'.$imageAlt.'

FOLGE UNS

Der Derreiseführer > Guides > Karibik > Haiti

Haiti: Länderinfos

Überblick

Bergige Landschaft und tropisches Klima sind Zutaten, die Haiti zu einer Urlaubsdestination machen könnten, aber Jahrzehnte der Armut, Krisenanfälligkeit und Gewalt, besonders seit den 1980er Jahren, haben dies fast vollständig unmöglich und Haiti zum ärmsten Land der Amerikas gemacht.
Haiti teilt sich die Insel Hispaniola mit der Dominikanischen Republik.
Unter der brutalen Diktatur von Francois 'Papa Doc' Duvalier und seinem Sohn Jean-Claude ('Baby Doc') wurde politischer Widerspruch systematisch ausgerottet und politische Gegner eingesperrt oder umgebracht. Als Jean-Bertrand Aristide 1990 gewählt wurde, sah es für Haiti besser aus, aber kurze Zeit später wurde er von der Armee gestürzt.
Wirtschaftliche Sanktionen und ein US-Militäreingriff verhalfen dem Land zwar 1994 zu einer verfassungsmäßigen Regierung, aber die Situation verbesserte sich auf Grund von Vorwürfen des Wahlbetrugs und der andauernden Folter und Brutalitäten nicht.

Wichtige Fakten

Fläche:

27.750 qkm.

Offizieller Name:

Republik Haiti.

Bevölkerung:

10.848.175 (UNO Schätzung 2016).

Bevölkerungsdichte:

360 pro qkm.

Hauptstadt:

Port-au-Prince.

Staatsform:

Präsidialrepublik seit 1987. Verfassung von 1987. Zweikammerparlament: Abgeordnetenhaus mit 82 Mitgliedern, Senat mit 27 Mitgliedern. Unabhängig seit 1804 (ehemalige französische Kolonie).

Staatsoberhaupt:

Jovenel Moïse, seit Februar 2017.

Regierungschef:

Interim-Premierminister: Pierre Josué Agénor Cadet, seit September 2019.

Elektrizität:

110 V, 60 Hz.

Haiti: Reise- und Sicherheitsinformationen

Stand - Tue, 08 Oct 2019 12:45:00 +0100
(Unverändert gültig seit: Tue, 08 Oct 2019 12:50:22 +0100)

Lagen können sich schnell verändern und entwickeln. Wir empfehlen Ihnen:
- Verfolgen Sie Nachrichten und Wetterberichte
- Achten Sie auf einen ausreichenden Reisekrankenversicherungsschutz
- Abonnieren Sie unseren Newsletter oder nutzen Sie unsere App „Sicher Reisen"
- Folgen Sie uns auf Twitter: AA_SicherReisen
- Registrieren Sie sich in unserer Krisenvorsorgeliste

Letzte Änderungen:
Aktuelles
Gesundheit (Redaktionelle Änderungen)

Aktuelles

Gewalttätige Proteste und Unruhen haben sich aufgrund der andauernden instabilen Lage in Port-au-Prince und einigen Provinzstädten seit Anfang September 2019 abermals verschärft. Es kommt wiederholt zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen durch zum Teil brennende Straßenblockaden sowie zu Engpässen in der Wasser-, Lebensmittel- sowie Benzinversorgung. Sicherheitskräfte gehen mit Tränengas und auch Schusswaffen gegen Demonstranten vor.
Mit einer weiteren Verschärfung der prekären Sicherheitslage muss gerechnet werden.

  • Halten Sie sich vor Ort über die Medien und Sozialen Medien informiert.
  • Verzichten Sie während der Proteste möglichst auf sämtliche Bewegungen und bleiben Sie in sicheren Unterkünften.
  • Sollten Sie sich vor Ort unsicher fühlen, ziehen Sie in Erwägung, das Land vorübergehend mit kommerziellen Mitteln zu verlassen.
  • Versorgen Sie sich mit Wasser, Lebensmitteln und Benzin, wenn es ruhig ist.
  • Halten Sie bei Autofahrten Fenster und Türen geschlossen und verriegelt und versuchen Sie nicht, Straßenblockaden zu durchbrechen.
  • Meiden Sie alle Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.

