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Armenien: Mobilität vor Ort

Flugreisen

In Armenien werden keine Inlandflüge durchgeführt.

 

Straßenverkehr

Das rund 11.300 Kilometer lange Straßennetz ist um die Hauptstadt Jerewan am dichtesten; von hier aus führen Straßen in alle Landesteile. Das Auto oder der Bus ist das Hauptverkehrsmittel, um Armenien zu erkunden. Dank der kompakten Größe des Landes lassen sich selbst große Distanzen in kurzer Zeit zurücklegen. Die meisten Hauptreiseziele – darunter der Sewansee, Dilidschan, Gjumri und das Kloster Tatev – sind von Jerewan aus innerhalb weniger Stunden erreichbar. Die Fahrten führen durch spektakuläre Landschaften mit kurvenreichen Bergpässen, tiefen Schluchten und weiten Hochebenen.

Besonders sehenswerte Strecken:

  • Nach Dilidschan: Die Route von Jerewan über den Sewansee bietet weite Ausblicke auf das Wasser, bevor sie in die bewaldeten Hügel der sogenannten „Armenischen Schweiz“ ansteigt.
  • Nach Tatev: Weiter südlich bietet die Fahrt zum Kloster Tatev durch die Worotan-Schlucht dramatische Canyon-Landschaften und eine abgelegene Bergkulisse, was sie zu einer der unvergesslichsten Routen des Landes macht.

Wichtige Hinweise für Autofahrer:

Maut: In Armenien gibt es für Pkw keine mautpflichtigen Straßen.

Tankstellen: In und um Jerewan sowie entlang der Hauptverkehrsstraßen sind Tankstellen ausreichend vorhanden. In abgelegenen, ländlichen Regionen sind sie jedoch dünner gesät, weshalb man rechtzeitig tanken oder bei Fahrten in sehr entlegene Gebiete sicherheitshalber einen Reservekanister mitführen sollte.

Beschilderung & Wetter: Straßenschilder sind im Regelfall auf Armenisch verfasst. Auf den Hauptrouten und in der Nähe von Touristenzielen sind sie jedoch zunehmend auch auf Englisch beschriftet. Besonders zwischen Dezember und Februar kann das Winterwetter die Passstraßen in den Bergen stark beeinträchtigen.

Links- / Rechtsverkehr

Rechtsverkehr

Straßenqualität

Das armenische Straßennetz gliedert sich in drei Kategorien:

  • Fernstraßen (M-Straßen): Sie verbinden die großen Städte, bilden das Rückgrat des Verkehrsnetzes und sind meist in gutem Zustand.
  • Regionalstraßen (H-Straßen): Sie verknüpfen kleinere Städte und regionale Zentren miteinander.
  • Lokalstraßen: Sie sichern die Anbindung von Dörfern und entlegenen Gebieten. Während die Straßennummerierung auf den Hauptrouten gut ausgeschildert ist, wird die Beschilderung in ländlichen Regionen unbeständig oder fehlt teils komplett.

Sicherheitshinweise für den Straßenverkehr: Vor allem abseits der Hauptachsen (H- und Lokalstraßen) muss mit schlecht ausgebauten und mangelhaft gewarteten Fahrbahnen gerechnet werden. Tiefe Schlaglöcher, fehlende Kanaldeckel oder defekte Ampeln sind keine Seltenheit. In den Bergregionen besteht nach Regenfällen zudem die Gefahr von Erdrutschen und Steinschlag. Aufgrund der oft mangelhaften Beleuchtung, unvorhergesehener Straßenschäden oder Tieren auf der Fahrbahn sind Nachtfahrten besonders gefährlich und sollten nach Möglichkeit vermieden werden.

Autoverleih

Mietwagen sind sowohl am internationalen Flughafen Swartnoz als auch im Stadtgebiet von Jerewan problemlos erhältlich. Neben großen internationalen Autovermietungen gibt es auch zahlreiche lokale Agenturen. Für die Hauptreisezeit im Sommer wird eine frühzeitige Vorausbuchung dringend empfohlen.

Fahrzeugwahl und Fahrtipps:

  • Allradfahrzeug (4WD): Für die gut ausgebauten Hauptstrecken reicht ein normaler Pkw völlig aus. Für Fahrten in entlegenere Bergregionen oder zu abgelegenen Sehenswürdigkeiten ist ein Allradfahrzeug jedoch sehr ratsam.
  • Alternative mit Fahrer: Da die Fahrweise im armenischen Straßenverkehr oft gewöhnungsbedürftig und defensives Fahren eher selten ist, kann es eine Überlegung wert sein, statt eines reinen Mietwagens ein Fahrzeug inklusive Fahrer zu buchen. Dies ist im Landesvergleich relativ günstig und nimmt den Stress aus der Reise.

Mietbedingungen:

Das gesetzliche Mindestalter für Autofahrer liegt bei 18 Jahren. Viele Autovermietungen setzen jedoch ein Mindestalter von 21 Jahren voraus. Zudem fallen für Fahrer unter 25 (bzw. 26) Jahren sowie für ältere Fahrer über 69 Jahren bei vielen Anbietern zusätzliche Gebühren an.

Taxi

Taxis sind in Armenien überall verfügbar und im internationalen Vergleich sehr günstig. Für die Fortbewegung gibt es zwei gängige Optionen:

  • Ride-Hailing-Apps (Empfohlen): In Jerewan und anderen größeren Städten sind Fahrvermittlungs-Apps wie Yandex Go und GG der Standard. Sie sind sehr zuverlässig und bieten den großen Vorteil einer transparenten, vorab feststehenden Preisgestaltung, wodurch Sprachbarrieren und Preisverhandlungen entfallen.

