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Fuerteventura: Pauschal oder Individuell?

Gerade unter Backpackern gehen die Meinungen über Fuerteventura weit auseinander.

Pauschalurlaubs- und Rentnerinsel“, sagen die einen, „Surferparadies mit Traumstränden“, sagen die anderen. Beides stimmt, – irgendwie. Die kleine kanarische Insel, auf der das ganze Jahr die Sonne scheint, ist ein beliebtes Ziel für den klassischen Entspannungsurlaub im Hotel Resort. Wer mit Tatendrang anreist, muss sich auf Fuerteventura aber bestimmt nicht langweilen. Die kleine Insel eignet sich hervorragend für Tagesausflüge, bei denen man einige sehr schöne Ecken entdecken kann.

Was die Reisezeit angeht, kann man bei Fuerteventura schon mal nicht viel verkehrt machen. Das Klima ist das ganze Jahr über angenehm, deshalb kommen besonders viele Urlauber im Winter und Frühjahr, um Sonne zu tanken. Hochsaison ist dementsprechend von November bis April. Der Flughafen von Fuerteventura liegt nahe der Hauptstadt Puerto del Rosario und wird eigentlich von allen Flughäfen in Deutschland aus angeflogen. Die Insel hat eine angenehme, überschaubare Größe, sodass alle Ecken schnell zu erreichen sind. Am besten sucht man sich einen Ort aus, an dem man bleiben möchte, und unternimmt von dort aus Tagesausflüge.

Faszinierende vulkanische Landschaft

Fuerteventura ist vulkanischen Ursprungs und liegt nur eine Meerenge von Afrika entfernt. Diese geografische Nähe ist deutlich spürbar – nicht nur durch den heißen Wind, der von Zeit zu Zeit von der Sahara über das Meer hinüberweht. Steinwüsten, kahle Berghänge, aber auch sanft geschwungene Hügel und unendlich feine Dünenlandschaften prägen das Bild der zweitgrößten kanarischen Insel. Eine üppige Vegetation wird man hier vergeblich suchen. Doch die ursprüngliche Natur der Vulkaninsel hat einen ganz eigenen Reiz, der jeden faszinieren wird, der schon einmal dort war. Fuerteventura wurde vor 40 Millionen Jahren durch einen gigantischen Vulkanausbruch geboren und wuchs im Laufe der Jahrmillionen durch weitere Eruptionen immer weiter ins Meer hinein. Noch bis vor 1.000 Jahren floss Lava über die Insel, mittlerweile sind die Vulkane jedoch vollständig erloschen. Die verschiedenen Teile der Insel lassen sich danach unterscheiden, zu welcher Zeit und bei welchem Vulkanausbruch sie entstanden sind. Die jungen Landstriche werden Malpaises genannt, da sie noch kaum verwittert und daher gänzlich unfruchtbar sind. Die älteren Lavafelder, die vor allem im Norden der Insel zu finden sind, haben weitaus bessere Böden und sind teilweise von dichter Vegetation bedeckt.

Ausflugsziele auf Fuerteventura

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Im größten Urlaubsort von Fuerteventura, Corralejo, tummeln sich vor allem viele Surfer. Es gibt eine weitläufige, belebte Strandpromenade und viele charmante Straßencafés. Das eigentliche Highlight aber liegt vor den Toren der Stadt: Nur fünf Minuten mit der Linie 6 und man steht inmitten der berühmten Dünen von Corralejo, die unmittelbar ins Meer münden. Die Dünen sind ein geschütztes Biosphärenreservat und Teil des Nationalparks Dunasde Correlejo. Wenn man in die Dünen hineinläuft, kommt man sich vor, als sei man mitten in der Sahara. Durch die stetigen Winde verändert die Landschaft ständig ihr Gesicht. Einen besonders schönen Blick auf Dünen und Meer hat man ein Stückchen weiter die Küste entlang in Playa del Moro.

Oder natürlich, man begibt sich gleich auf die offene See. Auf halber Strecke zur nahen Nachbarinsel Lanzarote liegt, nur 20 Kilometer von der Küste entfernt, die Insel Isla de Lobos. Diese  ist nichts anders als ein kleines Wander- und Schwimmparadies, das mit strahlend klarem, türkisfarbenem Wasser und ruhigen, windgeschützten Strandbuchten besticht. Auf einem Rundweg kann man in etwa zwei Stunden einmal um die Insel herumwandern und sich zwischendurch in die Fluten stürzen und sich abkühlen.

