Sicherheitshinweise, Botschaften und Fremdenverkehrsämter in Haiti

Reisewarnung

Haiti

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 16.02.2017
Unverändert gültig seit: 08.02.2017



Aktuelle Hinweise

Am 7. Februar wurde Jovenel Moise als neuer Staatspräsident vereidigt. Die unterlegenen Parteien haben seinen Wahlsieg nicht anerkannt. Im Zuge dessen kann es in den nächsten Wochen zu Protesten und Demonstrationen kommen, die leicht in Gewalt umschlagen können.  

Reisende sollten die lokale Medienberichterstattung aufmerksam verfolgen, sowie jede Art von Menschenansammlungen und Demonstrationen meiden. Den Anweisungen der Sicherheitskräfte sollte unbedingt Folge geleistet werden.

Am 05.01.2017 wurde der für die Region Grand Anse in den Senat gewählte Guy Philippe verhaftet und an die USA ausgeliefert. In der Folge kam es in einigen Landesteilen (hauptsächlich Départments Grand’Anse, insbesondere dessen Hauptstadt Jérémie und Sud, vereinzelt auch in anderen Landesteilen) zu gewalttätigen Protesten seiner Anhänger, die sich gegen als US-Amerikaner wahrgenommene Ausländer richteten. Derzeit sind diese Proteste abgeflaut, sie können aber je nach Prozessverlauf in den USA rasch wieder aufflammen.

Von Reisen nach Haiti wird derzeit dringend abgeraten.

Reisenden, die sich bereits in Haiti aufhalten,  wird zu besonderer Aufmerksamkeit und Vorsicht geraten. Deutschen Staatsangehörigen wird nachdrücklich empfohlen, sich unabhängig von Aufenthaltszweck und –dauer in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts - Externer Link, öffnet in neuem Fensterhttp://elefand.diplo.de/ - einzutragen und dabei die Dauer des Aufenthaltes anzugeben.

Bei Überlandfahrten ist besondere Vorsicht geboten. Von Fahrten nach Einbruch der Dunkelheit wird dringend abgeraten.

Aufgrund des erneuten Ausbruchs der Cholera nach Hurrikan „Matthew“  sollten Reisende unbedingt den Abschnitt „Medizinische Hinweise“ dieser Reise- und Sicherheitshinweise beachten.


Landesspezifische Sicherheitshinweise

Kriminalität

Das allgemeine Kriminalitätsniveau ist hoch, liegt aber noch unter dem vergleichbarer anderer Staaten der Karibik. Vor allem in den beiden Großstädten Port-au-Prince und Cap-Haitien sind Ausländer bevorzugte Opfer und werden teils gezielt ausgeraubt, z. B. nach der Erledigung von Bankgeschäften oder nach der Einreise am Flughafen. Am Flughafen sollten sich Reisende von einer Person ihres Vertrauens abholen lassen. Daher wird Individualreisenden zu besonderer Vorsicht geraten. Bei einem Überfall sollten sie keine Gegenwehr leisten, um eine Gewalteskalation zu vermeiden.

Haiti hat in den letzten Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um den Tourismussektor wieder zu beleben. Dazu gehören gut organisierte Gruppenreisen, die den sicherheitsrelevanten Gegebenheiten so gut wie möglich Rechnung tragen. Die Teilnehmer werden bereits am Flughafen empfangen und während des gesamten Aufenthalts in Haiti begleitet, teilweise auch von Sicherheitskräften. Reisende, die an einer solchen Gruppenreise teilnehmen, müssen damit rechnen, dass wichtige Ausfallstraßen zu den Hotels an den Stränden des Landes kurzfristig durch gewalttätige Demonstranten blockiert werden und die Reise daher nicht wie geplant stattfinden kann.

Individualreisenden wird von einem Aufenthalt  in den folgenden Stadtvierteln der Hauptstadt Port-au-Prince dringend abgeraten: Cité Soleil, Martissant, Carrefour, Bel Air, Cíté Militaire und Jean-Marie Vincent.

Bei der Ein- und Ausreise über die offiziellen Grenzübergänge zwischen der Dominikanischen Republik und Haiti muss mit stundenlangen Wartezeiten und unangekündigten Schließungen der Grenze sowie mit unangekündigten Demonstrationen auf beiden Seiten der Grenze gerechnet werden. Der illegale Grenzübertritt ist strafbar und lebensgefährlich.

Piraterie

Reisende auf maritimen Beförderungsmitteln sollten beachten, dass Raubüberfälle auf ankernde oder sich in Küstennähe befindende Schiffe bzw. Fälle von Piraterie entlang der haitianischen Küste sporadisch vorkommen und entsprechende Maßnahmen ergreifen (sichere Ankerplätze vorziehen, Vorsicht mit spontanen Gästen an Bord, Eigensicherung bei Nacht).

Die staatlichen Sicherheitsorgane sind nur eingeschränkt funktionsfähig. Sie können grundsätzlich keinen ausreichenden Schutz garantieren oder Hilfe leisten. Die medizinische Notfallversorgung (z. B. Ambulanzdienste, Intensivstationen) ist ebenfalls nicht flächendeckend gewährleistet.

In Haiti wird weiterhin Cholera übertragen. Nähere Informationen hierzu finden sich in den Medizinischen Hinweisen (s. u.).

Weltweiter Sicherheitshinweis

Es wird gebeten, auch den Externer Link, öffnet in neuem Fensterweltweiten Sicherheitshinweis zu beachten.