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Nachtleben in München
Nachtleben
Für das Nachtleben ist die Gegend rund um die Münchener Freiheit in Schwabing am bekanntesten. Hier gibt es unzählige Bars, Cafés, Restaurants, Jazz-Lokale, Tanzclubs und Scharen von Studenten und jungen Leuten, besonders in der Occamstraße. Haidhausen hat eine alternative Szene, und das Glockenbachviertel südlich des Sendlinger Tors ist der Treffpunkt der Schwulenszene. Östlich dieser Gegend, in den vom Gärtnerplatz abzweigenden Straßen, werden zur Zeit viele schicke neue Bars eröffnet.
In der Stadt gibt es für alle Geschmäcker ein großes Angebot an Bars und Clubs, der Eintrittspreis und die Getränkepreise können allerdings schockierend hoch sein, und die Türsteher sind für strenge Einlaßkontrollen bekannt. Zur Zeit werden besonders viele Bar-Bistros und Bar-Cafés eröffnet und wie im restlichen Deutschland auch Feierabend-Discos, die unter der Woche von 18.00-22.00 Uhr geöffnet sind und zunehmend bei einem etwas älteren Publikum an Beliebtheit gewinnen, das gerne zu Musik der 60er, 70er und 80er Jahre tanzt. Von den angesagtesten Clubnächten in ständig wechselnden Veranstaltungsorten erfährt man am besten vor Ort durch Mund-zu-Mund-Propaganda, deshalb lohnt es sich, sich umzuhören. Die Schankstunden werden locker gehandhabt, viele Münchner Clubs und Kneipen sind deshalb bis in die frühen Morgenstunden geöffnet. Das gesetzliche Mindestalter für den Konsum alkoholischer Getränke ist in Kneipen und Clubs 18 Jahre. Ein halber Liter Bier kostet in einem Bierkeller durchschnittlich 4,50 €, genau wie eine Flasche Bier in einer normalen Kneipe/Club.
Veranstaltungsverzeichnisse findet man in dem Stadtmagazin Prinz (Internet: www.prinz.de) und in der Broschüre City Beats des Fremdenverkehrsamts.
Bars
Die Kneipe Alter Simpl, Türkenstraße 57, eine von vielen guten Kneipen und Cafés in der Türkenstraße, ist berühmt als Heimat des satirischen Magazins Simplicissimus, immer noch unkonventionell und an Wochenenden bis 04.00 Uhr geöffnet. Die Einrichtung des stimmungsvollen Havana Club, Herrnstraße 30, erinnert an das Kuba der fünfziger Jahre, ganz zu schweigen von der riesigen Auswahl an kubanischem Rum und Zigarren. Ein künstlerisches Flair hat dagegen das Tresznjewski, Theresienstraße 72, das lange nach Mitternacht, wenn es normalerweise brechend voll ist, zu einer Abschleppkneipe wird, genau wie das legendäre Schumann's, Odeonsplatz 6+7, mit seinen traumhaften Cocktails. Eines der neuen coolen Lokale im Glockenbachviertel ist das Cooperativa, Jahnstraße 35, mit seiner minimalistischen Einrichtung und einem lebhaften, alternativen Publikum. Ein sehr gemischtes Publikum findet man im nahen Sax, Hans-Sachs-Straße 5. Im SUB-Schwulenzentrum, Müllerstraße 43, kann man sich mit Getränken und Informationen über die angesagtesten Schwulen-Bars versorgen. Die neue 089 Bar und Lounge, Maximiliansplatz 5, bietet von Dienstag bis Samstag ein gemischtes Musikprogramm, bei dem für (fast) jeden Geschmack etwas dabei ist. Die Party geht vor allem an Wochenenden bis in die frühen Morgenstunden.
Eine richtige Münchner Institution ist das Hofbräuhaus, Platz 9, ähnlich, aber etwas ruhiger, ist die Augustiner Gaststätte, Neuhauser Straße 27. Trinkt man sein Bier gerne im Freien, sollte man den Biergarten auf dem farbenfrohen Viktualienmarkt (s. Einkaufen) aufsuchen. Eine Alternative zum Gerstensaft bietet die Pfälzer Weinprobierstube, Residenzstraße 1, mit ihrer lebhaften Atmosphäre und einer guten Auswahl an deutschen Weinen.
