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Fahrradreise nach Kopenhagen: So bikerfreundlich sind die Dänen

Dänemark ist ein wahres Paradies für Radfahrer. Die Ruhe genießen, von der Hektik des Alltags abschalten – genau das gelingt in Dänemark perfekt. Kilometerlange Strände erstrecken sich, soweit das Auge reicht, die frische Meeresluft ist überall. Das gilt auch für die Hauptstadt Kopenhagen.

Auf in die Fahrradstadt Kopenhagen!

In Kopenhagen werden sich Radler wohlfühlen, denn sie gilt als Fahrradstadt. Im Copenhagenize Index belegt sie zum zweiten Mal den ersten Platz und gehört zu den fahrradfreundlichsten Städten weltweit. Tatsächlich haben sich die Stadtväter einiges einfallen lassen, um Touristen und Einheimische auf das Zweirad zu bringen.

Der Rad- und Fußverkehr in Kopenhagen nimmt fast 50 Prozent ein und verteilt sich recht gleichmäßig auf Männer und Frauen. Der Autoverkehr macht hingegen nur ein gutes Drittel aus. In Kopenhagen stehen Radfahrern mehr als 400 Kilometer an Radwegen zur Verfügung. Die Dänen nutzen ihr Fahrrad für den Arbeits- oder Schulweg und auch als Transportmittel. Kopenhagener fahren nicht etwa aus gesundheitlichen oder aus Umweltgründen mit dem Rad oder weil sie Geld sparen wollen. Sie fahren damit, weil sie auf zwei Rädern in Kopenhagen schneller sind als mit dem Auto oder Bus.

Safety First: So sicher geht’s mit dem Fahrrad durch Kopenhagen

Die Radwege in Kopenhagen sind durch eine hohe Kante von der Fahrbahn für Autos und vom Fußgängerweg abgegrenzt. Der Radweg ist breit und geteert, sodass auch raumgreifende Lastenräder genügend Platz haben. Die Mindestbreite eines Radweges beträgt 1,70 Meter, wenn es nach den Richtlinien geht. Doch die Praxis zeigt, dass die Radwege tatsächlich deutlich über zwei Meter breit sind. In der Zukunft sollten sie noch besser ausgebaut werden. Das Ziel ist, stark genutzte Radwege drei bis vier Meter breit zu bauen.

Die Radwege sind sehr gut markiert. Radfahrer finden hier getrennte Radspuren für jede Richtung, sodass das Risiko einer Kollision vermindert wird. Unebenheiten und Löcher werden schnell beseitigt, weil es städtische Mitarbeiter gibt, die sich um die Prüfung und Ausbesserung kümmern. Wer im Winter in Kopenhagen unterwegs ist, wird einen besonderen Service genießen können: Hier werden die Radwege zuerst geräumt, erst danach die Autospuren. Folgende Ausstattungen und Annehmlichkeiten finden Radfahrer entlang ihrer Touren durch Kopenhagen:

  • Bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h fahren Radler auf der grünen Welle.
  • Geländer und Fußstützen an Ampeln sorgen dafür, dass Radfahrer sitzen bleiben können, bevor es weitergeht.
  • Mülleimer, deren Öffnung zum Radweg hin geneigt sind, erleichtern die Entsorgung von Abfall während der Fahrt.
  • Zahlreiche Pumpstation erleichtern das Aufpumpen der Reifen.
  • Es gibt 2500 Fahrradstellplätze. An der Norreport Station liegen die Stellplätze 40 Zentimeter unter dem umliegenden Geländeniveau. So verschwinden die Räder aus dem Stadtbild und stören nicht den Blick auf die Umgebung.
  • Die Radstellplätze sind mit LED-Lampen ausgestattet. In der Nacht schimmert ein Lichtermeer in Kopenhagen und das Auffinden des eigenen Zweirads ist aufgrund der stetigen Beleuchtung leichter.

