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Sehenswertes in Florenz

Sehenswürdigkeiten in Florenz

Capella Brancacci (Brancacci-Kapelle)

Das auf der anderen Seite des Flusses gelegene, als Oltrarno bekannte Gebiet wurde erst mit der Erweiterung der florentinischen Stadtmauer im 12. Jahrhundert zu einem Teil von Florenz.

Auch heute noch hat es einen ganz eigenen Charakter. Das langsamere Lebenstempo wird von weniger protzigen Bauten und geringeren Touristenzahlen begleitet und belohnt den Abenteuerlustigen mit einem Einblick in das Alltagsleben von Florenz.

Die meisten Besucher allerdings begeben sich auf diese Seite des Flusses, um die berühmte Brancacci-Kapelle in der Kirche Santa Maria del Carmine zu sehen. Wie durch ein Wunder blieb diese Kapelle, in der Fresken von Masaccio, einem Schüler von Masolino und Filippino Lippi, zu sehen sind, von einem Brand im 18. Jahrhundert verschont. Masaccios Gemälde "Der Zinsgroschen" stellt die Szene vor dem Hintergrund des Florenz der Renaissance treffend mit leuchtenden Farben und humorvollen Andeutungen dar, in scharfem Kontrast zu seinem trauervollen Werk "Die Vertreibung aus dem Paradies". Sowohl auf das Paradies-Fresko als auch Masolinos Sündenfall wurde die Öffentlichkeit besonders Ende der 1980er Jahre aufmerksam, als man die Fresken einer Restaurierung unterzog, um die im 19. Jahrhundert aufgeklebten Folien zu entfernen, mit denen man die Genitalien verdeckte.

Adresse: Piazza del Carmine, Florenz
Telefon: (055) 238 21 95 oder 276 82 24
Öffnungszeiten:

Mo und Mi - Sa von 10.00 bis 1700 Uhr und So von 13.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. 

Eintrittsgebühr:

Ja.

behindertengerechte Zugänge: Nein
UNESCO: Nein

Galleria degli Uffizi (Uffizien)

Die wichtigste Kunstsammlung Italiens und eine der reichsten der Welt befindet sich in Vasaris majestätischem Uffizi-Palast und beherbergt die Kunstsammlung der Medici, die der Stadt Florenz 1737 unter der Bedingung geschenkt wurde, dass sie die Stadt niemals verlassen solle.

Der eindrucksvolle Querschnitt italienischer, insbesondere florentinischer Kunst wurde so angeordnet, dass er den Einfluss der sich entwickelnden Techniken und Ideen auf die Künstler hervorhebt. Die riesige Sammlung ist wirklich zu groß, um sie auf einmal zu bewältigen. Besucher mit nur wenig Zeit sollten aber unbedingt einen Blick in die Säle 7-18 werfen, in denen sich einige der größten Attraktionen der Stadt befinden, u. a. Botticellis mythologische Meisterwerke "Geburt der Venus" und "Der Frühling" und Leonardo da Vincis "Verkündigung".

Die Kunst des Mittelalters bildet unter den frühen Werken einen Schwerpunkt, besonders die Schule von Siena, die vor allem von Duccio, Martini und Giotto verkörpert wird. Im hinteren Teil der Galerie werden Werke der umbrischen und venezianischen Schulen gezeigt, u. a. Tizian, Tintoretto und Raphael.

Adresse: Piazzale degli Uffizi 6, Florenz
Telefon: (055) 29 48 83
Öffnungszeiten:

Di, Mi, Do, Sa und So von 08.15 bis 18.50 Uhr geöffnet. Fr von 08.15 bis 22.00 Uhr geöffnet.

Geschlossen montags und Neujahr, am 1. Mai und an Weihnachten.

Website: http://www.polomuseale.firenze.it/uffizi
Eintrittsgebühr:

Ja.

