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Paraguay: Länderinfos

Überblick

Paraguay ist ein relativ wenig bekanntes Binnenland, das seine geografische und politische Isolation von der Welt durch verschiedene Maßnahmen zu bekämpfen versucht und sich international zunehmend zugänglicher und gastfreundlicher präsentiert.
Die Hauptstadt Asuncion ist eine saubere, kompakte, hübsche und – für lateinamerikanische Verhältnisse – relative sichere Kolonialstadt. Die Bewohner Paraguays sind äußerst höflich zu Touristen, und nach Hause zum Abendessen eingeladen zu werden ist nichts Ungewöhnliches – besonders, wenn Fußball im Spiel ist.
Außerhalb der Hauptstadt liegen Grasebenen und die ungezähmte Wildnis von Sümpfen, Lagunen, dichten Wäldern und Dschungelgebieten sowie Nationalparks, Missionsstationen der Jesuiten und die Trockenwälder und Dornbuschsavannen des Gran Chaco.

Wichtige Fakten

Fläche:

406.752 qkm.

Offizieller Name:

Republik Paraguay.

Bevölkerung:

6.725.430 (UNO Schätzung 2016).

Bevölkerungsdichte:

17 pro qkm.

Hauptstadt:

Asunción.

Staatsform:

Präsidialrepublik seit 1967. Verfassung von 1992. Zweikammerparlament: Abgeordnetenhaus mit 80 und Senat mit 45 Mitgliedern. Unabhängig seit 1811 (ehemalige spanische Kolonie).

Staatsoberhaupt:

Mario Abdo Benítez, seit August 2018.

Elektrizität:

220 V, 50 Hz.

Paraguay: Reise- und Sicherheitsinformationen

Stand - Wed, 17 Oct 2018 15:00:00 +0200
(Unverändert gültig seit: Wed, 31 Oct 2018 15:33:04 +0100)

Letzte Änderungen:
Aktuelle Hinweise (Entfall)
Medizinische Hinweise (Zika, Chagas)
Redaktionelle Änderungen

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus
Im  nördlichen Teil der Provinz San Pedro und dem südlichen Teil der Provinz Concepción befindet sich das Operationsgebiet der paraguayischen Guerilla-Organisation EPP (Ejército  del Pueblo Paraguayo). Bei ihren Anschlägen zielt die EPP hauptsächlich auf Polizei und Militär, mitunter sind aber auch Zivilisten betroffen, immer wieder auch mit Todesfolge.
Von nicht unbedingt erforderlichen Reisen in diese Gebiete wird daher abgeraten.

Kriminalität
Im Grenzgebiet zwischen Paraguay und Brasilien kommt es in letzter Zeit vermehrt zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Drogenkartellen. Insbesondere in der Grenzstadt Pedro Juan Caballero ist erhöhte Vorsicht angezeigt.
Die Sicherheitslage sowohl in den Städten als auch auf dem Land erfordert ständige Aufmerksamkeit. Es kommt auch in den bei Deutschen beliebten Siedlungsgebieten zu Überfällen. Wertgegenstände sollten nicht offen gezeigt werden. Bei Unterkünften sollte auf konsequente Umsetzung von Sicherungsmaßnahmen (Fenstergitter, feste Türen, Alarmanlagen etc.) geachtet werden.
Bei Überfällen sollte kein Widerstand geleistet werden, da die Täter häufig bewaffnet sind und teilweise schon aus geringfügigem Anlass von der Waffe Gebrauch machen.

Krisenvorsorgeliste
Reisenden wird empfohlen, ihre Reisedaten in die Krisenvorsorgeliste einzutragen, um eine schnelle Kontaktaufnahme in einem Notfall zu ermöglichen.

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den weltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Sprache
Reisende sollten zumindest über Grundkenntnisse des Spanischen verfügen, da Englisch- und Deutschkenntnisse wenig verbreitet sind.