Sicherheit

Von Reisen nach Haiti wird derzeit abgeraten.

Terrorismus

Innenpolitische Lage

Die politische und soziale Lage im Land ist sehr angespannt. Seit Februar 2019 haben landesweite Protestaktionen weiter zugenommen, mit denen der Rücktritt des Präsidenten erzwungen werden soll. Nach kurzfristiger Beruhigung haben sich seit Juni 2019 Proteste erneut verschärft.
Es kommt regelmäßig zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, auch mit Schusswaffengebrauch, und Straßenblockaden. Auch die Zufahrt zu den internationalen Flughäfen Port-au-Prince und Cap Haitien kann zeitweise blockiert  sein. Die Polizei ist nicht immer in der Lage, Sicherheit und Ordnung wirksam herzustellen.

  • Informieren Sie sich vor Bewegungen im Lande über lokale Medien, einschließlich sozialer Medien.
  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen der Sicherheitskräfte.

Kriminalität

Das allgemeine Kriminalitätsniveau ist hoch. Vor allem in Port-au-Prince sind Ausländer, die grundsätzlich als wohlhabend gelten, bevorzugte Opfer von Raubüberfällen. Besonders bei und nach der Erledigung von Bankgeschäften, aber auch nach Einbruch der Dunkelheit in der Nähe von höherklassigen Restaurants kommt es zu gezielten bewaffneten Überfällen. Auch auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt werden Ankommende oft zu Opfern von Gewalttaten. Daneben existiert auch die allgemeine Straßenkriminalität, deren Opfer eher zufällig ausgewählt werden.

  • Vermeiden Sie soweit möglich Bargeldabhebungen bei Banken und nutzen Sie stattdessen Kreditkarten.
  • Bei unaufschiebbarem Bargeldbedarf nutzen Sie Geldautomaten in den großen Supermärkten, die besser bewacht sind.
  • Verwahren Sie Wertsachen möglichst an einem sicheren Ort (Hotelsafe) und lassen Sie sie nicht im Auto liegen.
  • Achten Sie besonders auf Ihre Reisepapiere (Pass, Ticket, etc.). Das Mitführen von Kopien reicht z.B. bei Ausflügen meist aus.
  • Vermeiden Sie die Ankunft am Flughafen nach Einbruch der Dunkelheit und lassen Sie sich möglichst von einer Vertrauensperson abholen. Teilen Sie ihre Ankunftsdaten nur wenigen zuverlässigen Personen mit.
  • Verzichten Sie insbesondere in Port-au-Prince auf die Nutzung von Sammel- und Motorradtaxis und gehen Sie nicht zu Fuß.
  • Leisten Sie bei einem Überfall keine Gegenwehr und vermeiden Sie eine Gewalteskalation.
  • Vermeiden Sie in jedem Fall einen Aufenthalt in folgenden Vierteln von Port- au-Prince, die weitgehend von kriminellen Banden kontrolliert werden: Cité Soleil, Martissant, Carrefour, Bel Air, Cité Militaire und Jean-Marie Vincent..

Naturkatastrophen

In Mexiko, in Zentralamerika, der Karibik und den südlichen Bundesstaaten der USA ist von Juni bis Ende November Wirbelsturmsaison.

Haiti liegt in einer seismisch aktiven Zone, so dass mit Erdbeben gerechnet werden muss. An den Küsten können nach Seebeben auch Tsunamis auftreten.

Reiseinfos

Sprache

Grundkenntnisse in Französisch, zur Not auch Englisch oder Spanisch, sind für Reisen nach Haiti unabdingbar. Der überwiegende Teil der haitianischen Bevölkerung spricht jedoch ausschließlich haitianisches Kréol, eine Mischung aus Französisch und afrikanischen Sprachen.

Infrastruktur/Verkehr

Die offiziellen Grenzübergänge zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti sind nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang geöffnet. Es muss mit stundenlangen Wartezeiten und unangekündigten Schließungen der Grenze sowie mit Demonstrationen auf beiden Seiten der Grenze gerechnet werden. Der illegale Grenzübertritt ist strafbar und lebensgefährlich.