Kasinos
Die Spielbank Garmisch-Partenkirchen, Am Kurpark, in Garmisch-Partenkirchen, ist täglich von 15.00-02.00 Uhr geöffnet (Spielautomaten stehen ab 12.00 Uhr zur Verfügung). Das Mindestalter von 21 Jahren muß mit einem Ausweis belegt werden können. Der Eintritt beträgt 2,50 €; die Kleiderordnung ist formell (Jackett und Krawatte für Männer). Ein Kasino-Bus verkehrt in 90 Min. zwischen dem Kasino und München und kostet 7,50 € (Hin- und Rückfahrt; Abfahrt ab München: Mo-Fr um 17.15 Uhr, Sa um 14.00 Uhr).
Clubs
Zu den besten Adressen gehört die riesige Alabamahalle, Domagkstraße 33, in der verschiedene Club-Nächte veranstaltet werden. Wesentlich intimer ist das moderne Atomic Café, Neuturmstraße 5, im Stadtzentrum, in dem Pop- und Rockmusik gespielt wird und auch Live-Bands und Gast-DJs auftreten. Einer der beständigsten und amüsantesten Gay-Clubs ist das New York in der Sonnenstraße 25. Besonders schick und teuer sind die Münchner Jet-Set-Clubs Maximilian's, Maximilianplatz 16, und P1, Prinzregentenstraße 1, in die man bekanntermaßen nicht leicht hereingelassen wird. Zum Aufwärmen für diese Nobellokale eignen sich das Park-Cafe, Sophienstraße 7, und die Reitschule, Königinstraße 34.
Live-Musik
Die Muffathalle, Zellstraße 4, ist ein beliebtes Kulturzentrum für Konzerte, Theater- und Tanzaufführungen. Tagsüber serviert das Café des Kulturzentrums Essen und Getränke, abends wird es zu einem lebhaften Club mit einer freundlichen Atmosphäre. Bekannte Stars und Gruppen treten in der Olympiahalle neben dem Olympiastadion auf. Freunden der Country-Musik wird der Rattlesnake Saloon, Schneeglöckchenstraße 91, am Stadtrand gefallen. An Live-Jazz von hohem Niveau und Auftritten von Weltstars kann man sich täglich ab 21.00 Uhr im Unterfahrt im Einstein, Einsteinstraße 42, und im Mister B's, Herzog-Heinrich-Straße 38, erfreuen.
Kultur
München hat eine eindrucksvolle Kulturgeschichte, und so befindet sich die Hauptverwaltung des Goethe-Instituts, des deutschen Kulturinstituts, auch nicht umsonst in München. Die Stadt war im 19. Jahrhundert unter der Schirmherrschaft von Ludwig I. und II. ein wichtiges kulturelles Zentrum und stand zu Beginn des 20. Jahrhunderts an der Spitze einer neuen expressionistischen Bewegung des Blauen Reiters , die 1911 von dem gebürtigen Russen Wassily Kandinsky und dem in München geborenen Franz Marc gegründet wurde und die Entwicklung der modernen Kunst grundlegend beeinflußte. Weitere Mitglieder dieser Gruppe waren u. a. August Macke und Paul Klee. Die wichtigsten Werke des Blauen Reiters werden als Dauerausstellung in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, Luisenstraße 33 (Tel: (089) 23 33 20 00. Internet: www.lenbachhaus.de), gezeigt. Die Galerie ist Di-So von 10.00-18.00 Uhr geöffnet; der Eintritt beträgt 6 .
Das Fremdenverkehrsamt gibt ein nützliches Veranstaltungsblatt heraus. Veranstaltungskalender sind auch in den Münchener Tageszeitungen zu finden.
Außer den unten genannten Kartenkassen ist München Ticket (Tel: (089) 54 81 81 81. Fax: (089) 54 81 81 54. Internet: www.muenchenticket.de) die beste Kartenagentur, u. a. hat sie einen Schalter im Fremdenverkehrsamt im Rathaus am Marienplatz.
