Antarktis: Anreise
Fliegen
Linienflugverbindungen im klassischen Sinne gibt es in die Antarktis nicht. Während der antarktischen Sommersaison werden jedoch spezielle Touristenflüge angeboten – vorwiegend von Punta Arenas im Süden Chiles zur King-George-Insel in den Südlichen Shetlandinseln. Diese Flüge sind das Herzstück von sogenannten Fly-Cruise-Programmen, die es Reisenden ermöglichen, die oft raue Überquerung der Drake-Passage per Schiff zu umgehen und direkt vor Ort an Bord eines Expeditionsschiffs zu gehen.
Spezialexpeditionen ins antarktische Innere:
Darüber hinaus arrangieren spezialisierte Veranstalter Charterflüge in das antarktische Festlandinnere. Diese Maschinen fliegen saisonale Basislager an, von denen aus Expeditionen weiter in entlegene Regionen bis hin zum Südpol starten. Solche Reisen erfordern extremen organisatorischen Aufwand, spezialisierte Ausrüstung und sind deutlich seltener als Besuche der Antarktischen Halbinsel.
Flugzeug Anmerkungen
Flüge in die Antarktis hängen extrem stark von den aktuellen Wetterbedingungen ab und können jederzeit kurzfristig verschoben oder abgesagt werden. Reisende sollten daher in ihrer gesamten Reiseplanung stets ausreichend Puffer und Flexibilität einplanen, um wetterbedingte Verzögerungen oder Flugausfälle problemlos ausgleichen zu können.
Mit dem Schiff anreisen
Die große Mehrheit der Besucher erreicht die Antarktis mit Expeditionsschiffen. Das wichtigste Ausgangstor für Reisen zur Antarktischen Halbinsel ist das südargentinische Ushuaia, gefolgt von Punta Arenas in Chile sowie weiteren Häfen in Südamerika. Viele Routen beinhalten zudem Stopps auf den Falklandinseln (Islas Malvinas) und in Südgeorgien.
Die Drake-Passage und Reisedauer:
Die Überquerung der berüchtigten Drake-Passage von Ushuaia zur Antarktischen Halbinsel dauert je nach See- und Wetterbedingungen in der Regel rund zwei Tage pro Richtung. Die Schiffsreisen finden ausschließlich während des antarktischen Sommers zwischen November und März statt.
Spezialrouten (Rossmeer & Ostantarktis):
Ein weitaus kleinerer Teil der Expeditionen steuert das Rossmeer und die Ostantarktis an; diese starten meist im australischen Hobart oder in den neuseeländischen Häfen Lyttelton und Bluff. Diese Fahrten sind deutlich länger und anspruchsvoller als Touren zur Halbinsel.
Anlandungen und IAATO-Regularien:
Antarktische Routen hängen stark von Wetter, Meereis und den lokalen Bedingungen ab, weshalb geplante Anlandungsorte flexibel angepasst werden müssen. Für die Landgänge nutzen die Expeditionsschiffe kleine Schlauchboote (Zodiacs). Gemäß den IAATO-Vorschriften dürfen Schiffe mit bis zu 500 Passagieren Anlandungen durchführen, wobei sich jedoch in der Regel maximal 100 Personen gleichzeitig an Land aufhalten dürfen. Größere Schiffe mit mehr als 500 Passagieren bieten ausschließlich reine Rundfahrten ohne Landgänge an.