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Reise- und Sicherheitsinformationen

Jemen

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 21.11.2008

Aktuelle Hinweise
- Derzeit besteht ein erhöhtes Anschlagsrisiko in der Nah- und Mittelostregion. Am 17. September 2008 wurde ein schwerer Terroranschlag auf die Botschaft der USA in Sanaa/Jemen verübt. Die länderspezifischen Reise- und Sicherheitshinweise sollten sorgfältig beachtet werden.

- Aufgrund der kürzlichen Flutkatastrophe im Süden und Südosten des Landes ist derzeit mit Behinderungen oder Einschränkungen bei Reisen in den Regionen Hadramaut und Al Mahra zu rechnen.

- Die von Somalia ausgehende Gefahr von Piratenüberfällen erstreckt sich auch auf die Gewässer vor der Küste Jemens. Schiffsreisende werden um besondere Aufmerksamkeit gebeten. Bitte beachten Sie die Reisewarnung des Auswärtigen Amts für Somalia und die Gewässer um das “Horn von Afrika”. Stets aktuelle Informationen gewährt das IMB Piracy Reporting Centre auf der Website www.icc-ccs.org

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Das Auswärtige Amt rät bei Reisen nach Jemen wegen bestehender Terrorgefahr und Risiko von Entführungen allgemein zu besonderer Vorsicht. Von Reisen in die Regionen Marib und Sa’ada (inkl. angrenzender Bezirke) wird aufgrund der besonders angespannten Sicherheitslage dringend abgeraten.

Reisen im Land

Der Jemen ist ein faszinierendes und vielfältiges Land, das sich im Angebot deutscher Reiseveranstalter befindet. Grundsätzlich wird dringend empfohlen, Reisen im Jemen immer durch eine Reiseagentur organisieren zu lassen oder in Kooperation mit zuverlässigen und erfahrenen jemenitischen Partnern, die die Reiseroute mit Sicherheitskräften abstimmen, zu unternehmen. Von Einzelreisen durch das Land wird nachdrücklich abgeraten.

Reisenden wird aufgrund der komplexen Sicherheitslage im Land besonders sicherheitsbewusstes Verhalten und das Treffen angemessener Sicherheitsvorkehrungen empfohlen. Besondere Vorsicht sollte bei Menschenansammlungen, beim Besuch staatlicher Einrichtungen und Lokalitäten mit überwiegend westlichen Besuchern (z.B. Kettenrestaurants, Hotels, westliche Markengeschäfte) geübt werden. Sperrungen der Regierung für bestimmte Routen oder Gebiete sind unbedingt zu beachten.

Terrorismus

Im Jemen kommt es – wie zuletzt am 17.09.2008 in Sanaa – immer wieder zu terroristischen Anschlägen. Westliche Ausländer und Interessen sind besonders gefährdet.

Wiederholt drohte ein jemenitischer Ableger des Terrornetzwerkes Al-Qaida im Internet mit Anschlägen auf nicht-islamische Ausländer im Jemen und auf der gesamten arabischen Halbinsel und rief zur Entführung von Touristen auf. Am 17.09.2008 war die US-Botschaft in Sanaa Ziel eines Anschlages; 17 Menschen, zumeist jemenitische Sicherheitskräfte sowie sieben Angreifer, kamen dabei ums Leben, weitere wurden verletzt. Bereits am 18.03.2008 war die US-Botschaft von Terroristen angegriffen worden. Am 06.04.2008 wurde ein in einem Vorort von Sanaa gelegener Wohnkomplex, in dem u.a. auch amerikanische Staatsbürger und Bedienstete der US-Botschaft untergebracht waren, mit Mörsergranaten angegriffen - es entstand Sachschaden. Ein weiterer Anschlag mit Mörsergranaten ereignete sich am 30.04.2008 in der Nähe des Finanzministeriums und des Hauptzollamts in Sanaa. Am 18.01.2008 war es in Wadi Do'an (Gouvernorat Hadramaut) und zuvor am 02.07.2007 in Marib zu terroristischen Überfällen auf Touristengruppen mit Todesopfern gekommen.

Interne Konflikte

In der gesamten Region Sa’ada und einzelnen Bezirken des angrenzenden Gouvernorats Amran können immer wieder Kampfhandlungen zwischen Aufständischen und Regierungstruppen aufflammen. Die Sicherheitslage in diesen Gebieten ist daher angespannt, weshalb von Reisen in die Region dringend abgeraten wird.

Entführungen

Entführungen ausländischer Staatsangehöriger, die bislang keinerlei terroristischen Hintergrund hatten, haben in den vergangenen Jahren den Tourismus im Jemen ebenfalls stark beeinträchtigt. Ausländische Touristen wurden von Stämmen festgehalten, die damit von der eigenen Regierung Gegenleistungen zu erpressen versuchten. Entführungen können grundsätzlich im ganzen Lande, auch in den Städten, stattfinden. Ein Ableger von Al-Qaida hat im Juli 2008 zu Entführungen aufgerufen (s.o.).

Die jemenitische Regierung bemüht sich nach Kräften, die Bevölkerung wie auch Touristen und im Lande lebende Ausländer vor Gewaltakten zu schützen.

Minengefahr

Bei Reisen in den Süden des Landes wird wegen nicht eindeutig lokalisierter Minenfelder von Fahrten abseits befestigter Straßen abgeraten, auch wenn während der letzten Jahre ein Großteil der Gebiete gesäubert werden konnte. Es verblieben Minen insbesondere entlang der Hauptstraße von Aden nach Sana’a bis Al-Anad, entlang der Küstenstraßen östlich von Aden sowie westlich von Mukalla und um die Hafenstadt Bir Ali.

Schiffsreisen/ -expeditionen

Von individuellen Schiffreisen vor und in den jemenitschen Küstengewässern wird dringend abgeraten. Aufgrund der militärischen Bedeutung der Inseln im Roten Meer sind diese zum Großteil militärisches Sperrgebiet. Wegen Fischereirechten im Roten Meer treten regelmäßig Konflikte mit Eritrea auf. Im Gebiet Bab al-Mandab und den Somalia vorgelagerten Gewässern werden zunehmend Piraterievorfälle sowie Probleme wegen des Flüchtlingsschmuggels von Somalia nach Jemen gemeldet.

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