Musik
Münchens musikalische Vergangenheit wird von der imposanten Persönlichkeit Richard Wagner angeführt, der viele seiner Werke für Ludwig II. komponierte. Seine Nachfolger Richard Strauss und Carl Orff waren beide gebürtige Münchner. Auch Mozart trat häufig in der Stadt auf, und Gustav Mahler dirigierte 1910 bei der Welturaufführung seiner achten Sinfonie in München. Die Metropole kann heute mit drei internationalen Orchestern aufwarten den Münchner Philharmonikern (Internet: www.muenchnerphilharmoniker.de), dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (Internet: www.br-online.de/symphonieorchester) und dem Bayerischen Staatsorchester (Internet: www.staatsorchester.de).
Das wichtigste Zentrum für kulturelle Aufführungen und die darstellenden Künste ist das Gasteig, Rosenheimer Straße 5 (Tel: (089) 48 09 80. Internet: www.gasteig.de), das den Konzertsaal, den Carl-Orff-Saal und den Kleinen Konzertsaal beherbergt. Das Nationaltheater, Max-Joseph-Platz 2 (Tel: (089) 21 85 01), ist der Sitz der Bayerischen Staatsoper (Internet: www.bayerische.staatsoper.de) und der Veranstaltungsort des Opernfestivals, das jedes Jahr im Juli stattfindet. In den Genuß von Opern und Kammermusik kommt man außerdem im Staatstheater am Gärtnerplatz, Gärtnerplatz 3 (Tel: (089) 20 24 13 63. Internet: www.staatstheater-gaertnerplatz.de), und in dem üppig ausgestatteten Alten Residenztheater, Residenzstraße 1 (Tel: (089) 29 68 36), einem prächtigen Rokoko-Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert, das normalerweise nach seinem Architekten Cuvilliés benannt wird. Karten für das Nationaltheater, das Staatstheater und das Cuvilliés-Theater sind unter einer zentralen Telefonnummer erhältlich (Tel: (089) 21 85 19 20).
Theater & Konzerte
Klassische deutsche Stücke werden vom Bayerischen Staatsschauspiel (Internet: www.bayerischesstaatsschauspiel.de) im Residenztheater, Max-Joseph-Platz 1 (Tel: (089) 21 85 01, 21 85 19 20 (Kartenvorverkauf)) aufgeführt. Eines der wichtigsten Theater Deutschlands, die Münchner Kammerspiele, Maximilianstraße 26-28 (Tel: (089) 23 33 70 00. Internet: www.muenchner-kammerspiele.de), konnte den jungen Bertolt Brecht zu seinen Dramatikern zählen. Bis zum Abschluß der Renovierungsarbeiten am Theater im Frühjahr 2003 ist die Theatertruppe in anderen Veranstaltungsorten zu sehen. Brecht arbeitete auch am Deutschen Theater, Schwanthalerstraße 13 (Tel: (089) 55 23 43 60. Internet: www.deutsches-theater.de), in dem heute Musicals und andere populäre Shows aufgeführt werden. Alternatives Theater kann man u. a. im Theater im Marstall, Marstallplatz 4 (Tel: (089) 21 85 19 40), und im Teamtheater Tankstelle, Am Einlaß 2a (Tel: (089) 260 43 33), sehen.
Circus Krone (Tel: (089) 545 80 00. Fax: (089) 588 166. Internet: www.circus-krone.de), der größte Tourneezirkus der Welt, gibt im Winter in seiner der Dauermanege in der Zirkus-Krone-Straße 1-6 Vorstellungen.
Tanz
Die entzückenden, von Erasmus Grasser 1480 geschnitzten Moriskentänzer bilden den Höhepunkt des Stadtmuseums, St.-Jakobs-Platz 1 (Tel: (089) 23 32 23 70. Internet: www.stadtmuseum-online.de). Das Museum ist Di-So von 10.00-18.00 Uhr geöffnet; der Eintritt kostet 2,50 . Das Bayerische Staatsballett (Internet: www.bayerisches.staatsballett.de) tritt im Nationaltheater, Max-Joseph-Platz 2 (Tel: (089) 21 85 01), auf. Jedes Jahr im Frühjahr veranstaltet die Ballett-Truppe eine internationale Ballettwoche, u. a. inszenierte Lucinda Childs 2001 eine von ihren eindrucksvollen Minimal-Dance-Ballettaufführungen.