Regeln für Radfahrer in Kopenhagen

Zunächst einmal gilt in Dänemark keine Helmpflicht. Nichtsdestotrotz ist es zu empfehlen, einen Helm aufzusetzen. Überhaupt sollte die Vorbereitung für die Radtouren in Kopenhagen und Umgebung wie immer umsichtig erfolgen. Es empfiehlt sich, ein bequemes Reisefahrrad mit belastungsgerechter Konstruktion und bewährten Komponenten zu wählen, damit die Touren durch Stadt und über Land komfortabel verlaufen und nicht ermüden. Darüber hinaus sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  1. Das Fahrradaufkommen ist in Kopenhagen enorm hoch. Touristen mit Rädern sollten gelassen bleiben und sich Zeit für die Eingewöhnung geben.
  2. Eine angepasste Geschwindigkeit hilft dabei, sich sicher durch die Stadt zu bewegen.
  3. Bei Überholmanövern sollte der Blick nach hinten unbedingt erfolgen.
  4. Da die Dänen schnell mit dem Rad unterwegs sind und viele Überholmanöver durchführen, sollten Radreisende möglichst weit rechts fahren und sich überholen lassen.
  5. Zwar ist der Autoverkehr vergleichsweise gering, dennoch muss er im Auge behalten werden. Das bedeutet auch, das Smartphone in der Tasche zu lassen.
  6. Keine Musik über Kopfhörer auf dem Rad, das kann lebensgefährlich sein.
  7. Richtungswechsel sollten stets angezeigt werden. Das geschieht mit einem Handzeichen. Ebenfalls sollten Radfahrer anzeigen, wenn sie halten möchten! Nach dem Halten auf dem Bürgersteig warten und nicht den Radweg blockieren.
  8. Anstellen gilt auch an der roten Ampel. Hier sollten Radfahrer nicht einfach an anderen vorbeifahren und sich nach vorne drängeln, wenn diese vor ihnen an der roten Ampel bereits angehalten haben.

Tagestour durch Kopenhagen

Im Prinzip lässt sich mit dem Rad tatsächlich ein ganzer Urlaub in Kopenhagen verbringen, denn es gibt viel zu sehen. Die kleine Meerjungfrau, der Tivoli und Schloss Amalienborg gehören zu den Highlights der Stadt. Aus einer Radtour mit einer reinen Fahrzeit von zwei bis drei Stunden lässt sich eine aufregende Route mit Fotostopps und Abstechern zu den einzelnen Sehenswürdigkeiten machen. Dabei können neben den bereits genannten Sehenswürdigkeiten folgende besucht werden:

  • Nyhavn – ein wunderschöner Hafen mit bunten Giebelhäusern direkt am Kanal. Hier liegen traditionsreiche Schiffe und Ausflugsboote dicht an dicht. Nyhavn ist ein bei Touristen beliebtes Vergnügungsviertel.
  • Stroget – Die längste Fußgängerzone Europas misst rund einen Kilometer und ist für Shopping-Fans ein Muss. Die Andenken können locker in der Radtasche verstaut werden.
  • Schloss Rosenborg – Westlich von Schloss Amalienborg liegt das Lustschloss Rosenborg. Besucher können durch die königlichen Räume spazieren und anschauen, wie die Hoheiten früher gelebt haben.
  • Ny Carslerg Glyptotek – für Kunst- und Geschichtsinteressierte ist dieses Museum sehr sehenswert. Hier finden sich Plastiken und Gemälde aus Ägypten, Rom und Griechenland. Doch auch moderne Skulpturen von Degas und Rodin sind zu sehen. Tipp: dienstags ist der Eintritt frei.
  • Christiana – dieser Stadtteil ist ein Freistaat. Entstanden ist er aus einer Hippie-Kolonie und hat deshalb ein besonderes Flair. Günstige Preise für Essen und Trinken machen Cristiana zur ersten Anlaufstelle, wenn es um eine ausgedehnte Mittagspause geht.
  • Runder Turm – dieses Bauwerk ist knapp 35 Meter hoch und bietet eine Aussichtsplattform. Der Weg dorthin ist ungewöhnlich, denn er führt nicht über eine Treppe, sondern über einen gewundenen Gang, eine sogenannte Reittreppe. Auf dieser wurden früher Materialien mit Pferd und Wagen hochgezogen.

Die sehenswerte Stadt Kopenhagen ist für Radfahrer ein Paradies. Wer nach den Touren durch die Stadt Sehnsucht nach etwas Meer hat, hat es nicht weit. Im Norden der Stadt führen Radwege an der Küste mitten hinein ins ländlich-ruhige Dänemark.

Bilder:
pixabay.com © ericmorasse (CC0 Creative Commons)
pixabay.com © skeeze (CC0 Creative Commons)

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