Tansania: Gesundheit und Impfungen
| Titel | Besondere Vorsichtsmaßnahmen | Pflichtimpfungen |
|---|---|---|
| Hepatitis A und B | 3 | - |
| Malaria | 4 | - |
| Meningokokken-Meningitis A,B,C,W,Y | 5 | - |
| Dengue-Fieber | 1 | |
| Gelbfieber | 2 | |
- [1] Dengue-Fieber: Das durch Stechmücken übertragene Dengue-Fieber kommt landesweit vor. Ein konsequenter Insektenschutz (Mückenspray, lange Kleidung, Moskitonetze) wird dringend empfohlen. Bei längerem Aufenthalt oder besonderer Exposition kommt zudem eine Impfung in Betracht.
- [2] Gelbfieber: Eine offizielle Gelbfieber-Impfung wird von allen Reisenden ab 1 Jahr verlangt, die aus einem Gelbfieber-Endemiegebiet (z. B. aus afrikanischen Nachbarländern) einreisen. Reisende aus Nicht-Endemiegebieten wie Europa benötigen laut Auswärtigem Amt grundsätzlich keine Impfung – es sei denn, sie verlassen während eines Zwischenstopps in einem Endemiegebiet den Flughafen oder warten dort länger als 12 Stunden auf ihren Anschlussflug. Für Langzeitaufenthalte in Tansania wird die Impfung generell angeraten.
- [3] Hepatitis A und B: Beide Erkrankungen kommen vor. Eine Hepatitis-A-Schutzimpfung wird für alle Reisenden empfohlen. Die Impfung gegen Hepatitis B wird bei längerem Aufenthalt, engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie allgemein für Kinder und Jugendliche empfohlen.
- [4] Malaria: Ein wirksamer Malariaschutz ist ganzjährig im gesamten Land erforderlich – besonders während der Regenzeiten (November bis Mai) gilt dies für alle Landesteile einschließlich der Städte, Nationalparks sowie der Inseln Sansibar, Mafia und Pemba. Zu fast 100 Prozent dominiert die gefährlichere Form Plasmodium falciparum (Malaria tropica), die bei nicht-immunisierten Reisenden unbehandelt meist tödlich verläuft. Für Risikogebiete wird eine medikamentöse Prophylaxe (Stand-by-Medikation oder Dauereinnahme nach ärztlicher Rücksprache) dringend empfohlen.
- [5] Meningokokken-Meningitis (A, B, C, W, Y): Eine Impfung ist bei Langzeitaufenthalten oder besonderer Exposition für bestimmte Risikogruppen (wie Jugendliche, Schüler oder Studenten) empfehlenswert.
- [6] Tollwut: Tollwut kommt landesweit vor, wobei Hauptüberträger unter anderem streunende Hunde und Fledermäuse sind. Ein Impfschutz wird besonders für Rucksackreisende, Kinder, berufliche Risikogruppen und längere Aufenthalte im Landesinneren empfohlen. Bei Bisswunden oder Kratzern sollte umgehend medizinische Hilfe aufgesucht werden.
- [7] Typhus und Poliomyelitis (Polio): Beide Krankheiten treten auf. Eine Typhusimpfung wird bei Rucksackreisen und Langzeitaufenthalten angeraten; der Standard-Impfschutz gegen Polio sollte vor der Reise überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.
Medizinische Versorgung und Gesundheitswesen
Medizinische Versorgung & Gesundheitsinfrastruktur:
Die medizinische Versorgung in Tansania variiert stark zwischen städtischen und ländlichen Regionen. Während es im Land schätzungsweise 2000 Krankenhäuser und Kliniken gibt – darunter einige von Kirchenmissionen betriebene Versorgungsstationen sowie Privatärzte und Gesundheitszentren –, entspricht der allgemeine Versorgungsstandard in vielen Bereichen bei weitem nicht dem europäischen Niveau.
In größeren Städten wie Daressalam, Arusha und Dodoma bieten private Krankenhäuser und Kliniken einen akzeptablen Behandlungsstandard, der häufig von Expats und Reisenden in Anspruch genommen wird. In kleineren Städten und ländlichen Regionen sind die Einrichtungen jedoch oft stark eingeschränkt, und medizinische Geräte sowie Fachpersonal stehen nicht immer zur Verfügung.
Apotheken & Medikamente:
Apotheken sind in Städten und größeren Ortschaften weit verbreitet, und viele gängige Medikamente können ohne Rezept erworben werden. Allerdings kann die Versorgung insbesondere außerhalb der urbanen Zentren unbeständig sein. Reisenden wird daher dringend geraten, einen ausreichenden Vorrat an persönlichen Dauermedikations-Artikeln, eine gut ausgestattete individuelle Reiseapotheke (die unterwegs den Temperaturen entsprechend gekühlt werden sollte) sowie eine Kopie des Rezepts und ein ärztliches Attest bei der Mitnahme von Betäubungsmitteln mitzuführen.
Reisekrankenversicherung & Kosten:
Der Abschluss einer umfassenden Reisekrankenversicherung inklusive Rückholversicherung (Reiserückholversicherung) und Deckung für medizinische Evakuierungen (da schwere Fälle oft ins Ausland verlegt werden müssen) wird dringend empfohlen. Zu beachten ist, dass private Kliniken und Krankenhäuser in der Regel eine Vorauszahlung oder den direkten Nachweis der Kostenübernahme verlangen. Hinweis: Für Besuche auf Sansibar ist unabhängig davon eine obligatorische Inbound-Reiseversicherung über die Zanzibar Insurance Corporation vorgeschrieben.
