Osolata, East Timor
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Timor-Leste Reiseführer

Key Facts
Offizielle Landesbezeichnung

Demokratische Republik Timor-Leste.

Gebiet

14.919 qkm.

Bevölkerung

1.211.245 (UNO Schätzung 2016).

Bevölkerungsdichte

80 pro qkm. 

Hauptstadt

Dili.

Regierung

Verfassung von 2002. Republik. Unabhängig seit 28. November 1975 von Portugal. Unabhängig seit 20. Mai 2002 von Indonesien.

Staatsoberhaupt

Taur Matan Ruak, seit Mai 2012.

Regierungschef

Rui Maria de Araújo, seit Februar 2015.

Elektrizität

220 V, 50 Hz. Schlechte Stromversorgung, sehr oft Ausfälle.

Im Mai 2002 wurde Timor-Leste nach 450 Jahren Kolonialherrschaft der erste unabhängige Staat der Erde im 21. Jahrhundert. Der Weg in die politische Selbständigkeit war jedoch lang und traumatisch.

Portugal war die erste Kolonialmacht von Timor-Leste (damals Portugiesisch-Timor) und besetzte den östlichen Teil des Landes. Unter den Niederländern wurde der Westteil zu Niederländisch-Ostindien. Im Jahr 1975 gab die linksgerichtete Regierung Portugals ihre Kolonien auf, und Timor-Leste genoss einige Jahre der Unabhängigkeit. Danach annektierte Indonesien das Land und machte es zu seiner 27. Provinz. Es gab wenig Widerstand, und die internationale Gemeinde hielt sich größtenteils zurück.

Die Unabhängigkeitsbewegung Timor-Lestes, FRETILIN (Frente Revolucionario de Este Timor Independente), wurde von den indonesischen Besatzern brutal niedergeschlagen. Rund 100.000 Menschen fanden den Tod. Erst mit der Wirtschaftskrise in Asien ab 1997 und der darauf folgenden Absetzung des langjährigen indonesischen Präsidenten Suharto begann eine politische Richtungsänderung. Bei einem von Indonesien gebilligten Referendum im Jahr 1999 entschieden sich 80 % der Einwohner Timor-Lestes für Autonomie innerhalb von Indonesien. Die indonesische Armee und von ihnen bewaffnete einheimische Rebellen rächten sich mit einem blutigen Vergeltungsschlag, bei dem Hunderttausende vertrieben und die stark angeschlagene Wirtschaft des Landes komplett zerstört wurden.

Eine UN-Übergangsregierung (UNTAET) verwaltete das Land ab Oktober 1999 bis zu den offiziellen Wahlen. Die neue Regierung von Timor-Leste steht vor der monumentalen Aufgabe des Wiederaufbaus, der nur sehr langsam vonstatten geht.

Kolonialarchitektur, portugiesische Festungen und andere Überbleibsel der 100-jährigen Kolonialmacht Portugals sind überall im Land zu finden. Viele Städte und Dörfer wurden jedoch während der indonesischen Besatzung und den Kampfhandlungen von 1999 zerstört und können nur schleppend wiederaufgebaut werden. Viele Häuser werden noch nach traditioneller Art auf Stelzen erbaut und bestehen aus natürlichen Materialien wie Gras, Bambus, Baumstämmen und Palmblättern.

Reisewarnung

Timor Leste

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 28.12.2016
Unverändert gültig seit: 19.12.2016



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Die innenpolitischen Spannungen in Timor-Leste lassen weiter nach. Derzeit ist die Sicherheitslage stabil, jedoch bergen soziale Unterschiede und hohe Jugendarbeitslosigkeit Konfliktpotential.

Reisenden wird empfohlen, sich über mögliche kurzfristige Veränderungen der Sicherheitslage durch die lokalen Medien, das Internet und ortskundige Kontaktpersonen zu informieren. Demonstrationen, politische Versammlungen und größere Menschenansammlungen sollten gemieden werden, da diese kurzfristig und unvorhergesehen eskalieren können.

Von Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit insbesondere mit Motorrädern und von der Nutzung öffentlicher Transportmittel wird abgeraten.

In jüngster Zeit wurden bei Fischen, die in der Hauptstadt Dili am Straßenrand verkauft wurden, Verunreinigungen mit Formaldehyd festgestellt. Dieser bereits in kleinen Dosen giftige Stoff lässt Fische länger frisch aussehen. Es wird dringend empfohlen, vom Verzehr von Fischen, die in Dili auf der Straße verkauft wurden, abzusehen.

In Timor-Leste gibt es keine deutsche Auslandsvertretung. Reisende nach Timor-Leste sollten sich vor der Einreise daher bei der - für die konsularische Betreuung von EU-Staatsangehörige in Notfällen zuständigen - portugiesischen Botschaft in Dili (Tel. +670 7234755) nach der aktuellen Sicherheitslage erkundigen und über gültige Reisedokumente verfügen, um jederzeit das Land verlassen zu können.

Außerdem wird Deutschen, die sich - auch nur vorübergehend - in Timor-Leste aufhalten, ausdrücklich empfohlen, sich in die Krisenvorsorgeliste der auch für Timor-Leste zuständigen deutschen Botschaft in Jakarta einzutragen, damit sie – falls erforderlich – in Krisen- und sonstigen Ausnahmesituationen schnell kontaktiert werden können. Zur Registrierung: Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://service.diplo.de/registrierungav

Kriminalität

Taschendiebstähle, (bewaffnete) Überfälle und Einbrüche kommen landesweit vor, am häufigsten in der Hauptstadt Dili. In seltenen Fällen sind Ausländer das Ziel. Sporadisch kommt es außerdem zu Gewalttaten lokaler Banden, insbesondere in Dili und anderen Ballungsgebieten. In der Vergangenheit wurden vereinzelt auch Ausländer Opfer dieser Bandenrivalitäten.  Bei Dunkelheit sollte auch für kürzere Strecken ein registriertes Taxi von Tür zu Tür (Corrotrans Taxi) benutzt werden.
Besonders allein reisende Frauen sollten darauf achten, sich nicht in abgelegenen Stadtteilen oder wenig frequentierten Orten aufzuhalten. Es kommt regelmäßig zu sexuellen Belästigungen und Übergriffen.

Straßenverkehr

Das Straßennetz in Timor-Leste, vor allem außerhalb Dilis, ist größtenteils in einem sehr schlechten Zustand. Insbesondere nächtliche Fahrten sollten aus Sicherheitsgründen vermieden werden. Besondere Vorsicht ist bei Überlandfahrten während der Regenzeit angeraten, da insbesondere in den Bergregionen Aileu, Manatuto, Ainaro und Manufahi Straßen in kurzer Zeit durch Unterspülung unbefahrbar werden. Öffentliche Verkehrsmittel (Kleinbusse, Taxis) sind oft überfüllt und entsprechen nicht internationalen Sicherheitsstandards.

Erdbeben

Timor-Leste liegt in einer Erdbebenzone.


Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.