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Reise- und Sicherheitsinformationen

Äthiopien

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 27.11.2008

Aktueller Hinweis
Die äthiopischen Sicherheitsorgane haben darauf hingewiesen, dass zurzeit im gesamten Land eine erhöhte Gefährdung durch terroristische Anschläge bestehe. Sie führen verstärkte Kontrollen insbesondere an Flughäfen, Hotels, öffentlichen Einrichtungen usw. durch. Es gibt keine Hinweise, von welcher Terrorgruppe konkret diese Gefährdung ausgeht, in welcher Form sie sich äußern könnte oder ob ausländische Einrichtungen und Personen in besonderem Maße gefährdet sind. Sollte es zu Terroraktionen kommen, dürfte nach bisheriger Erfahrung mit Bombenanschlägen zu rechnen sein. Bisherige Bombenanschläge zielten nicht auf ausländische Institutionen oder Personen. Es liegen derzeit keine Hinweise vor, dass westliche oder konkret deutsche Interessen nun in das Visier terroristischer Angriffe geraten könnten.

Reisenden wird zu erhöhter Aufmerksamkeit geraten. Sie sollten insbesondere auf verdächtige Personen und herrenlose Gepäckstücke, wie z.B. Taschen, Pakete oder Textilbündel, achten. Vor Reisen im Lande sollten genaue Erkundigungen über die Sicherheitslage eingeholt werden. Da bisherige Anschläge überwiegend in den frühen Abendstunden stattfanden, in denen viele Menschen unterwegs sind, sollten insbesondere während dieser Tageszeit öffentliche Plätze gemieden werden.

Landesspezifische Sicherheitshinweise
Innenpolitische Lage

Die innenpolitische Lage ist in weiten Landesteilen derzeit relativ ruhig. Trotzdem wird zu erhöhter Aufmerksamkeit und Beachtung der aktuellen Nachrichten geraten. Menschenansammlungen und Demonstrationen sollten gemieden werden.

Vor allem in den Randgebieten des Landes kommt es immer wieder zu Unruhen. In der Somali Region (Ogaden) im Osten, führt die äthiopische Armee derzeit bewaffnete Einsätze gegen Mitglieder der ONLF durch (siehe auch Reisen über Land).
Die Situation an der Grenze zu Eritrea bleibt angespannt.

Terrorismus

Wie in anderen ostafrikanischen Ländern können Aktivitäten terroristischer Gruppen auch in Äthiopien nicht ausgeschlossen werden.

In den letzten Monaten gab es in Abständen vereinzelte Bombenanschläge in Addis Abeba. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich derartige Anschläge in Zukunft wiederholen werden.

Es wird daher zu erhöhter Vorsicht, insbesondere in der Nähe westlicher Einrichtungen und touristischer Reiseziele, geraten. Dabei sollte auf verdächtige Personen und herrenlose Gepäckstücke wie z.B. Taschen, Pakete oder Textilbündel geachtet werden. Da die bisherigen Anschläge jeweils in den frühen Abendstunden stattfanden, sollten während dieser Tageszeit öffentliche Plätze wie z.B. Tankstellen und auch Bars / Kaffeehäuser gemieden werden. Vorsicht ist auch bei der Teilnahme an Großveranstaltungen angeraten.

Reisen über Land / Entführungen / Straßenverkehr

Vor Reisen im Lande sollten genaue Erkundigungen über die Sicherheitslage eingeholt werden.

Die Infrastruktur des Landes ist schwach, gut ausgebaute Straßen für Überlandreisen sind nur begrenzt vorhanden. Am späten Nachmittag, bei Dämmerung und bei Dunkelheit sollte aus Sicherheitsgründen auf Überlandfahrten verzichtet werden.

Touristisch organisierte Besuche nach Addis Abeba und zu den Hauptsehenswürdigkeiten des Landes verlaufen im allgemeinen problemlos.

Von Fahrten in das direkte Grenzgebiet zu Eritrea und in die Danakilsenke in Nord-Afar wird abgeraten.

Im März 2007 ereignete sich eine Entführung in der Danakilsenke in Nord-Afar, im Februar 2008 wurde die Entführung einer Touristengruppe nach Angaben der äthiopischen Regierung nur knapp verhindert. Unbestätigten Informationen zufolge wurden im April 2008 mehrere Personen durch die Explosion einer Landmine getötet.

Es muss mit weiteren Zwischenfällen und Entführungsversuchen durch örtliche Untergrundorganisationen gerechnet werden.

Insbesondere im Grenzgebiet zu Somalia besteht die Gefahr von Entführungen.

Wegen des bewaffneten Konflikts zwischen äthiopischen Streitkräften und der ONLF wird von Reisen in die Somali-Region südlich und östlich von Jijiga abgeraten.

Von nicht unbedingt notwendigen Reisen in die Region Benishangul-Gumez sollte wegen anhaltender Zwischenfälle und Übergriffe ebenfalls abgesehen werden.

Bei Reisen in andere Teile der Afar- und Somali-Region, in die Grenzgebiete zu Kenia (Moyale) und zum Sudan, in die Region Gambella sowie in den Westteil der Oromo-Region (Wellega) wird zu erhöhter Vorsicht geraten und empfohlen, sich vor Reiseantritt bei der Botschaft über die aktuelle Sicherheitslage zu informieren.

Die Grenzübergänge zwischen Äthiopien und Eritrea sind geschlossen.

Vereinzelte Überfälle auf durchfahrende Fahrzeuge am Spätnachmittag oder Abend führen zu der Empfehlung, folgende Routen nicht nach 15:00 Uhr zu befahren: Strecke Metahara-Awash-Arba-Mieso und Asbe Teferi, Strecke Babile-Jijiga, Strecke Welkite-Jimma (bes. am Omo/Gibe-Fluss), Strecke Sodo-Arba Minch-Jinka, Strecke Bahir Dar-Gondar. Auch im und um den Awash-Nationalpark (bes. nördlicher Teil) kann es zu bedrohlichen Situationen und Überfällen kommen.

Minengefahr besteht in der Somali Region (Ogaden), im Nord-Afar (Danakil-Senke) sowie in den Grenzregionen zu Somalia, Sudan (nördlich von Gambella), Eritrea und zu Kenia (Borana-Region). Im Südosten der Grenzregion zu Eritrea ist das Gebiet an der Straße Bure-Assab betroffen. Es wird abgeraten, die Straße Eli Dar Richtung Assab zu befahren.

Reisen über Land/ Zugverkehr

Passagierzüge auf der Strecke Addis Abeba - Dire Dawa - Dschibuti (von Ausländern allerdings kaum benutzt) stellen wegen des schlechten Streckenzustands ein generelles Sicherheitsrisiko dar, waren aber auch mehrfach das Ziel von Sabotageakten und Sprengstoffattentaten.

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