An jedem ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt kostenlos.

behindertengerechte Zugänge: Nein
UNESCO: Nein

Galleria dell'Accademia

Obwohl Florenz eine Fülle von Kunstwerken zu bieten hat, bringen die meisten Menschen die Stadt mit nur einem Meisterwerk in Verbindung - Michelangelos David. Die kolossale Statue nimmt den Ehrenplatz in der Galleria dell'Accademia der Stadt ein und lässt die Touristenmengen, die in Ehrfurcht vor ihm stehen, winzig erscheinen.

Die Statue wurde im Jahr 1502 von dem erst 29-jährigen Künstler aus einem einzigen Marmorblock gehauen. Die übertriebene Größe und Muskulatur der Statue ist ein Symbol für die damals neu entstandene Republik, die für kurze Zeit über den „Goliath“ der Stadt - die allmächtigen Medici - gesiegt hatte. In der Galerie befinden sich außerdem die unvollendeten Sklaven Michelangelos, die in Marmorblöcken gefangen sind, denen sie scheinbar zu entfliehen versuchen. 
 

Adresse: Via Ricasoli, Florenz
Telefon: (055) 29 48 83
Öffnungszeiten:

Di - So von 08.15 bis 18.50 Uhr geöffnet.

Geschlossen montags, Neujahr, 1. Mai und Heilig Abend. 

Website: http://www.polomuseale.firenze.it/musei/accademia/
Eintrittsgebühr:

Ja.

behindertengerechte Zugänge: Nein
UNESCO: Nein

Museo Nazionale del Bargello

Der etwas düster wirkende Palazzo del Bargello, ein früheres Gefängnis und ehemalige Folterkammer der Stadt, beherbergt die bedeutendste toskanische Bildhauerkunst-Sammlung der Renaissance.

Die Meisterwerke von Cellini, Donatello und Michelangelo sind über drei Etagen verteilt, auch über den hübschen Innenhof des Palasts, wo so mancher Florentiner einst seinen Kopf verlor. Donatello fing den Geist der frühen Renaissance am besten ein mit seinem sinnlichen David und dem wachsamen St. Georg, der einst die Fassade von Orsanmichele zierte. Cellinis exquisite Bronzeplastik überstrahlt im Grunde die hier gezeigten Skulpturen Michelangelos, die irgendwie gesetzt wirken, und Giambolognas Merkur sollte man sich nicht entgehen lassen.

Zwei bronzene Tafeln von Ghiberti und Brunelleschi, auf denen die Opferung Isaaks dargestellt wird, bilden einen bezwingenden Vergleich. Beide Künstler nahmen mit den Tafeln an einem Wettbewerb teil, dessen Sieger die Tür an der Nordseite des Baptisteriums gießen sollte. Beide gewannen, Brunelleschi aber weigerte sich, mit Ghiberti zusammenzuarbeiten, und baute daraufhin die Kuppel der Kathedrale - eine wahrhaft künstlerische Brüskierung.

Adresse: Via del Proconsolo 4, Florenz
Telefon: (055) 238 86 06
Öffnungszeiten:

Täglich von 08.15 bis 13.50 Uhr geöffnet.

Geschlossen am 1., 3. und 5. Sonntag eines Monats sowie am 2. und 4. Montag eines Monats.

Website: http://www.polomuseale.firenze.it/musei/?m=bargello
Eintrittsgebühr:

Ja.

behindertengerechte Zugänge: Nein
UNESCO: Nein

Palazzo Pitti und Boboli-Gärten

Der Palazzo Pitti und die Boboli-Gärten befinden sich in Oltrarno. Der im Jahr 1440 für die Familie Pitti errichtete monströse Palast sollte eine Herausforderung an die allmächtigen Medici sein. Dieser architektonische Sieg im Wettstreit der beiden Familien währte allerdings nicht lange, denn das Familienvermögen der Pitti schwand dahin und der Palast wurde ausgerechnet von den Rivalen erworben.