Statt Warndreiecken verwendet man in Haiti grüne Zweige, die in einigem Abstand vor einem Pannenfahrzeug auf der Straße liegen und zur Vorsicht mahnen.

Die gesamte Infrastruktur des Landes (Gesundheitssystem, Straßennetz, Telekommunikation, Wasser- und Energieversorgung etc.) funktioniert nur eingeschränkt.

Die Mobilfunkabdeckung ist in den Städten meist gewährleistet, jedoch nicht in ländlichen Gebieten.

  • Seien Sie bei Überlandfahrten besonders vorsichtig. Überholmanöver an unübersichtlichen Stellen sind keine Seltenheit.
  • Vermeiden Sie Überlandfahrten nach Einbruch der Dunkelheit.
  • Wenn Sie allein unterwegs sein sollten, hinterlassen Sie im Hotel oder bei Bekannten Hinweise zur Reiseroute, -dauer und Erreichbarkeit.
  • Kehren Sie um, wenn Sie an eine Straßenblockade kommen, die erkennbar nicht von der Polizei kontrolliert wird; warrten Sie nicht in unmittelbarer Nähe auf die Räumung einer solchen Blockade.

Führerschein

Der Internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

LGBTIQ

In Haiti herrscht eine latente Homophobie, die sich insbesondere gegen eine rechtliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen richtet. Im Alltag sind allerdings keine gegen Ausländer gerichteten Diskriminierungen bekannt geworden. Allerdings liegt dem Parlament derzeit ein Gesetzentwurf vor, der homosexuelle Ehen ausdrücklich untersagen würde und die Befürwortung dieser Ehen unter Strafe stellen würde. Ob und wann dieser Entwurf verabschiedet werden wird ist derzeit offen.

Strafrecht

Der Besitz, der Konsum und der Handel mit Drogen werden hart bestraft. Mit langen Gerichtsverfahren und Haftstrafen unter sehr schlechten Bedingungen sind bei Strafverfolgung zu rechnen.

  • Vermeiden Sie unter allen Umständen, Briefe, Päckchen etc. für andere Personen mit über die Grenze zu nehmen und transportieren Sie sie auch nicht innerhalb des Landes, ohne deren Inhalt zu kennen.

Geld/Kreditkarten

Gesetzliches Zahlungsmittel ist der Haitianische Gourde-HTG. Daneben ist eine Bezahlung in US-Dollar häufig möglich. Euro oder andere Währungen werden nur in Ausnahmefällen akzeptiert. Beschaffung von HTG kann in Port-au -Prince und einigen Provinzstädten an Geldautomaten erfolgen, die allerdings nicht immer zuverlässig funktionieren. Auf Märkten und kleineren Lokalen erfolgen Preisangaben zum Teil in Dollar, wobei damit die Fiktivwährung haitianischer Dollar gemeint ist (1,- haitianischer Dollar = 5,- Gourdes).

Internationale Kreditkarten werden in den größeren Hotels, Restaurants und in den großen Supermärkten der Hauptstadt akzeptiert.

  • Heben Sie Haitianische Währung mit Kreditkarten an Bankautomaten der großen Supermärkte ab oder tauschen Sie dort US-Dollar gegen HTG.
  • Bringen Sie eine gewisse Menge Bargeld in US-Dollar mit.

Einreise und Zoll

Einreise- und Einfuhrbestimmungen für deutsche Staatsangehörige können sich kurzfristig ändern, ohne dass das Auswärtige Amt hiervon vorher unterrichtet wird. Rechtsverbindliche Informationen und/oder über diese Hinweise hinausgehende Informationen zu den Einreise- und Zollbestimmungen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie nur direkt bei den Vertretungen Ihres Ziellandes.
Die Zollbestimmungen für Deutschland können Sie auf der Webseite des deutschen Zolls  und per App "Zoll und Reise" finden oder dort telefonisch erfragen.

