Lettland: Gesundheit und Impfungen
| Titel | Besondere Vorsichtsmaßnahmen | Pflichtimpfungen |
|---|---|---|
| Hepatitis A und B | ||
| Malaria | Nein | - |
| Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) | 1 | - |
| Cholera | Nein | |
| Tollwut | 3 | |
[1] Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird durch Zecken übertragen. Bei längerem Aufenthalt und besonderer Exposition wird eine Impfung gegen FSME empfohlen.
[2] Hepatitis A und Hepatitis B kommen vor. Eine Hepatitis A-Schutzimpfung wird generell empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B sollte bei längerem Aufenthalt und engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein bei Kindern und Jugendlichen erfolgen.
[3] Tollwut kommt landesweit vor. Überträger sind u.a. Hunde, Katzen, Waldtiere und Fledermäuse. Für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und bei längeren Aufenthalten wird eine Impfung empfohlen. Bei Bisswunden so schnell wie möglich ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.
Medizinische Versorgung und Gesundheitswesen
Die medizinische Versorgung entspricht nicht deutschem Standard. Für Staatsangehörige der EU- und EFTA-Länder gilt die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Die EHIC regelt die Versorgung und Kostenrückerstattung beim Krankheitsfall für EU- und EFTA-Staatsbürger. EHIC-Inhaber wenden sich im Krankheitsfall direkt an einen Allgemeinmediziner, der Vertragsarzt der lettischen Krankenversicherung (Veselibas obligatas apdrosinasanas valsts agentura - VOAVA) ist. Informationen zu Vertragsärzten sind in Lettland unter der gebührenfreien Service-Nummer 800 12 34 erhältlich.
In der EHIC ist kein Rücktransport nach einer schweren Erkrankung oder einem Unfall im Ausland enthalten. Die gesetzlichen Krankenkassen dürfen diese Leistung nicht anbieten. Einen Rücktransport bezahlen nur private Reiseversicherungen. Es wird deshalb empfohlen für die Dauer des Aufenthalts eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen, die Risiken abdeckt, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden.
Essen und Trinken
Das Leitungswasser ist in ganz Lettland bedenkenlos trinkbar und entspricht den Sicherheitsstandards der Europäischen Union. Auch die Lebensmittelhygiene in Restaurants, Cafés und Supermärkten ist durchgehend hoch.
Frische regionale Produkte, Milchprodukte, geräucherter Fisch und Fleischwaren sind weit verbreitet. Wie bei allen Reisen empfiehlt sich bei der Verpflegung an einfachen Straßenständen oder beim Aufbewahren von Lebensmitteln an heißen Sommertagen die gewohnte Sorgfalt.
Sonstige Risiken
Impfempfehlungen & Gesundheitshinweise:
Die vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (darunter Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Masern-Mumps-Röteln, Poliomyelitis und Influenza) sollten vor der Reise auf Vollständigkeit überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden. Wegen vereinzelt auftretender Diphtherie-Fälle ist ein aktueller Schutz gegen Diphtherie besonders ratsam.
Durch Zecken & Insekten übertragbare Krankheiten:
- FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Lettland gilt landesweit als Endemiegebiet für FSME. Eine Schutzimpfung wird für Aufenthalte in den Sommermonaten (April bis Oktober) sowie für Outdoor-Aktivitäten dringend empfohlen.
- Borreliose: Landesweit besteht das Risiko einer Borreliose-Übertragung durch Zeckenstiche. Schutz bieten körperbedeckende Kleidung, insektenabweisende Mittel (Repellents) und das gründliche Absuchen des Körpers nach Aufenthalten in Wald- und Wiesenbereichen.
Weitere Infektionsrisiken:
- Tuberkulose: Die Inzidenz ist höher als im mitteleuropäischen Durchschnitt. Bei normalen Urlaubsreisen besteht jedoch in der Regel kein erhöhtes Ansteckungsrisiko.
- HIV/Aids: Das Infektionsrisiko entspricht dem bei ungeschützten Sexualkontakten oder unsachgemäßem Einsatz von Spritzen/Nadeln üblichen Standard. Die Beachtung der gängigen Schutzmaßnahmen wird empfohlen.