Besucher sollten früh am Morgen kommen, denn der Palast beherbergt heute sechs Museen und die verschwenderisch dekorierten Staatsgemächer. Die meisten Besucher schaffen nur, die Galleria Palatina zu besichtigen, in der noch mehr Gemälde der Medici-Sammlung untergebracht sind.

Rubens, Tizian und Raphael sind in schweren, vergoldeten Rahmen eingefasst und wetteifern mit den mit Fresken bemalten Decken und den üppigen Einrichtungsstücken.

Besucher können sich auch direkt zu den Boboli-Gärten aufmachen, ein himmlisches Fleckchen mit Brunnen, Grotten, schattigen Wegen und Blick auf die sich hinter dem Palast sanft abzeichnende Silhouette des mittelalterlichen Florenz.

Adresse: Piazza Pitti, Florenz
Telefon: (055) 238 86 14 (Galleria Palatina), (055) 238 86 01 (Galleria d'Arte Moderna), (055) 238 88 01 (Galleria del Costume), (055) 238 87 09 (Museo degli Argenti und Museo delle Porcellane)
Öffnungszeiten:

Galerien, Museen und die Boboli Gärten mit Eintrittsgebühr. 

Website: http://www.polomuseale.firenze.it/palatina
Eintrittsgebühr:

Ja.

behindertengerechte Zugänge: Nein
UNESCO: Nein

Ponte Vecchio

Der Ponte Vecchio ist die einzige Brücke in Florenz, die die Bombenangriffe der Nazis während des Zweiten Weltkriegs unbeschadet überstanden hat.

Heute ist diese Brücke aus dem 14. Jahrhundert im wahrsten Sinne des Wortes mit Gold gepflastert, denn hier sind die Gold- und Silberschmiede der Stadt zu Hause. Dies war allerdings nicht immer so, denn in früheren Zeiten waren hier Metzger angesiedelt, die ihre blutigen Schlachtreste in den Arno warfen. Auf Anordnung Cosimo de Medicis verließen die Metzger die Brücke, um Platz für ein vornehmeres Gewerbe zu schaffen.

Hoch über den Geschäften der Gold- und Silberschmiede befindet sich ein ehemals geheimer Gang, der als Corrodoio Vasariano bekannt ist, und die Uffizien mit dem Pitti-Palast verbindet. Der von Vasari errichtete Gang sollte die mächtige Familie Medici vor dem florentinischen Pöbel schützen, wenn sie sich von einem Palast zum anderen begaben. Der Gang ist mit den Portraits der bedeutendsten Künstler der Stadt geschmückt und wurde 1997 wieder für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besuche können auf Anfrage bei der Touristeninformation vereinbart werden.

Adresse: Zwischen Via de 'Guicciardini und Via Por Santa Maria , Florenz
Telefon: (055) 29 48 83 oder 238 86 51
Öffnungszeiten:

Nach Vereinbarung.

Eintrittsgebühr:

Nein.

behindertengerechte Zugänge: Ja
UNESCO: Nein

Santa Croce

Schon häufig waren Besucher von der eleganten Franziskanerkirche Santa Croce überwältigt, die für ein kaum bekanntes Leiden verantwortlich gemacht wird: das Stendhal-Syndrom.

Als der französische Schriftsteller Stendhal die Kirche besuchte, fiel er wegen ihrer Schönheit in Ohnmacht. Dieser Zustand befällt angeblich bis zu 12 Besucher im Jahr. Sogar Lord Byron berichtete, er sei beim Anblick der Kirche, die auf den Architekten Arnolfo di Cambio zurückgeht, der auch schon für den Dom verantwortlich war, „betrunken von ihrer Schönheit“ gewesen.