Reisedokumente

Die Einreise ist für deutsche Staatsangehörige mit folgenden Dokumenten möglich:

  • Reisepass:  ja
  • Vorläufiger Reisepass: nein
  • Personalausweis: nein
  • Vorläufiger Personalausweis: nein
  • Kinderreisepass: ja

Anmerkungen/Mindestrestgültigkeit:
Reisedokumente müssen im Zeitpunkt der Einreise noch mindesten sechs Monate gültig sein.

Visum

Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten kein Visum. Bei Ankunft müssen ein Einreiseformular und eine Zolldeklaration ausgefüllt werden. Ein Abschnitt des Einreiseformulars muss bei der Ausreise wieder vorgelegt werden.

Ein Flugschein für die Weiter- bzw. Rückreise muss ebenfalls vorliegen.

Für Aufenthalte von mehr als drei Monaten Dauer müssen Sie vor der Einreise ein Visum bei der zuständigen haitianischen Auslandsvertretung beantragen.

Ein- und Ausreise

Touristen und Geschäftsreisende müssen bei Einreise eine Tourismussteuer in Höhe von 10,- US-Dollar zahlen. Diese Steuer kann alternativ auch in Euro oder kanadischen Dollar (jeweils 10,-) bezahlt werden.

Bei Ausreise werden Steuern/Gebühren erhoben. Diese sind bei den internationalen Fluglinien im Ticketpreise integriert. Auf dem Landweg ist die Steuer an der Grenze zu zahlen, zuletzt 30,-US-Dollar plus 600,-Gourdes. Bei den regelmäßigen zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik verkehrenden Buslinien wird sie ebenfalls mit dem Fahrschein bezahlt.

  • Füllen Sie die Einreiseformulare vollständig aus und bewahren Sie den abgestempelten Abschnitt des Formulars für Ihre ausreise gut auf.
  • Bei individueller Anreise auf dem Landweg sollten Sie ausreichend Bargeld in kleiner Stückelung mitführen, um die Einreisegebühren passend bezahlen zu können.

Minderjährige

Es sind keine besonderen Bestimmungen für die Einreise von Minderjährigen bekannt.

Einfuhrbestimmungen

Dem Auswärtigen Amt liegen keine Hinweise auf besondere Zollvorschriften vor. Teilweise werden in Haiti Produkte von Tieren angeboten, die dem internationalen Artenschutzabkommen unterliegen und deren Einfuhr in die EU und die meisten anderen Staaten unter Strafe verboten ist. 

Gesundheit

Aktuelles

Cholera kann in Haiti über ungenügend aufbereitetes Trinkwasser oder rohe Lebensmittel übertragen werden. Nur ein kleiner Teil, der an Cholera infizierten Menschen, erkrankt und von diesen wiederum die Mehrzahl mit einem vergleichsweise milden, klinischen Verlauf, siehe Cholera.

Die WHO hat im Januar 2019 das Verzögern oder Auslassen von Impfungen zur Bedrohung der globalen Gesundheit erklärt. Insbesondere der fehlende Impfschutz gegen Masern birgt bei international steigenden Fallzahlen ein hohes Risiko.

  • Überprüfen Sie im Rahmen der Reisevorbereitung Ihren sowie den Impfschutz Ihrer Kinder gegen Masern und lassen diesen ggf. ergänzen.

Impfschutz

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben. Bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist für alle Reisenden ab dem vollendeten ersten Lebensjahr eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.

  • Achten Sie darauf, dass sich bei Ihnen und Ihren Kindern die Standardimpfungen gemäß Impfkalender des Robert-Koch-Instituts auf dem aktuellen Stand befinden.
  • Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Typhus und Hepatitis A, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Tollwut und Cholera empfohlen.
  • Aktuelle, detaillierte Reiseimpfempfehlungen für Fachkreise bietet die DTG.

Zika-Virus-Infektion

Die vorrangig durch tagaktive Aedes-Mücken übertragene Infektion mit Zika-Viren kann in der Schwangerschaft zu Fehlbildungen beim Kind führen sowie neurologische Komplikationen beim Erwachsenen hervorrufen.