Ausweispflicht
Der Reisepass sollte bei Reisen innerhalb des Landes immer mitgeführt werden. Gerade bei Überlandfahrten mit einem Mietwagen verlangen Polizeikontrollen die Vorlage des Originalpasses. Kopien werden nur in seltenen Fällen akzeptiert und führen u. U. dazu, dass eine Straf- bzw. Mahngebühr erhoben wird.

Infrastruktur/Straßenverkehr
Die touristische Infrastruktur des Landes ist bescheiden, doch stehen neben Mietwagen zu allen Touristenzielen auch Reisebusse zur Verfügung.
Flugverspätungen sind an der Tagesordnung, auch kommt es immer wieder zu Überbuchungen der Flüge. Auch ist aufgrund der notwendigen Umsteigeverbindungen nicht immer sichergestellt, dass das Gepäck zeitgleich mit dem Reisenden eintrifft.
Besondere Vorsicht ist im Straßenverkehr geboten, das gilt vor allem für Fußgänger. Die Unfallzahlen sind deutlich höher als in Mitteleuropa. Zu beachten ist auch, dass in Paraguay keine gesetzliche Versicherungspflicht für Kfz besteht. Bei Unfällen werden entstandene Schäden mangels ausreichender finanzieller Mittel des Verursachers nicht immer erstattet.
Bei und nach starken Regenfällen sind viele Straßen auch in städtischen Bereichen nur eingeschränkt und unter Gefahr befahrbar.
Von nächtlichen Überlandfahrten wird (auch wegen der schlechten Straßen- und Verkehrsverhältnisse) abgeraten.

Führerschein
Der Internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

Grenzübertritt nach Brasilien und Argentinien
Bei den Grenzübergängen nach Brasilien und Argentinien sollten Reisende darauf achten, einen Aus- und Einreisestempel in den Pass zu erhalten. Am Grenzübergang Ciudad del Este/Foz do Iguacu werden Fahrzeuge in der Regel nicht angehalten, so dass Eigeninitiative erforderlich ist, um diese Stempel zu erlangen. Siehe auch Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige.

Geld/Kreditkarten
Landeswährung ist der Guarani (G).
Mit Bankkarten sowie internationalen Kreditkarten kann an Geldautomaten (in größeren Städten) Bargeld abgehoben werden, oftmals jedoch nur bis zu 1.500.000 PYG (etwa 230,- €) pro Tag.
Die Bezahlung mit Kreditkarten ist in Asunción und den größeren Städten im Land in Hotels, Restaurants und Geschäften der Mittel- und Oberklasse möglich.
Es wird empfohlen, Geld nur bei offiziellen Wechselstuben zu wechseln und keine größeren Barbeträge mit sich zu führen.

Immobiliengeschäfte
Bei Immobiliengeschäften in Paraguay ist besondere Vorsicht angebracht: Informieren Sie sich aus verschiedenen Quellen und vergleichen Sie die Grundstückspreise. Kaufen Sie nichts, was Sie nicht zuvor besichtigt haben. Prüfen Sie die Eigentumsverhältnisse vor dem Kauf ausreichend und lassen Sie sich den aktuellen Grundstückstitel vorlegen. Immer wieder werden Fälle bekannt, bei denen Land mehrfach verkauft wurde, oder es wird Land von Personen angeboten, die nicht Eigentümer sind. Grundlage für die Übertragung des Eigentums ist die sog. „escritura pública", ein notarieller Vertrag, der zur Umschreibung des Eigentums beim Katasteramt vorgelegt werden muss. Die Durchsetzung von Rechtsansprüchen vor paraguayischen Gerichten ist häufig mühsam und selten erfolgreich. Es wird dringend empfohlen, in Grundstücksangelegenheiten einen Rechtsanwalt oder Notar einzuschalten.

