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Paris at night
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Paris Reiseführer

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Paris Ortszeit

Paris ist die tollste Stadt der Welt. Londoner und New Yorker mögen das bestreiten. Aber in den Disziplinen Architektur, Schönheit, Kunstgeschichte, Gastronomie und pure Extravanganz gewinnt immer Paris. Auch die Besucherzahlen bestätigen das.

Für manche ist Paris eine Stadt der Romantik, wie es das berühmte Foto von Doisneau von zwei Liebenden in scheinbar ewiger Umarmung verkörpert, für andere ist die französische Hauptstadt je nach Sichtweise ein inspirierender Wohnort von Schriftstellern und Künstlern oder ein Mekka der Vergnügungen.

Wohl jeder verbindet mit legendären Adressen wie dem Hôtel Ritz am Place Vendôme Nr. 15 die Vorstellung von purem Luxus. Hinsichtlich ihrer Geschichte, Architektur und Kultur, um nur einige Aspekte zu nennen, ist Paris in jedem Fall eine faszinierende Stadt.

Von der Seine wird die Metropole in zwei Hälften geteilt, in das Rive Droite (Rechte Ufer) nördlich der Seine und das Rive Gauche (Linke Ufer) südlich des Flusses. 37 Brücken überspannen in Paris den Fluss. Die neueste ist die Fußgängerbrücke "Passarelle Simone de Beauvoir".

Paris hat nur eine Ausdehnung von zehn mal elf Kilometern und kann leicht zu Fuß oder mit dem ausgezeichneten öffentlichen Verkehrsnetz erkundet werden

Die Orientierung wird durch die Einteilung der Stadt in 20 Arrondissements (hier als 1. bis 20. Arr. bezeichnet, im Französischen als 1er bis 20e) erleichtert, deren Nummerierung spiralförmig verläuft, bei der Île de la Cité im Zentrum beginnt und am Porte de Montreuil am östlichen Rand der Stadt endet.

Die Geschichte von Paris kann man überall in den sehr unterschiedlichen Bezirken entdecken. Im hügeligen, dörflich wirkenden Montmartre entstand 1871 die Pariser Kommune, und im Marais fühlt man sich an das mittelalterliche Paris erinnert, dessen kurvige Straßen einen starken Kontrast zu den breiten, geordneten Haussmann-Boulevards bilden, mit denen Napoleon III. die aufständischen Volksmassen in Schach halten wollte. Noch heute wird die Stadt von diesen imposanten Prachtstraßen aus dem 19. Jahrhundert dominiert, die hie und da von modernen Akzenten ergänzt werden.

Mit den grands travaux (großen Projekten) von Präsident Mitterrand kamen der Grande Arche de la Défense, die hyper-moderne Opéra de la Bastille und das eindrucksvolle Institut du Monde Arabe hinzu sowie die berühmte Glaspyramide, die man mitten auf dem zentralen Innenhof des Louvre errichtete. Durch Dan Browns Bestseller The Da Vinci Code (Sakrileg) ist die Glaspyramide noch bekannter geworden – sofern das überhaupt noch möglich war.

Die Atmosphäre der Stadt wird aber nicht nur von ihren Wahrzeichen wie Notre Dame de Paris oder dem Eiffelturm beeinflusst, sondern auch von ihrer gemischten Bevölkerung. Das französische Establishment residiert komfortabel im feinen 16. Arrondissement, während die schwarz- und nordafrikanischen Immigranten in bis vor kurzem noch heruntergekommenen Gegenden wie Belleville oder Goutte d’Or lebten.

Zum jüdischen Viertel gehören das etwas schäbige Viertel Sentier und das schicke Marais, im 4. Arrondissement. Letzteres ist auch das Zentrum der Pariser Schwulenszene. Die Modewelt von Paris ist mittlerweilein den Osten der Stadt gezogen. Freundliche, kleine Boutiquen findet man im Bezirk Marais junge Labels am Canal St. Martin zwischen Weinbars, kambodschanischen Restaurants und arabischen Gemischtwarenläden.

Die meisten schwarz- und nordafrikanischen Immigranten der Hauptstadt wohnen heute in Vororten wie Clichy-sous-Bois oder Seine-Saint-Denis. Im Herbst 2005 kam es in den so genannten Banlieues zu bürgerkriegsähnlichen Ausschreitungen, die Frankreich in eine tiefe Krise stürzten.

Der Osten von Paris, das Paris Rive Gauche, hat eine regelrechte Metamorphose erlebt. Die Fußgängerbrücke von Paris, die Passarelle Simone de Beauvoir, verbindet den Park von Bercy am rechten Seineufer mit Paris Rive Gauche. An das ehemalige Industrie- und Handwerkerviertel zwischen dem Bahnhof Austerlitz bis zur Porte d’Evry erinnern nur noch Überreste der Großen Pariser Mühlen, der Mehlhallen und der Hallen der Sudac (ehemalige Fabrik zur Luftkompression).

Heute befindet sich in diesem Viertel ein großes Geschäftszentrum, eine riesige Einkaufszone und etwa 5000 Wohnungen und grüne Oasen entlang des Seineufers, in denen am Wochenende Pariser Familien flanieren. Außerdem steht hier die französische Nationalbibliothek, die im Jahr 1995 von dem Architekten Dominique Perrault entworfen wurde, die Universität Paris-VII-Denis-Diderot sowie ein Kinokomplex mit 14 Sälen.

Das Bassin de la Villette wurde durch zahlreiche Projekte wieder belebt und populär gemacht. Der Platz der Schlacht von Stalingrad im 19. Arrondissement präsentiert sich in neuem Gewand. Die Rotonde Ledoux am Canal St. Martin, einer der Überreste der Fermiers Généraux1, die 1785 die Grenzen der Stadt bildete, ist zu einem Ort kulturellen und festiven Lebens erweckt worden. Die ehemaligen Magasins Généraux2, die sich beidseitig des Bassins befinden, wurden zum Magasin Général Quai de Loire umgebaut: Sie beherbergen u.a. Studentenzimmer, das Kino MK2, Künstlerateliers, ein Restaurant und einen Ausstellungsplatz.

Ein Teil Kino- und Fernsehgeschichte wurde im 19. Arrondissement geschrieben. 1896 entstanden in der rue de la Villette die ersten Gaumont-Studios. Heute befindet sich am Quai de la Loire ein neuer MK2-Multikomplex mit 7 Kinosälen. Gleichzeitig erlebte die Flussschifffahrt, vor allem Ausflüge mit Vergnügungsbooten auf den Kanälen des 19. Arrondissements einen neuen Boom.

Zweiunddreißig Kilometer östlich von Paris liegt der 1992 als Euro Disney Resort eröffnete und 1994 umbenannte Themen- und Vergnügungspark Disneyland Resort Paris, der seitdem Familien aus allen Teilen Europas anzieht.

Die Pariser sind ohne Ausnahme stolz auf ihre Stadt, dennoch lassen sie keine Gelegenheit aus, über das Wochenende auf das Land (vor allem in die Normandie) zu fahren, und im August gibt es eine Massenabwanderung in den Süden. Man ist auf der Suche nach Grün – auch wenn es in der Pariser Innenstadt sehr hübsche Parks gibt (allen voran der Jardin de Luxembourg und der Jardin des Tuileries) – und möchte dem hektischen Pariser Alltagsleben „boulot, métro, dodo” (Arbeit, Métro, Schlaf) entfliehen.

2024 wird Paris erneut der stolze Gastgeber für die Olympischen Spiele sein.