Dengue-Fieber

Dengue-Viren werden landesweit durch tagaktive Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung geht in der Regel mit Fieber, Hautausschlag sowie ausgeprägten Gliederschmerzen einher und betrifft zunehmend auch Reisende. In seltenen Fällen treten insbesondere bei Kindern schwerwiegende Komplikationen inkl. möglicher Todesfolge auf. Insgesamt sind Komplikationen bei Reisenden jedoch selten. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie gegen Dengue-Fieber, siehe Merkblatt Dengue-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Dengue-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Chikungunya

Chikungunya-Viren werden von tagaktiven Aedes-Mücken übertragen. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch hohes Fieber und unter Umständen länger anhaltenden Gelenk- und Muskelschmerzen. Die Beschwerden können oft nicht eindeutig von anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen unterschieden werden. Chikungunya-Fieber heilt nicht immer folgenlos aus, selten kommt es zu lang anhaltenden rheuma-ähnlichen Beschwerden. Es existiert weder eine Impfung bzw. Chemoprophylaxe noch eine spezifische Therapie, siehe Merkblatt Chikungunya-Fieber.

  • Schützen Sie sich zur Vermeidung von Chikungunya-Fieber im Rahmen einer Expositionsprophylaxe insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen.

Malaria

Malaria wird durch dämmerungs- und nachtaktive Anopheles-Mücken übertragen. Unbehandelt verläuft insbesondere die gefährliche Malaria tropica bei nicht-immunen Europäern häufig tödlich. Die Erkrankung kann noch Wochen bis Monate nach Aufenthalt im Risikogebiet ausbrechen, siehe Merkblatt Malaria.

  • Stellen Sie sich beim Auftreten von Fieber während oder auch noch Monate nach einer entsprechenden Reise schnellstmöglich beim Arzt vor und weisen Sie ihn auf den Aufenthalt in einem Malariagebiet hin.

Ganzjährig besteht ein geringes Risiko im ganzen Land unter 600m, auch in den Städten. Ein minimales Risiko besteht in Port-au-Prince. Schützen Sie sich zur Vermeidung von Malaria im Rahmen einer Expositionsprophylaxe konsequent vor Insektenstichen. Speziell sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Tragen Sie körperbedeckende, helle Kleidung (lange Hosen, lange Hemden).
  • Applizieren Sie wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen, tagsüber (Dengue) sowie in den Abendstunden und nachts (Malaria).
  • Schlafen Sie ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz. 

Je nach Reiseprofil ist neben der notwendigen Expositionsprophylaxe zudem eine Chemoprophylaxe (Tabletteneinnahme) sinnvoll. Hierfür sind verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente (z. B. Atovaquon-Proguanil, Doxycyclin, Mefloquin) auf dem deutschen Markt erhältlich.

  • Besprechen Sie die Auswahl der Medikamente und deren persönliche Anpassung sowie Nebenwirkungen bzw. Unverträglichkeiten mit anderen Medikamenten vor der Einnahme mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner.
  • Die Mitnahme eines ausreichenden Vorrats wird empfohlen.

HIV/AIDS

Durch sexuelle Kontakte, bei Drogengebrauch (unsaubere Spritzen oder Kanülen) und Bluttransfusionen besteht grundsätzlich ein hohes HIV-Übertragungsrisiko.

  • Verwenden Sie stets Kondome, insbesondere bei Gelegenheitsbekanntschaften.

Durchfallerkrankungen

Bei Durchfallerkrankungen handelt es sich um häufige Reiseerkrankungen, siehe Merkblatt Durchfallerkrankungen. Durch eine entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene lassen sich die meisten Durchfallerkrankungen und auch Cholera (s.u.) jedoch vermeiden. Zum Schutz Ihrer Gesundheit beachten Sie daher folgende grundlegende Hinweise:

  • Trinken Sie ausschließlich Wasser sicheren Ursprungs, nie Leitungswasser. Durch Kauf von Flaschenwasser mit Kohlensäure kann eine bereits zuvor geöffnete Flasche leichter identifiziert werden.
  • Benutzen Sie unterwegs auch zum Geschirrspülen und Zähneputzen möglichst Trinkwasser.
  • Falls kein Flaschenwasser zur Verfügung steht, verwenden Sie gefiltertes, desinfiziertes oder abgekochtes Wasser.
  • Kochen oder schälen Sie Nahrungsmitteln selbst.
  • Halten Sie unbedingt Fliegen von Ihrer Verpflegung fern.
  • Waschen Sie sich so oft wie möglich mit Seife die Hände, stets jedoch vor der Essenszubereitung und vor dem Essen.
  • Wenn möglich, desinfizieren Sie Ihre Hände mit Flüssigdesinfektionsmittel.

