Sicherheitshinweise, Botschaften und Fremdenverkehrsämter in Saudi-Arabien

Reisewarnung

Saudi-Arabien

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 08.02.2017
Unverändert gültig seit: 01.02.2017



Landesspezifische Sicherheitshinweise

Aus Sicherheitsgründen wird von Reisen in das Grenzgebiet zum Jemen und von nicht unbedingt notwendigen Reisen in den Bezirk Qatif (v. a. die Stadt Awamiyyah) in der Ostprovinz dringend abgeraten. Dort kam es u. a. am 3. Januar 2016 erneut zu kleineren Demonstrationen.

Es wird zudem dringend davon abgeraten, in der Ostprovinz während der Freitagsgebete Moscheen zu besuchen.

Auswirkungen des Jemenkonflikts

Seit Ende März 2015 beteiligt sich Saudi-Arabien an einer internationalen Koalition zur Unterstützung der jemenitischen Regierung gegen Rebellen und fliegt im Rahmen dieser Koalition auch Luftangriffe im Jemen. In der Folge haben sich die Spannungen an der jemenitisch-saudischen Grenze verschärft und es ist dort wiederholt zu einzelnen, lokal begrenzten Kampfhandlungen, u.a. gegen die Stadt Nadschran gekommen. Es wird deshalb von Reisen in das unmittelbare Grenzgebiet zum Jemen dringend abgeraten. In jedem Fall ist den Anweisungen der dortigen Sicherheitskräfte unbedingt Folge zu leisten.

Im Südwesten des Landes schlugen seit Beginn des Konflikts mehrere Raketen aus dem Jemen ein, im Oktober 2016 wurden dabei zwei Ausländer verwundet. Besonders betroffen sind militärische Einrichtungen in der Provinz Najran, Provinz Asir, Provinz Jazan.
Auch die Provinzen Bahah und Makkah und der südwestlichste Teil der Provinz Riad können Ziel von Raketenangriffen sein. Angesichts sich in der Vergangenheit vergrößernder Reichweiten der genutzten Raketen sind auch Angriffe auf andere Provinzen nicht auszuschließen.

Terrorismus

Die Sicherheitslage in Saudi-Arabien ist weiterhin von der Möglichkeit terroristischer Anschläge geprägt.

Obwohl die saudischen Sicherheitskräfte in den letzten Jahren bemerkenswerte Erfolge im Kampf gegen terroristische Gruppen wie Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAH) und ISIS erzielen, ist die Bedrohungslage weiterhin hoch.

In den vergangenen 12 Monaten kam es mehrfach zu Anschlägen, die Sicherheitskräfte und schiitische Einrichtungen zum Ziel hatten. Am 4. Juli 2016 führten Selbstmordattentäter Angriffe in Djidda, Qatif und Medina durch. Während zwei der Angriffe fehlschlugen, kamen in Medina mehrere saudische Sicherheitskräfte ums Leben.

Ab September 2014 hat es auch einige Angriffe auf westliche Ausländer in Saudi-Arabien gegeben, in einem Fall mit Todesfolge. Deutsche Staatsangehörige waren bisher weder von Drohungen noch von Übergriffen betroffen. Das saudische Innenministerium weist jedoch auf die Notwendigkeit steter Wachsamkeit hin.

Vor diesem Hintergrund wird allen deutschen Staatsangehörigen empfohlen, besondere Vorsicht und Wachsamkeit zu wahren, Menschenansammlungen und den Besuch von Moscheen während der Freitagsgebete, vor allem in der Ostprovinz, zu meiden und sicherzustellen, dass sie sich auf ihre selbst getroffenen Sicherheitsmaßnahmen verlassen können.

Reisen über Land

Die saudi-arabischen Behörden verbieten Reisen in die Wüste (Durchquerung der Rub al-Khali) aus Sorge um die Sicherheit ausdrücklich. Aus Gründen der Sicherheit verlangt das saudi-arabische Außenministerium Reisen zu touristischen Orten innerhalb Saudi-Arabiens vorher bei den Sicherheitsbehörden anzukündigen, damit Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden können.