Auf der weiten Piazza der Kirche fanden einst Ritterturniere, Kämpfe mit wilden Tieren und Ketzerverbrennungen statt. Die große Attraktion im gotischen Inneren der Kirche sind die Grabmäler einiger der begabtesten Männer Italiens, u. a. Michelangelo (dessen Körper in einer Kiste aus Rom geschmuggelt wurde), Machiavelli, Galileo, Rossini und Ghiberti. Dantes Grabmal ist jedoch leer, denn der Urvater der italienischen Literatur starb in der Stadt Ravenna, die sich trotz der eindringlichen Bitten aus Florenz weigerte, seinen Leichnam herauszugeben.

Die gedrückte Stimmung wird von einigen farbenfrohen Kapellen erhellt, deren Fresken von reichen Bankiers in Auftrag gegeben wurden. Die Fresken der Bardi-Kapelle zählen zu den besten Giottos. Draußen, in den stillen Kreuzgängen, befindet sich ein Juwel aus der Renaissance: die von Brunelleschi 1430 entworfene Pazzi-Kapelle, deren klares, geometrisches Design die Hinwendung zu den damals wiederentdeckten klassischen Vorbildern verrät.

Adresse: Piazza Santa Croce, Florenz
Öffnungszeiten:

Mo - Sa von 09.30 bis 17.30 Uhr, So von 13.00 bis 17.30 Uhr.

Eintrittsgebühr:

Nein.

behindertengerechte Zugänge: Nein
UNESCO: Nein

Santa Maria Novella

Vor der mit Zebrastreifen verzierten, 1470 von Leon Battista Alberti fertiggestellten Santa Maria Novella beginnen viele Besucher ihre Besichtigungstour von Florenz.

Die Kirche befindet sich ganz in der Nähe des gleichnamigen Bahnhofs und hat mit ihren graziösen Schnörkeln, gotischen Bögen und klassischen Giebeldreiecken eine der dramatischten Fassaden in Florenz. Neben der Santa Croce gehört die Santa Maria Novella dem Dominikanerorden an und war die bedeutendste Kirche der Stadt.

Der Freskenzyklus des führenden Gesellschaftsmalers der Stadt, Ghirlandaio, zeigt das Leben der Jungfrau Maria und des Heiligen Johannes (des Täufers) und ist mit der gesellschaftlichen Prominenz von Florenz bevölkert. Der Höhepunkt im Innern der hohen Kirche ist Masaccios Dreifaltigkeitsfresko (1427), dessen herausragende perspektivische Wirkung die Malerei der Renaissance revolutionierte. Auf wundersame Weise wirkt die flache Wand wie ein tiefes Gewölbe, das den gekreuzigten Christus trägt. Hinter ihm, tief in Masaccios Kassettendecken-Kapelle, verlangt Gott, dass der Betrachter sein Opfer anerkennt.

Adresse: Piazza di Santa Maria Novella, Florenz
Öffnungszeiten:

Mo - Do von 09.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, Fri von 13.00 bis 17.00 Uhr.

Eintrittsgebühr:

Ja.

behindertengerechte Zugänge: Nein
UNESCO: Nein

Touristenbüros

Fremdenverkehrsamt A.P.T. (Azienda di Promozione Turistica)

Weitere Vertretungen befinden sich außerhalb des Hauptbahnhofs, am Flughafen, in der Via Manzoni 16 und in Borgo Santa Croce, nahe der Kirche.

Adresse: Via Cavour 1 rot, Florenz
Telefon: (055) 29 08 32
Öffnungszeiten:

Mo-Sa 08.30-18.30 Uhr.

Website: http://www.firenzeturismo.it

Besucherpässe

Ein Carnet gewährt Einlass zum halben Preis für den Palazzo Vecchio, die Brancacci-Kapelle, das Museum in der Kirche Santa Maria Novella und die Sakristei in Santa Spirito sowie für einige weniger bekannte Museen. Der Besucherpass ist an den teilnehmenden Einrichtungen erhältlich, wegen der langen Warteschlangen lohnt sich aber wahrscheinlich der Kauf im Voraus (Tel: (055) 29 48 83). Die Eintrittskarten für die Uffizien und die Accademia können gegen einen Aufpreis bestellt werden.