Cholera

Cholera wird über ungenügend aufbereitetes Trinkwasser oder rohe Lebensmittel übertragen und kann daher gut durch entsprechende Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene vermieden werden. Nur ein kleiner Teil der an Cholera infizierten Menschen erkrankt und von diesen wiederum die Mehrzahl mit einem vergleichsweise milden Verlauf. Die Indikation für eine Choleraimpfung ist nur sehr selten gegeben, in der Regel nur bei besonderen Expositionen wie z.B. der Arbeit im Krankenhaus mit Cholerapatienten, siehe Merkblatt Cholera.

  • Lassen Sie sich hinsichtlich Ihres Risikoprofils ggf. durch einen Tropen- oder Reisemediziner beraten.

Leptospirose

Ganzjährig kann die Leptospirose vereinzelt durch mit Nagetiersekreten kontaminiertes u.a. Wasser übertragen werden.
Diese bakterielle Infektion verläuft meist wie ein milder grippaler Infekt, kann in seltenen Fällen jedoch auch zu schwerwiegender Beteiligung der Leber und Nieren führen.
Bei zu erwartender Exposition kann im Einzelfall nach sorgsamer Risikoabwägung durch einen Reise- bzw. Tropenmediziner eine medikamentöse Prophylaxe mit Doxycyclin erfolgen.

Medizinische Versorgung

Das Angebot zur Gesundheits- und Notfallversorgung ist in der Hauptstadt und insbesondere in ländlichen Gebieten unzureichend, d.h. in der Regel nicht mit europäischen technischen und hygienischen Standards vergleichbar.

  • Schließen Sie für die Dauer des Auslandsaufenthaltes eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung ab. Ausführliche Informationen bietet die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland.
  • Nehmen Sie eine individuelle Reiseapotheke mit und schützen Sie diese unterwegs gegen hohe Temperaturen, siehe Merkblatt Reiseapotheke.
  • Lassen Sie sich vor einer Reise durch tropenmedizinische Beratungsstellen, Tropenmediziner oder Reisemediziner persönlich beraten und Ihren Impfschutz anpassen, auch wenn Sie aus anderen Regionen schon Tropenerfahrung haben. Entsprechende Ärzte finden Sie z. B. über die DTG.

Bitte beachten Sie neben dem generellen Haftungsausschluss: 

  • Alle Angaben sind zur Information medizinisch Vorgebildeter gedacht. Sie ersetzen nicht die Konsultation eines Arztes.
  • Die Empfehlungen sind auf die direkte Einreise aus Deutschland in ein Reiseland, insbes. bei längeren Aufenthalten vor Ort, zugeschnitten. Für kürzere Reisen, Einreisen aus Drittländern und Reisen in andere Gebiete des Landes können Abweichungen gelten.
  • Alle Angaben sind stets auch abhängig von den individuellen Verhältnissen des Reisenden und erfordern ggf. eine medizinische Beratung.
  • Die medizinischen Hinweise sind trotz größtmöglicher Bemühungen immer nur ein Beratungsangebot. Sie können weder alle medizinischen Aspekte abdecken, noch alle Zweifel beseitigen oder stets vollkommen aktuell sein. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

Länderinfos zu Ihrem Reiseland

Hier finden Sie Adressen zuständiger diplomatischer Vertretungen und Informationen zur Politik und zu den bilateralen Beziehungen mit Deutschland.

Mehr

Weitere Hinweise für Ihre Reise

Weitere wichtige Hinweise für Ihre Reise