Insbesondere für den Besuch von archäologischen Stätten verlangen die saudischen Behörden die Anwesenheit von Sicherheitskräften.
Bitte nehmen sie dazu Kontakt auf mit der
General Commission for Tourism & Antiquities
P.O Box 66680
Riyadh 11586
Kingdom of Saudi-Arabia
Phone: +966 11 8808855 oder +966 11 800 755 0000
Fax: +966 11 8808844

Web: Externer Link, öffnet in neuem Fensterwww.scta.gov.sa

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate steigt, bewegt sich jedoch auf vergleichbar niedrigem Niveau. In Riad wurden einige Fälle von Carjacking bekannt.  

Allgemeine Verhaltenshinweise

Die in Saudi-Arabien geltenden gesellschaftlichen Regeln sollten beachtet, insbesondere auffällige Kleidung und Zurschaustellung oder gar Verteilung christlich-religiöser Symbole vermieden werden.
Große Menschenmengen und Versammlungen sollten insbesondere nach den Freitagsgebeten (muslimisches Wochenende) gemieden werden.

Krisenvorsorge

Alle Deutschen, die - auch nur vorübergehend - im Amtsbezirk der Botschaft leben, können in eine Krisenvorsorgeliste gemäß § 6 Abs. 3 des deutschen Konsulargesetzes aufgenommen werden.

Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Maßnahme. Die Botschaft rät, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, damit Sie - falls erforderlich - in Krisen  und sonstigen Ausnahmesituationen schnell kontaktiert werden können.

Die Aufnahme in die Krisenvorsorgeliste erfolgt passwortgeschützt im Online-Verfahren: Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://service.diplo.de/registrierungav.

Sollten Sie bei der Online-Registrierung auf Schwierigkeiten stoßen, senden Sie bitte eine E-Mail an die Botschaft Riad über deren Kontaktformular mit einer kurzen Erläuterung oder rufen Sie unter der Telefonnummer +966 11 2776 Durchwahl 913 und 953 an.

Deutsche Botschaft Riad
P.O. Box 94001
Riyadh 11693
Tel: +966 11 2776 900
Fax: +966 11 4 88 06 60
Internetseite: Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://riad.diplo.de

Weltweiter Sicherheitshinweis
Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.

Allgemeine Reiseinformationen

Saudi-Arabien ist kein touristisches Reiseland. Visa für Individualtouristen werden nicht erteilt. Transitreisen auf dem Landweg (beispielsweise in die VAE) sind nicht möglich. Es gibt nur einen sehr eingeschränkten Auslandstourismus - vorwiegend aus arabischen Nachbarländern. Einige wenige Gruppenreisen mit Reiseleitung aus westlichen Ländern sind jedoch möglich. Es bestehen strenge Kleidungs- und Verhaltensvorschriften, die nach dem konservativen wahhabitischen Islamverständnis ausgelegt werden.

Hinweise für Doppelstaater

Reisende (auch minderjährige Kinder), die neben der deutschen zugleich auch die saudi-arabische Staatsangehörigkeit besitzen (etwa durch Abstammung von einem Elternteil mit saudi-arabischer Staatsangehörigkeit), werden entsprechend der allgemeinen internationalen Praxis in Saudi-Arabien ausschließlich als Staatsangehörige Saudi-Arabiens behandelt. Personen mit einer solchen doppelten Staatsangehörigkeit unterliegen uneingeschränkt den saudi-arabischen Gesetzen, sobald sie sich in Saudi-Arabien aufhalten (u.a. Wehrpflicht, familienrechtliche Bestimmungen). Nach dortigem Recht dürfen minderjährige Kinder (unter 21 Jahren) ohne Zustimmung des (saudi-arabischen) Vaters nicht ausreisen.

Konsularische Hilfe durch die deutsche Botschaft ist für diesen Personenkreis in aller Regel nicht möglich.