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Stadtgeschichte von Moskau

Acht Jahrhunderte lang war Moskau zahlreichen Invasionen ausgesetzt, von Mongolen über Napoleon bis hin zu Hitler, und ging stets als Sieger hervor - allerdings zu einem hohen Preis. Die berüchtigte Goldene Horde, ein um 1236 von mongolischen Reiternomaden gegründetes Khanat, war die erste der invadierenden Streitkräfte. Es folgten zwei Jahrhunderte der mongolischen Herrschaft, die schließlich unter der Herrschaft des Zaren Iwan III. (Iwan der Große) beendet werden konnte. Iwan III. war es auch, der den Bau des Moskauer Wahrzeichens, der Kreml-Festung, in Auftrag gab. In den 1480er Jahren lud er Architekten der italienischen Renaissance ein, darunter der Schweizer Petrus Antonius Solarius, um die Mauer und Türme zu entwerfen. Iwan III. wurde Großfürst von Moskau (damals Teil des mittelalterlichen Staates Muscovy), erweiterte das Gebiet der Stadt und bereicherte sie. Um 1500 war Moskau mit etwa 100.000 Einwohnern eine der größten Städte der Welt.

Iwans Nachfolger, Iwan IV. (Iwan der Schreckliche), setzte die Bautradition fort und veränderte das Stadtbild durch den Bau vieler orthodoxer Kirchen mit goldenen Kuppeln nachhaltig. Der Einfluss der Stadt wuchs mit der Zeit weiter an. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war Moskau mit einer Bevölkerung von mehr als 200.000 die größte Stadt der Welt geworden.

Peter der Große hing nicht so sehr an Moskau wie seine Vorfahren und beschloss, Russlands Hauptstadt nach Norden zu verlegen - an den Ort, den wir heute als St. Petersburg kennen. Diese Verlagerung brachte den Niedergang für die alte Hauptstadt, aber Moskau erholte sich und gewann nach Napoleons missglücktem Angriff 1812 seine Bedeutung wieder.

Moskau spielte eine entscheidende Rolle in den revolutionären Ereignissen von 1917. Aus Angst vor einen deutschen Angriff auf St. Petersburg befahl Lenin, die Hauptstadt wieder nach Moskau zu verlegen.

In den 1930er Jahren erfuhr die Stadt unter Stalins Führung ein Programm der massiven Industrialisierung, mit einer neuen Stadtplanung, die Teile des alten Moskaus unwiderruflich zerstörte. Zum Glück hat Hitler es nie geschafft die Stadt zu erreichen. Seine Pläne wurden, wie schon bei Napoleon, durch den Einbruch des russischen Winters vereitelt.

1980 war Moskau Austragungsort der Olympischen Spiele, die von den USA und anderen westlichen Ländern aufgrund der sowjetischen Beziehungen zu Afghanistan boykottiert wurden.

1991 kam es in Moskau zu einem gescheiterten Putschversuch der Hardliner-Kommunisten gegen die ehrgeizigen Reformen des Präsidenten Michail Gorbatschow, der mit Perestroika und Glasnost versuchte, eine offenere Regierung zu erstellen. Der Putsch läutete einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte ein und führte zum Zusammenbruch der Sowjetunion sowie dem Beginn der radikalen marktorientierten Reformen unter dem neuen Präsident Boris Yeltsin.

Die vergangenen zwei Jahrzehnte haben der Stadt vor allem Hyperinflation, wirtschaftliche Instabilität, zunehmende Verkehrsstörungen und Luftverschmutzung gebracht. Andererseits wurde die Stadt mit zahlreichen westlichen Geschäften und Dienstleistungen zunehmend verwestlicht. Laut der Zeitschrift Forbes lebten 2011 die meisten Milliardäre der Welt in Moskau - sogar mehr als in New York.

Moskau präsentiert sich heute als ein Flickwerk der Geschichte: Es ist ein Ort, an dem mittelalterliche Kirchen und Festungen, stalinistische Planwirtschaft, öffentliche Wohnprojekte der Chruschtschow-Ära und postsowjetischer Modernismus aufeinander treffen. Moskau kann sich außerdem mit den höchsten Hotelpreisen der Welt rühmen.