Im Juni steht im Teatro La Fenice "Madame Butterfly" nach der Erzählung von John Luther Long als Ballett...
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Venedig Reiseführer
So wie der Markusplatz bei Flut wird Venedig zwar besonders im Sommer von Touristen überschwemmt, aber die Stadt ist und bleibt La Serenissima, die göttliche Republik: episch, einzigartig und unvergesslich.
Diese im Nordosten Italiens an der Adria gelegene Stadt versinkt im wahrsten Sinne des Wortes allmählich im Meer durch eine Kombination aus heftigen Gezeiten und sich absenkenden Fundamenten, was eine zunehmende Bedrohung für Venedig und seine architektonischen Schätze darstellt.
Venedigs Ansammlung von 116 Inselchen, die durch 409 Brücken miteinander verbunden sind, ist eine der berühmtesten Stadtlandschaften der Welt. Bekannte Bilder von Palazzi-gesäumten Kanälen, Gondeln und den bunten Masken und Kostümen während des Karnevals lassen Venedig selbst demjenigen vertraut erscheinen, der noch nie dort war. Trotzdem kommt nichts dem erhebenden Anblick gleich, der den Reisenden bei seinem ersten Besuch der Stadt empfängt.
Wenn man aus dem Bahnhofsgebäude Santa Lucia heraustritt oder - besser noch - mit dem Boot vom Flughafen ankommt, entfaltet sich die schimmernde, wasserumspülte Silhouette der Stadt mit ihrer atemberaubend schönen Architektur und seinen Kuppeln im Zuckerbäckerstil wie ein Traum. Hier, in einer Welt, die unwirklich weit weg vom restlichen Europa des 21. Jahrhunderts erscheint, sind selbst die Feuerwehr und die Krankenwagen als Boote auf den Wasserstraßen unterwegs. Statt autoverstopfter Straßen, die man in den meisten anderen europäischen Städten vorfindet, gibt es hier ein Netz von Kanälen und Lagunen, das sich verlockend in alle Richtungen erstreckt, und nur darauf wartet, erkundet zu werden. Die Vergangenheit ist in Venedig lebendig, und wenn man im frühen Morgendunst einen einsamen Kanal mit prächtigen Palästen zu beiden Seiten entlanggeht, fühlt man sich um Jahrhunderte zurückversetzt in die Zeit der Dogen, der allmächtigen Herrscher, deren Einfluss weit über die Lagunenstadt hinaus reichte.
Zu den typisch venezianischen Impressionen gehört wahllos an irgendeiner Haltestelle aus dem Vaporetto zu steigen, einen verlassenen Kanal entlang zu schlendern, eine ursprüngliche Trattoria, die in keinem Reiseführer erwähnt ist, zu entdecken, oder nach einem Bellini-Cocktail in Harry's Bar auf dem Weg zum Dinner im Hotel Cipriani über die Wellen der venezianischen Lagune dahin zu gleiten.