  • Klassische Straßentaxis: Traditionelle Taxis können direkt am Straßenrand herangewunken oder telefonisch bestellt werden. Da Taxameter hier jedoch häufig fehlen oder nicht eingeschaltet werden, sollte der Fahrpreis unbedingt vor dem Einstieg verbindlich vereinbart werden.

Inoffizielle Mitfahrgelegenheiten: Besonders in ländlichen Regionen, in denen keine Transport-Apps verfügbar sind, ist es nach wie vor üblich, auch private Pkw am Straßenrand per Handzeichen anzuhalten. Man nutzt diese als inoffizielle Taxis und steuert einen kleinen, vorab vereinbarten Geldbetrag zur Fahrt bei.

 

Fahrrad

Das Erkunden Armeniens mit dem Fahrrad ist möglich, stellt Reisende jedoch vor logistische und körperliche Herausforderungen.

Infrastruktur und Bedingungen: Eine spezielle Fahrrad-Infrastruktur ist im Land kaum vorhanden, insbesondere außerhalb der Hauptstadt. Langstrecken-Radfahrten sind aufgrund des stark bergigen Terrains, enger Straßen und unvorhersehbarer Fahrbahnoberflächen sehr anspruchsvoll. Zudem erfordert der oft dichte und offensive Autoverkehr auf den Hauptstraßen erhöhte Vorsicht. Für erfahrene Radfahrer und Mountainbiker bieten die malerischen Hochlandrouten in den wärmeren Monaten jedoch spektakuläre Erlebnisse.

Fahrradverleih und Touren: In Jerewan gibt es eine Vielzahl an Fahrradverleihern und Agenturen, die neben dem reinen Verleih oft auch geführte (Mountainbike-)Touren in die umliegenden Regionen anbieten. Zudem stehen im Stadtgebiet von Jerewan mittlerweile moderne, App-basierte E-Bike- und Roller-Sharing-Systeme für kurze Strecken zur Verfügung.

 

Reisebus

Armenien verfügt über ein weitverzweigtes und sehr günstiges Busnetz. Es verbindet sowohl die größeren Städte untereinander als auch die regionalen Zentren mit den umliegenden Dörfern.

Fahrzeugtypen und Komfort:

  • Marschrutkas & Minivans: Diese Sammel-Minibusse bedienen eine Vielzahl von Routen und sind das flexibelste Verkehrsmittel. Auf Zuruf kann man sie oft auch am Straßenrand anhalten, um zuzusteigen. Während auf den Hauptachsen modernere Fahrzeuge zum Einsatz kommen, variiert der Komfortstandard auf Strecken in abgelegenere Dörfer stark.

  • Fernbusse: Auf stark frequentierten Strecken – wie beispielsweise zwischen Jerewan und Gjumri – verkehren größere, komfortablere Fernbusse.

Fahrpläne und Ticketkauf: Bei den klassischen Minibussen in ländliche Regionen gibt es selten strikte Fahrpläne; die Fahrzeuge fahren meist erst dann ab, wenn alle Sitzplätze belegt sind. Auf den Hauptrouten zwischen größeren Städten wird jedoch zunehmend nach festen Abfahrtszeiten gefahren. Fahrkarten für Minibusse werden im Fahrzeug direkt beim Fahrer in bar bezahlt. Für die großen Fernbusse sind Tickets an den Busbahnhöfen (z. B. dem Kilikia-Busbahnhof in Jerewan) erhältlich.

Bestimmungen

Verkehrsbestimmungen:
- Ein Feuerlöscher ist mitzuführen;
- Promillegrenze: 0,0 ‰.

Geschwindigkeitsbeschränkungen:
- innerorts: 60 km/h;
- außerorts: 90 km/h bzw. nach Beschilderung.

Unterlagen

Ein ausländischer nationaler Führerschein ist in Armenien befristet gültig, wenn er in einem Land ausgestellt wurde, das das Wiener Straßenverkehrsübereinkommen von 1969 oder das Genfer Straßenverkehrsübereinkommen von 1949 unterzeichnet und ratifiziert hat, wie zum Beispiel Deutschland, Österreich, die Schweiz, Australien, Kanada und die USA. Touristen aus diesen Ländern wird die Mitnahme des Internationalen Führerscheins als Zusatzdokument empfohlen. Der Internationale Führerschein als Zusatzdokument ist in Armenien zwingend erforderlich, wenn der ausländische nationale Führerschein nicht in lateinischer Schrift oder ohne Passbild ausgestellt wurde.

 

In der Stadt unterwegs

Eriwan kann mit U-Bahn, Bussen, Oberleitungsbussen, Minibussen oder Taxis erkundet werden; das Zentrum auch gut zu Fuß. Die U-Bahn verkehrt von 06.30-23.00 Uhr im 5-Minuten-Takt. Taxis können auf der Straße angehalten oder telefonisch bestellt werden.

 

Bahn

Der Bahnverkehr in Armenien wird hauptsächlich vom Eisenbahnunternehmen Harawkowkasjan Jerkatughi (HJe) betrieben, einer Tochtergesellschaft der Russischen Eisenbahnen (RŽD).

Einige Bahnstrecken wurden teils aus politischen Gründen eingestellt. Noch befahren werden die Strecken Eriwan-Ayrum (Fahrtzeit: 6 Std. 5 Min.), Eriwan-Jerasch (Fahrtzeit: 1 Std. 32 Min.) und Eriwan-Shorzha (2 Std. 58 Min.). Die Strecken sind in einem schlechten Zustand und können teilweise nur mit 30 km/h befahren werden.