Allgemeine Hygienemaßnahmen & Schutz:
Grundlegende Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen und die Verwendung von Desinfektionsmitteln sind insbesondere in abgelegenen Gebieten ratsam. Zusätzlich sollten Reisende auf Insektenschutz (Schutz vor Mückenstichen besonders in den Abend- und Nachtstunden durch Repellents, lange Kleidung und Moskitonetze) sowie auf ausreichenden Sonnenschutz in Küsten- und Tieflandregionen achten.
Essen und Trinken
Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene:
Das größte gesundheitliche Risiko auf Reisen stellen Darminfektionen dar. Die für tropische Länder geltenden allgemeinen Hygieneregeln sollten daher sorgfältig beachtet werden:
- Trinkwasser: Leitungswasser ist in ganz Tansania nicht trinkbar. Wasser sollte zum Trinken, Zähneputzen und zur Zubereitung von Eiswürfeln generell abgekocht, auf andere Weise sterilisiert oder als originalverpacktes Flaschenwasser gekauft werden (dabei stets auf unbeschädigte Siegel achten).
- Milch und Milchprodukte: Unpasteurisierte Milch sollte unbedingt abgekocht werden; Trocken- und Dosenmilch sind nur mit keimfreiem Wasser anzurühren. Milchprodukte aus ungekochter Milch sind zu meiden.
- Fleisch, Fisch und Gemüse: Fleisch- und Fischgerichte sollten ausschließlich gut durchgekocht und heiß serviert verzehrt werden. Der Genuss von rohen Salaten, Mayonnaise und ungekochtem Gemüse sollte vermieden werden, während Gemüse gekocht und Obst vor dem Essen geschält werden sollte. Von Lebensmitteln aus einfachen Straßenrestaurants und von offenen Märkten ist grundsätzlich abzuraten.
Cholera und Risikogebiete:
Cholera kommt in Tansania in verschiedenen Regionen verstärkt vor, darunter in Arusha, Coast, Daressalam (Distrikte Ilala und Kinondoni), Dodoma, Kigoma, Kilimanjaro, Lindi, Mara, Mbeya, Morogoro, Mtwara, Mwanza, Rukwa, Shinyanga, Tanga sowie auf der Insel Sansibar. Das Infektionsrisiko für Touristen gilt im Allgemeinen als gering, lässt sich jedoch durch sorgfältige Trinkwasser- und Lebensmittelhygiene effektiv minimieren.
Ein behördlicher Nachweis einer Cholera-Impfung ist für die Einreise nach Tansania nicht zwingend vorgeschrieben (obwohl gelegentliche, unvorhergesehene Abweichungen einzelner Grenzbeamter nicht gänzlich ausgeschlossen sind). Da die medizinische Schutzwirkung der Impfung zudem unter Experten umstritten ist, wird empfohlen, sich hierzu rechtzeitig vor Reiseantritt individuell ärztlich beraten zu lassen.
Sonstige Risiken
Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl und Handtaschenraub kann in geschäftigen städtischen Gebieten, insbesondere in Daressalam und anderen Großstädten, vorkommen. Es wird empfohlen, keine Wertsachen offen zur Schau zu stellen, Hotelsafes zu nutzen und bei Spaziergängen nach Einbruch der Dunkelheit besondere Vorsicht walten zu lassen. In Nationalparks und ländlichen Regionen stellen Wildtiere ein natürliches Risiko dar: Tiere sollten stets aus sicherer Entfernung und ausschließlich in Begleitung erfahrener Guides beobachtet werden; das Alleingehen in oder in der Nähe von Wildtiergebieten wird dringend abgeraten. Generell sollten Reisende die lokalen Bedingungen im Blick behalten und den Anweisungen von Behörden und Reiseleitern folgen.
Standardimpfungen & medizinische Vorsorge:
Die vom Robert-Koch-Institut (RKI) empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u. a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis/Keuchhusten, Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken, Poliomyelitis und Influenza) sollten vor der Reise überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.
Weitere Infektionskrankheiten & spezifische Risiken:
- Bilharziose (Schistosomiasis): Erreger können landesweit (auch auf Sansibar und Pemba) in manchen Teichen, Flüssen und stehenden Binnengewässern vorkommen. Das Schwimmen, Waten oder Baden in natürlichen Binnengewässern sollte daher konsequent vermieden werden. Gut gepflegte, gechlorte Swimmingpools sind dagegen unbedenklich.
- Borreliose & Zeckenbissfieber: Borreliose wird durch Zecken übertragen und kommt landesweit vor (vor allem in Gräsern, Sträuchern und im Unterholz). Zeckenbissfieber tritt ebenfalls landesweit und ganzjährig auf (mit Schwerpunkt von April bis Oktober). Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und geeignete Insektenschutzmittel.
- Chikungunya & Filariose: Die durch Mücken übertragene Viruserkrankung Chikungunya sowie die durch Insekten verursachte Filariose treten landesweit auf. Ein wirksamer Mücken- und Insektenschutz (Repellents, lange Kleidung, Moskitonetze) ist der beste Schutz. (Eine Impfung gegen Chikungunya ist zwar verfügbar, wird von der STIKO derzeit jedoch noch nicht allgemein empfohlen.)
- HIV / AIDS: Die Zahl der HIV-Infizierten in Tansania ist signifikant. Risikoreiche sexuelle Kontakte mit unbekannten Partnern sollten unbedingt vermieden werden.
- Schlafkrankheit (Afrikanische Trypanosomiasis): In den Nationalparks Manyara, Serengeti und Ngorongoro sowie in den Regionen Arusha und Kigoma besteht das Risiko einer Infektion mit der Schlafkrankheit. Überträger ist die Tsetsefliege, deren schmerzhafter Stich selbst durch dünnere Kleidung dringen kann. Angeraten sind Insektenschutzmittel und möglichst helle, dichte Kleidung. Bei Verdacht (Veränderungen an der Stichstelle, unklares Fieber) sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.