Film
Rund 50 Filme werden jedes Jahr in München produziert. Verbindungen bestehen zu einigen der bedeutendsten Filmemacher Deutschlands, u. a. zu Rainer Werner Fassbinder (Lili Marlene, 1980), der hier studierte, und zu dem 1942 in München geborenen Werner Herzog. Beide Regisseure arbeiteten in den 1919 gegründeten Bavaria Film Studios in Geiselgasteig. Besucher können eine Tour durch das Filmstudio machen (s. Weitere Sehenswürdigkeiten).
Im Filmmuseum des Stadtmuseums, St-Jakobs-Platz 1 (Tel: (089) 23 32 41 50. Internet: www.stadtmuseum-online.de), werden jeden Monat Filmklassiker eines anderen Regisseurs, Schauspielers oder Genres gezeigt, meistens in der Originalversion. Im Forum der Technik, Museumsinsel 1 (Tel: (089) 21 12 51 80. Internet: www.fdt.de), befindet sich eine riesige IMAX-Leinwand, und das Cinema, Nymphenburgerstraße 31 (Tel: (089) 55 25 55. Internet: www.cinema-muenchen.com) hat ein gutes Programm an internationalen und englischsprachigen Filmen.
Kulturelle Veranstaltungen
Das Oktoberfest findet jedes Jahr Ende September auf der Theresienwiese (auch Wies'n genannt) statt und ist eine Orgie mit Bier, Männern in Lederhosen, Frauen in Dirndls, betrunkenen Touristen, Blasmusik und furchterregenden Fahrgeschäften, rund um die 14 Bierzelte der Brauereien der Stadt. Die 16 Tage andauernden Festivitäten werden vom Bürgermeister mit dem Anzapfen des ersten Bierfasses und dem Ausruf 'O' zapft is! eingeläutet.
Noch mehr Trubel findet im Januar und Februar während der Münchner Faschingszeit statt, in der zahlreiche Kostümpartys stattfinden. Etwas gesetzter geht es auf den drei traditionellen Straßenfesten (Dult) auf dem Mariahilfsplatz im Bezirk Auer zu, die jedes Jahr im April, Juli und Oktober veranstaltet werden (Internet: www.auerdult.de). Im Dezember verwandelt sich der Marienplatz jedes Jahr in den weltberühmten Christkindlmarkt (Weihnachtsmarkt). Dann singen bayrische Chöre vom Balkon des Rathauses und der Platz wird durch einen riesigen Weihnachtsbaum hell erleuchtet. Die im Sommer (Juni-Juli) und Winter (Nov.-Dez.) stattfindenden Tollwood-Festivals (Tel: (089) 383 85 00. Internet: www.tollwood.de) bieten eine beliebte Mischung aus Theater, Oper, Musik und modernen Zirkusaufführungen.
Literarische Anmerkungen
Thomas Mann zog als junger Mann nach München und arbeitete an dem satirischen Magazin Simplicissimus, bevor er als Schriftsteller tätig wurde und hier auch seinen ersten großen Roman Buddenbrooks (1900) fertigstellte. Zu den Autoren des 20. Jahrhunderts, die mit München in Verbindung gebracht werden, gehört auch Siegfried Sommer, der das Werk Und keiner weint mir nach (1996) schrieb sowie Alfred Andersch, der Verfasser von Sansibar oder der letzte Grund (1957), der 1914 in München geboren wurde und wegen seiner linksgerichteten politischen Einstellung eine kurze Zeit im Konzentrationslager Dachau verbrachte. Junge Besucher werden sich an den Werken Erich Kästners erfreuen, u. a. an Das doppelte Lottchen (1949), das auch mehrmals verfilmt wurde.