Auswanderung nach Paraguay
Personen, die erwägen, nach Paraguay auszuwandern, wird dringend empfohlen, sich mit den Lebens- und Sicherheitsbedingungen vor Ort vertraut zu machen. Es wird insbesondere dazu geraten, eine Auslandskranken- und Rückholversicherung in Deutschland abzuschließen.
Ausführliche Informationen für Auswanderer bietet das Länderportal der Bundesstelle für Auswanderer und Auslandstätige

Versorgung im Notfall
Reisende sollten auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz achten, der im Notfall auch einen Rettungsflug nach Deutschland abdeckt, siehe auch Medizinische Versorgung.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige

Reisedokumente
Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

Reisepass: Ja

Vorläufiger Reisepass: Ja

Personalausweis: Nein

Vorläufiger Personalausweis: Nein

Kinderreisepass: Ja

Anmerkungen:
Das Reisedokument muss gültig sein.

Visum und Aufenthalt
Deutsche Staatsangehörige können bis zu 90 Tage als Touristen visumfrei nach Paraguay einreisen. Dieser Aufenthalt kann mit Genehmigung der paraguayischen Ausländerbehörde (Migraciones) einmalig um 90 Tage verlängert werden. Nähere Auskünfte erteilt Migraciones, Tel. +595-21-446 066.
Bei einem geplanten längerfristigen Aufenthalt in Paraguay sind Informationen vorab über die Aufenthaltsbestimmungen bei der paraguayischen Botschaft in Berlin einzuholen.

Hinweise für die Einreise von Minderjährigen
Allein oder nur mit einem sorgeberechtigten Elternteil reisende Minderjährige benötigen für die Ein- und Ausreise nach/ aus Paraguay eine Reisegenehmigung des/der nicht mitreisenden Sorgeberechtigten.
Nähere Informationen zur Erteilung einer solchen Reisegenehmigung in Deutschland finden Sie auf der Webseite der paraguayischen Botschaft in Berlin. In Paraguay muss die Genehmigung („permiso del menor") vor einem Friedensrichter („juzgado de paz") abgegeben werden.
Neben der Reisegenehmigung ist auch die Vorlage der Geburtsurkunde erforderlich. Deutsche Geburtsurkunden müssen von der paraguayischen Botschaft legalisiert und von einem anerkannten Übersetzer ins Spanische übersetzt sein.

Ein- und Ausreise auf dem Landweg
Reisende auf dem Landweg müssen vor allem an den Grenzübergängen von Ciudad del Este/Foz do Iguaçu (Brasilien) im Osten, Encarnación/Posadas (Argentinien) im Süden und in Puerto Falcón (Argentinien gegenüber von Asunción) im Westen des Landes darauf achten, dass ihr Reisepass von den paraguayischen Einwanderungsbehörden mit einem Einreisestempel versehen wird. Andernfalls ist bei Kontrollen auf Überlandstraßen und bei der Ausreise eine Strafgebühr von derzeit rund 240.000 Gs. (ca. 35,- €) zu zahlen.
Um Verzögerungen bei der Ausreise zu vermeiden, ist es ratsam, die Strafe nicht erst am Flughafen zu bezahlen, sondern dies schon 1-2 Tage vor Abflug bei der zuständigen Behörde (Migraciones) zu erledigen.

Einreise aus und Weiterreise nach Brasilien
Seit Ende Januar 2018 ist für Einreise  aus den brasilianischen Bundesstaaten Bahía, Espírito Santo, Minas Gerais, Rio de Janeiro und São Paulo wie auch für die Ausreise dorthin die Vorlage eines internationalen Gelbfieberausweises bei der Passkontrolle (Migraciones) erforderlich.
Die Gelbfieberimpfung und der internationale Gelbfieberausweise sind nach Auskunft des paraguayischen Gesundheitsministeriums u.a. bei den staatlichen Regionalkrankenhäusern und der „Décimo Octavo Región Sanitaria" in Asunción (Avda. Brasil e/ Manuel Domínguez y Fulgencio R. Moreno, Tel. 021-204 758) erhältlich.

Einreisebestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie nur direkt bei der Botschaft oder einem der Generalkonsulate Ihres Ziellandes.

Besondere Zollvorschriften

Bargeld darf bis zu einer Summe von 10.000,- US-$ eingeführt werden.

Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie direkt bei der Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben werden.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Besondere strafrechtliche Vorschriften

In den letzten Jahren wurde Paraguay verstärkt von Drogenkurieren als Transitland genutzt. Die paraguayische Anti-Drogenbehörde SENAD verzeichnet seit längerem international anerkannte Fahndungserfolge; in den Gefängnissen von Asunción sitzen auch Europäer wegen Drogenschmuggels ein. Die Haftbedingungen sind hart (Überbelegung der Haftanstalten, mangelnde Hygiene und Versorgung), die Prozesse langwierig.
Im Fall einer Festnahme sollte in jedem Fall um sofortige Unterrichtung der deutschen Botschaft in Asunción gebeten werden.

Medizinische Hinweise

Aktuelle medizinische Hinweise
Zika-Virus-Infektion
Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Paraguay mit einer möglichen Übertragbarkeit von Zika-Viren klassifiziert, d.h. Kategorie 1 bzw. 2 der aktuellen WHO-Einteilung, auch wenn u.U. aktuell keine neuen Erkrankungsfälle dokumentiert werden.
Das Übertragungsrisiko kann dabei sowohl regional als auch saisonal erheblich variieren.
In Anlehnung an die derzeitigen WHO-Empfehlungen empfiehlt das Auswärtige Amt daher Schwangeren und Frauen, die schwanger werden wollen, von vermeidbaren Reisen in Regionen der o.g. WHO-Kategorie 1 oder 2 abzusehen, da ein Risiko frühkindlicher Fehlbildungen bei einer Infektion der Frau gegeben ist.
Weitere Informationen zur Zika-Virus-Infektion und deren Prävention finden Sie im mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit e.V. (DTG) sowie dem Robert Koch-Institut (RKI) abgestimmten Merkblatt Zika-Virus des Gesundheitsdienstes.

Dengue-Fieber
Aktuell werden in Asunción mehrere Fälle von Dengue-Fieber mit tödlichem Ausgang berichtet.
Dengue kann landesweit durch den Stich der tagaktiven Mücke Aedes aegypti übertragen werden. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag und ausgeprägten Gliederschmerzen einher. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern der Lokalbevölkerung zum Teil schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Diese sind jedoch bei Reisenden insgesamt extrem selten.
Da es derzeit weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue gibt, besteht die einzige Möglichkeit zur Vermeidung dieser Virusinfektion in der konsequenten Anwendung persönlicher Maßnahmen zur Minimierung von Mückenstichen, siehe auch Schutzmaßnahmen Mückenstiche

Impfschutz
Bei Einreise aus gelbfieberendemischen Gebieten ist eine Gelbfieber-Impfung für alle Reisenden ab dem vollendeten ersten Lebensjahr vorgeschrieben. Die offizielle Liste der Gelbfiebergebiete findet sich unter www.who.int.
Bei geplantem Aufenthalt insbesondere in den südlichen Landesteilen ist eine Gelbfieberimpfung auch medizinisch sinnvoll.
Das Auswärtige Amt empfiehlt weiterhin, die Standardimpfungen gemäß aktuellem Impfkalender des Robert-Koch-Institutes für Kinder und Erwachsene anlässlich einer Reise zu überprüfen und zu vervollständigen (siehe http://www.rki.de)
Dazu gehören für Erwachsene die Impfungen gegen Tetanus, Diphterie, Pertussis (Keuchhusten) und ggf. gegen Masern, Mumps, Röteln (MMR), Influenza und Pneumokokken. Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus und Tollwut empfohlen.

Chikungunya
Ausgehend von der Antillen-Insel St. Martin im Januar 2014, wurde am 4.11.2014 der erste Fall einer Chikungunya-Virusinfektionen in Paraguay bestätigt. Mit einer Zunahme der Fälle ist zu rechnen. Chikungunya zeigt ähnliche Symptome wie Dengue-Fieber (s.u.) und wird ebenfalls über Aedes-Mücken übertragen, so dass in jedem Fall die u.g. persönlichen Mückenschutzmaßnahmen beachtet werden sollten. Ein Merkblatt zu Chikungunya finden Sie unter www.diplo.de/reisemedizin .

