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Algerien: Gesundheit und Impfungen

Titel Besondere Vorsichtsmaßnahmen Pflichtimpfungen
Gelbfieber 1
Tollwut 4
Polio 3 -
Hepatitis A und B 2 -

Für die Einreise nach Algerien ist bei direkter Einreise aus Europa keine Pflichtimpfung vorgeschrieben. Eine Gelbfieberimpfung ist jedoch für Reisende ab einem Alter von einem Jahr erforderlich, wenn sie innerhalb der letzten sechs Tage aus einem von der WHO ausgewiesenen Gelbfieber-Endemiegebiet einreisen. Bei einem Aufenthalt von mehr als vier Wochen kann zudem bei der Ausreise der Nachweis einer Poliomyelitis-Impfung verlangt werden, die zwischen vier Wochen und zwölf Monaten vor der Ausreise erfolgt ist.

Vor Reiseantritt sollten die Standardimpfungen gemäß den nationalen Impfempfehlungen aktuell sein. Hierzu zählen insbesondere Impfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis, Poliomyelitis und Masern. Darüber hinaus wird allen Reisenden eine Impfung gegen Hepatitis A empfohlen. Eine Impfung gegen Hepatitis B ist bei längeren Aufenthalten, engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung sowie für Kinder und Jugendliche sinnvoll. Eine Tollwutimpfung wird bei erhöhtem Infektionsrisiko, beispielsweise bei längeren Aufenthalten, Rucksackreisen, beruflichem Tierkontakt oder für Kinder empfohlen. Tollwut kommt landesweit vor und wird unter anderem durch streunende Hunde, Katzen, Wildtiere und Fledermäuse übertragen. Nach Tierbissen oder -kratzern sollte umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Ein Malariarisiko besteht in Algerien nicht.

Medizinische Versorgung und Gesundheitswesen

Die medizinische Versorgung auf dem Lande ist mit Europa nicht immer zu vergleichen und ist gelegentlich technisch, apparativ und / oder hygienisch problematisch.

Der Abschluss einer in Algerien gültigen Reisekrankenversicherung und einer zuverlässigen Reiserückholversicherung ist für die Beantragung eines Visums u.a. für Deutsche, Österreicher und Schweizer verpflichtend.

Eine individuelle Reiseapotheke sollte mitgenommen und unterwegs den Temperaturen entsprechend geschützt werden. Bei Aufenthalten in der Wüste sind Sonnenschutz und Feuchtigkeitscreme (Trockenheit) unerlässlich.

Essen und Trinken

Durch hygienisches Essen und Trinken (nur Abgekochtes, nichts lau Aufgewärmtes) können die meisten Durchfälle und viele andere Tropen- und Infektionserkrankungen ganz vermieden werden. 

Leitungswasser ist normalerweise gechlort und relativ sauber, es können jedoch u. U. leichte Magenverstimmungen auftreten, daher wird davon abgeraten Leitungswasser zu trinken. Es wird abgekochtes oder abgepacktes Wasser empfohlen, welches überall erhältlich ist. Beim Kauf von abgepacktem Wasser sollte darauf geachtet werden, dass die Original-Verpackung nicht angebrochen ist. Trinkwasser außerhalb der großen Städte sollte gefiltert, abgekocht oder anderweitig sterilisiert werden. Durchgegartes Fleisch, Geflügel und Meeresfrüchte sowie geschältes Obst und Gemüse sind i. Allg. unbedenklich. Vorsicht ist bei Eiswürfeln und rohen Lebensmitteln wie Salaten geboten, die möglicherweise mit gechlortem Wasser geschwaschen wurden.

Sonstige Risiken

Die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Standardimpfungen für Kinder und Erwachsene (u.a. gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken, Poliomyelitis und Influenza) sollten vor der Reise ggf. aufgefrischt werden.

Bilharziose-Erreger kommen endemisch in manchen Teichen und Flüssen vor, v.a. im Norden im Wadi Hamiz und im Süden in der Tassili-Region. Das Schwimmen und Waten in Binnengewässern in diesen Regionen sollte daher vermieden werden. Gut gepflegte Schwimmbecken mit gechlortem Wasser sind unbedenklich.

Fleckfieber tritt landesweit auf. Das Fieber wird durch Kleiderläuse ausgelöst. Um sich zu schützen, sollte man regelmäßige Körper- und Kleiderhygiene betreiben. Nur in seltenen Fällen sollte eine Impfung erwogen werden.

HIV/Aids ist eine Gefahr für alle, die Infektionsrisiken eingehen: Ungeschützte Sexualkontakte, unsaubere Spritzen oder Kanülen und Bluttransfusionen können ein erhebliches Gesundheitsrisiko bergen.

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose kommt vereinzelt vor. Schutz bieten hautbedeckende Kleidung und insektenabweisende Mittel.

Wichtig ist in jedem Fall ein ausreichender Schutz vor der Sonne. Es sollte auch immer ausreichend Wasser getrunken werden.