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© Creative Commons / yeowatzup'

Timor-Leste Reiseführer

Key Facts

Geografie

Offizielle Landesbezeichnung: 

Demokratische Republik Timor-Leste.

Gebiet: 

14.600 qkm.

Bevölkerung: 

1.108.777 (Schätzung 2008)
Während des andauernden Konflikts flüchteten große Teile der timor-lestischen Bevölkerung nach Westtimor und in andere indonesische Landesteile, so dass die Bevölkerungsverschiebung sehr groß ist. Die UN Flüchtlingsorganisation UNHCR schätzt, dass über 500.000 Menschen vertrieben wurden. Ein Repatriierungsprozess wurde in die Wege geleitet und dauert weiter an.

Hauptstadt: 

Dili 174.096 (Schätzung 2009).

Regierung: 

Verfassung von 2002. Republik. Unabhängig seit 28. November 1975 von Portugal. Unabhängig seit 20. Mai 2002 von Indonesien.

Staatsoberhaupt: 

Taur Matan Ruak, seit Mai 2012.

Regierungschef: 

Xanana Gusmão, seit August 2007.

Elektrizität: 

220 V, 50 Hz. Schlechte Stromversorgung, sehr oft Ausfälle.

Hinweis: 

65 pro qkm.

Timor-Leste war über 400 Jahre lang eine portugiesische Kolonie. 1975 räumte Portugal das Gebiet, wenige Tage später rückten indonesische Truppen ein und beanspruchten die Region als 27. indonesische Provinz. Im Juli 1976 wurde Timor-Leste von Indonesien als 27. Provinz annektiert. Während der nächsten zwei Jahrzehnte kämpften timor-lestischen Rebellen, besonders die Frente Revolucinario de Este Timor Independente (FRETILIN), weiterhin für Unabhängigkeit Timor-Lestes und lieferten sich andauernde blutige Gefechte mit den indonesischen Besatzungstruppen. 1998 kündigte der damalige indonesische Präsident Habibie unerwarteterweise ein Referendum für Timor-Leste an, in dem über die volle Unabhängigkeit oder begrenzte Autonomie der Provinz innerhalb Indonesiens entschieden werden sollte. Das Referendum wurde am 30. August 1999 durchgeführt, 80% der timor-lestischen Bevölkerung stimmten für Unabhängigkeit. Die indonesische Armee und vom Militär unterstützte örtliche Milizen reagierten auf dieses Abstimmungsergebnis mit einer wahren Orgie an Gewalt, Raub und Totschlag. Hunderttausende von Menschen wurden vertrieben und die ohnehin schon schwache wirtschaftliche Infrastruktur vollkommen zerstört. In den nächsten zwei Jahren wurde Timor-Leste von der UN-Übergangangsregierung UNTAET verwaltet, die den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Wiederaufbau der Region in die Wege leitete. Seit dem 20. Mai 2002 ist Timor-Leste unabhängig. Die UN Mission of Support in East Timor (UNMISET) unterstützt seitdem die timor-lestische Regierung bei ihrer Arbeit.

Im Mai 2002 wurde Timor-Leste nach 450 Jahren Kolonialherrschaft der erste unabhängige Staat der Erde im 21. Jahrhundert. Der Weg in die politische Selbständigkeit war jedoch lang und traumatisch.

Portugal war die erste Kolonialmacht von Timor-Leste (damals Portugiesisch-Timor) und besetzte den östlichen Teil des Landes. Unter den Niederländern wurde der Westteil zu Niederländisch-Ostindien. Im Jahr 1975 gab die linksgerichtete Regierung Portugals ihre Kolonien auf, und Timor-Leste genoss einige Jahre der Unabhängigkeit. Danach annektierte Indonesien das Land und machte es zu seiner 27. Provinz. Es gab wenig Widerstand, und die internationale Gemeinde hielt sich größtenteils zurück.

Die Unabhängigkeitsbewegung Timor-Lestes, FRETILIN (Frente Revolucionario de Este Timor Independente), wurde von den indonesischen Besatzern brutal niedergeschlagen. Rund 100.000 Menschen fanden den Tod. Erst mit der Wirtschaftskrise in Asien ab 1997 und der darauf folgenden Absetzung des langjährigen indonesischen Präsidenten Suharto begann eine politische Richtungsänderung. Bei einem von Indonesien gebilligten Referendum im Jahr 1999 entschieden sich 80 % der Einwohner Timor-Lestes für Autonomie innerhalb von Indonesien. Die indonesische Armee und von ihnen bewaffnete einheimische Rebellen rächten sich mit einem blutigen Vergeltungsschlag, bei dem Hunderttausende vertrieben und die stark angeschlagene Wirtschaft des Landes komplett zerstört wurden.

Eine UN-Übergangsregierung (UNTAET) verwaltete das Land ab Oktober 1999 bis zu den offiziellen Wahlen. Die neue Regierung von Timor-Leste steht vor der monumentalen Aufgabe des Wiederaufbaus, der nur sehr langsam vonstatten geht.

Kolonialarchitektur, portugiesische Festungen und andere Überbleibsel der 100-jährigen Kolonialmacht Portugals sind überall im Land zu finden. Viele Städte und Dörfer wurden jedoch während der indonesischen Besatzung und den Kampfhandlungen von 1999 zerstört und können nur schleppend wiederaufgebaut werden. Viele Häuser werden noch nach traditioneller Art auf Stelzen erbaut und bestehen aus natürlichen Materialien wie Gras, Bambus, Baumstämmen und Palmblättern.