstrecken im Einsatz. Sie sind extrem günstig und verkehren häufiger als die großen Reisebusse, haben jedoch meist keine festen Abfahrtszeiten: Sie fahren an den Busbahnhöfen erst ab, wenn alle Sitzplätze belegt sind. Sie werden primär von Einheimischen genutzt und sind eine ideale Option für zeitlich flexible Reisende, die sich spontan fortbewegen möchten.

Bestimmungen

Verkehrsbestimmungen:

  • Alkohol am Steuer: Es gilt eine strikte Promillegrenze von 0,0 ‰ (Null-Toleranz). Zuwiderhandlungen werden streng geahndet.
  • Kindersicherheit: Kinder unter 13 Jahren müssen auf dem Rücksitz mitfahren. Für Kleinkinder wird die Nutzung eines passenden Kindersitzes dringend empfohlen.
  • Mitführpflichten: Ein Warndreieck sowie ein funktionstüchtiger Feuerlöscher müssen im Fahrzeug mitgeführt werden (bei Mietwagen vor Abfahrt kontrollieren).
  • Zwei- und Dreiräder: Es besteht Helmpflicht für Fahrer und Mitfahrer von Motorrädern, Mopeds und Rollern.
  • Gurtpflicht & Handy: Das Anlegen des Sicherheitsgurtes ist Pflicht. Telefonieren am Steuer ohne Freisprecheinrichtung ist untersagt.

Geschwindigkeitsbegrenzungen (sofern nicht anders ausgeschildert):

  • Innerorts: 50 km/h
  • Außerorts / Landstraßen: 80 km/h
  • Autobahnen (z. B. Desert Highway): 110–120 km/h (auf vielen Streckenabschnitten gilt ein Tempolimit von 100 km/h)

Wichtiger Fahrhinweis: Geschwindigkeitskontrollen (sowohl per stationären Blitzern als auch durch Polizeikontrollen mit Laserpistolen) sind auf den Hauptverkehrsachsen sehr häufig. Zudem gibt es auf jordanischen Straßen oft unbeleuchtete oder schlecht markierte Geschwindigkeits-Schwellen (Bumps), weshalb vorausschauendes Fahren unerlässlich ist.

Pannendienste

In Jordanien gibt es keinen flächendeckenden nationalen Automobilclub, der einen eigenständigen Pannendienst im Stil europäischer Automobilclubs anbietet. Bei Pannen mit einem Mietwagen erfolgt der Support in der Regel direkt über die jeweilige Autovermietung, die meist eine entsprechende Notfall-Hotline zur Verfügung stellt.

ADAC-Partnerclub vor Ort:
Der offizielle Partnerclub des ADAC in Jordanien ist der Royal Automobile Club of Jordan (RACJ) in Amman (Tel. +962 (6) 585 06 26).

ADAC-Auslands-Notruf (für Mitglieder):
Der ADAC-Auslands-Notruf bietet ADAC-Mitgliedern sowie Inhabern eines ADAC-Auslandskranken- und -Unfallschutzes umfangreiche Hilfestellungen bei Pannen, Verkehrsunfällen, Verlust von Dokumenten oder Geld sowie bei medizinischen Notfällen. Die Notrufnummern sind rund um die Uhr aus dem Ausland erreichbar:

  • Fahrzeugschäden & Pannen: Tel. +49 (89) 22 22 22
  • Erkrankungen & medizinische Notfälle: Tel. +49 (89) 76 76 76

 

Unterlagen

Führerschein & Dokumente:
Ausländische Fahrer benötigen einen gültigen nationalen Führerschein ihres Heimatlandes (in der Regel seit mindestens einem Jahr gültig). Zusätzlich wird die Mitnahme eines Internationalen Führerscheins dringend empfohlen und von manchen Autovermietern sowie bei Polizeikontrollen verlangt.

Wichtige Mitführpflichten im Fahrzeug:
Aufgrund häufiger Polizeikontrollen auf den Hauptverkehrsachsen sollten Fahrer folgende Dokumente stets im Original griffbereit im Fahrzeug mitführen:

  • Gültiger Reisepass inkl. Visum bzw. Einreisestempel;
  • Nationaler sowie Internationaler Führerschein;
  • Mietvertrag und Fahrzeugpapiere;
  • Versicherungsnachweis des Mietwagens.

 

Hinweis zu lokalen Fahrzeugen: Die Bestimmung, dass Fahrzeuge mit jordanischem Kennzeichen nur von Inhabern einer jordanischen Fahrerlaubnis gesteuert werden dürfen, gilt für Einwohner bzw. Langzeit-Ansässige mit Wohnsitz in Jordanien. Touristen mit einem regulären Mietfahrzeug (welche grüne Kennzeichen tragen) sind davon nicht betroffen und dürfen dieses problemlos mit ihrem nationalen und internationalen Führerschein fahren.

In der Stadt unterwegs

Innerhalb jordanischer Städte erfolgt die Fortbewegung meist per Taxi, Minibus oder Mietwagen. Insbesondere in der Hauptstadt Amman ist der öffentliche Nahverkehr funktional und primär auf die einheimische Bevölkerung ausgelegt. Für Touristen bleiben Taxis und Ride-Hailing-Apps in der Regel die einfachste und bequemste Option.

Busse & Sammeltaxis (Servees) in Amman:
In Amman verkehren sowohl städtische Linienbusse (u. a. der modernere Amman Bus) als auch die traditionellen Servees-Sammeltaxis (weiße Fahrzeuge):

  • Servees-Taxis: Diese staatlich zugelassenen Sammeltaxis fahren festgelegte Strecken zu günstigen Standardtarifen. Sie besitzen keine festen Zwischenhaltestellen, sondern werden per Handzeichen herangewunken oder an den Endstationen im Stadtzentrum sowie in den Außenbezirken bestiegen.
  • Städtische Linienbusse: Buslinien decken viele Stadtteile ab. Fahrpläne, Routennetz und Haltestellen sind für Besucher jedoch oft schwer zu durchschauen, weshalb die Nutzung etwas Orientierung erfordert.

Zu Fuß unterwegs:
Das Zu-Fuß-Gehen ist nur in einzelnen, kompakteren Stadtvierteln (wie Downtown/Balad oder Teilen von Weibdeh und Rainbow Street) zu empfehlen. Die extrem hügelige Topografie, der dichte Straßenverkehr, hohe Sommertemperaturen sowie streckenweise fehlende oder unwegsame Gehwege machen längere Fußmärsche in Amman oft beschwerlich.

Bahn

In Jordanien gibt es derzeit keinen regulären Passagierreiseverkehr auf der Schiene. Das Land verfügt über kein modernes Zugnetz für den Personenverkehr.

Die historische Hedschasbahn (Hejaz Railway), die an die berühmte Bahnverbindung aus dem Beginn des 20. Jahrhunderts anknüpft, betreibt ebenfalls keinen regulären Linienverkehr mehr. Gelegentlich werden lediglich Sonderfahrten für Eisenbahnliebhaber oder touristische Charterfahrten (z. B. auf Teilstrecken nahe Amman) angeboten.

Für Reisen innerhalb des Landes sollten Besucher daher vollständig auf Fernbusse, Taxis, Mietwagen oder Inlandsflüge ausweichen.