Malaria
Es besteht ein geringes Risiko in den Grenzprovinzen Canindeyú, Alto Paraná, Caaguazú. Als malariafrei gelten der Rest des Landes sowie Städte. Die Mitnahme einer Notfallmedikation kann je nach Reisestil nach Rücksprache mit einem Reise-/ Tropenmediziner sinnvoll sein.

Leishmaniasis
In Paraguay wird durch Sandfliegen sehr selten die viszerale (generalisierte) Leishmaniasis und weniger selten die kutane (auf die Haut beschränkte) Form übertragen. Wichtig zu beachten ist u. a., dass die Zeit zwischen Insektenstich und Auftreten von Symptomen sehr lang (Wochen bis mehrere Monate) sein kann.

Aufgrund der mückengebundenen Infektionsrisiken wird allen Reisenden empfohlen:
· ganzkörperbedeckende helle Kleidung zu tragen (lange Hosen, lange Hemden),
· ganztägig (Dengue, Zika) und in den Abendstunden und nachts (Malaria!) Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen wiederholt aufzutragen,
· ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz zu schlafen.
Siehe dazu auch das Merkblatt Expositionsprophylaxe.

Durchfallerkrankungen
Durchfallerkrankungen bei Reisenden sind häufig, z. T. auch schwer. Sie sind in den meisten Fällen vermeidbar durch Beachtung einfacher Regeln: Ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs trinken, z.B. Flaschenwasser, nie Leitungswasser. Bei Nahrungsmitteln gilt: Kochen oder Schälen. Halten Sie Fliegen von Ihrer Verpflegung fern. Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, immer aber nach dem Toilettengang und immer vor der Essenszubereitung und vor dem Essen. Händedesinfektion, wo angebracht, durchführen. Einmalhandtücher verwenden.

Trypanosomiasis („Mal de Chagas")
In Paraguay kann durch Ausscheidungen von Raubwanzen, die in Ritzen einfacher Behausungen in ländlichen Regionen leben, die amerikanische Trypanosomiasis (Chagas) übertragen werden. Diese können sowohl durch den Biss infizierter Wanzen oder seltener durch verunreinigte Frucht- bzw. Zuckerrohrsäfte aufgenommen werden. Einen Schutz gegen Bisse können korrekt angebrachte Bettnetze bieten. In der akuten Erkrankungsphase stehen grippeähnliche Symptome und u.U. eine Schwellung des Augenlides im Vordergrund. Bis zu Jahre nach der Infektion können z.T. gravierende Organveränderungen am Herzen und des Verdauungstraktes auftreten. Insgesamt ist das Risiko für Reisende an Chagas zu erkranken sehr gering.

HIV/AIDS
Durch ungeschützte sexuelle Kontakte und bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) besteht grundsätzlich das Risiko einer lebensgefährlichen HIV/AIDS-Infektion. Kondombenutzung wird immer, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften, empfohlen.

Medizinische Versorgung
Das Angebot zur Gesundheits- und Notfallversorgung ist - mit Ausnahme der Hauptstadt Asunción - insbesondere in vielen ländlichen Gebieten unzureichend, d.h. in der Regel nicht mit europäischen technischen und hygienischen Standards vergleichbar.
Nicht nur deshalb sollte unbedingt vor Reiseantritt eine Auslandsreise-Krankenversicherung abgeschlossen werden, die einen Rücktransport im Notfall mit einschließt.
Lassen Sie sich vor einer Reise nach Paraguay durch eine tropenmedizinische Beratungsstelle/einen Tropenmediziner/Reisemediziner beraten, beispielsweise www.dtg.org

Bitte beachten Sie neben unserem generellen Haftungsausschluss den folgenden wichtigen Hinweis:

Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der medizinischen Informationen sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Die Angaben sind:

  • zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes;
  • auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten;
  • immer auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden zu sehen. Eine vorherige eingehende medizinische Beratung durch einen Arzt / Tropenmediziner ist im gegebenen Fall regelmäßig zu empfehlen;
  • trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder immer völlig aktuell sein.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

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