Ein absolutes Muss ist natürlich auch Playa del Sotovento. Der fünf Kilometer lange Traumstrand mit seinen vielen palmenüberdachten Strandbars und den Surfern und den Kitesurfern, gilt vielen als Inbegriff von Fuerteventura. Die Sandbank ist so weitläufig, dass hier auch während der Hochsaison kein überfüllter Eindruck entsteht. Wer aktiv sein will, kann stundenlang am Strand entlang spazieren, im nächsten Ort in den Bus einsteigen und wieder zurückfahren. Mehr gute Ausflugstipps für Fuerteventura gibt es hier.

Fuerteventura kulinarisch

Zu einem gelungenen Urlaub gehören auch kulinarische Gaumenfreuden. Auf den heimischen Böden der Vulkaninsel gedeihen zwar nicht viel mehr als Tomaten und Kartoffeln – dennoch kann sich die Speisekarte der Insel sehen lassen. Ein breit gefächertes Angebot aus der internationalen Küche, von der italienischen Pasta bis zum Wiener Schnitzel, lässt sich jeden Besuch ganz wie zuhause fühlen. Am besten beraten ist man jedoch mit der kanarischen Küche, die vor allem mit frisch gefangenem Fisch und Meeresfrüchten überzeugt. Hier bekommt man überall ausgezeichneten frischen Thunfisch
(atún), Tintentisch (calamares) und eine köstliche Fischsuppe (sopa de pescado). In den gehobenen Fischlokalen können sich Feinschmecker auch einen seltenen Zackenbart (mero) oder Papageienfisch (vaje) gönnen.

Typisch kanarisch serviert, wird der frische Fisch mit Runzelkartoffeln (papas arrugadas) und der allgegenwärtigen Mojo-Soße, die in verschiedensten Varianten von rot bis grün und süß bis scharf erhältlich ist. Eine weitere kanarische Delikatesse ist der Ziegenkäse (queso de cabras), den man entweder als Vorspeise oder mit Tomaten, Salami oder Schinken als leichtes Mittagessen genießen kann. Die kanarische Küche besticht, ohne zu exotisch zu sein. Vegetarier werden auf der einheimischen Speisekarte allerdings nur selten fündig werden und sollten besser auf die internationale Küche ausweichen.

Individuell oder pauschal, Bus oder Mietwagen?

Was man wissen sollte: So etwas wie Backpacker-Hostels gibt es auf Fuerteventura nicht. Es gibt aber Surfcamps, wo man natürlich auch herzlich willkommen ist, wenn man nicht zum Surfen kommt. Hier kann man recht günstig in 4er-Schlafzimmern übernachten. Es lohnt sich allerdings auch für Individualreisende, in die Angebote großer Reiseanbieter wie Lastminute hineinzuschauen. Wer akribisch Preise vergleicht (und das sollte man immer!), wird feststellen, dass pauschal geschnürte Reisepakete nach Fuerteventura oft nur wenig mehr kosten als der Flug allein. Wer flexibel mit seinen Reisedaten ist, kann natürlich immer Schnäppchen finden – in vielen Fällen zahlt man aber ordentlich drauf, wenn man Flug und Unterbringung getrennt voneinander bucht.

Ein Mietwagen ist nicht zwingend notwendig, um die Insel zu erkunden. Fuerteventura hat ein passables öffentliches Busnetz, mit dem man zu moderaten Preisen von einem Fleck zum anderen kommt. Der Knotenpunkt ist der Busbahnhof von Puerto del Rosario, von dem aus die meisten Orte gut erreichbar sind. Lediglich an der Nord-West-Küste sind einige durchaus sehenswerte Orte nicht vom Busnetz abgedeckt. Wer etwa die schönen Dörfchen Punta de Jandía und Ajuy besuchen will, kommt um einen Mietwagen schwer herum. Für die meisten Ausflüge und Aktivitäten kommt man aber auch ohne Auto zurecht.


 


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