Syrien Reise- und Sicherheitsinformationen
Syrien
Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 13.01.2012
Reisewarnung
Vor Reisen nach Syrien wird weiterhin gewarnt.
Das Auswärtige Amt fordert nochmals mit Nachdruck alle Deutschen, die das Land noch nicht verlassen haben, zur Ausreise aus Syrien auf.
Die im März 2011 in einzelnen Orten und Städten begonnenen Demonstrationen gegen das Regime finden mittlerweile im ganzen Land statt. Das Militär und die Sicherheitskräfte gehen mit Gewalt und großer Brutalität gegen die Demonstranten vor. An zahlreichen Orten kommt es auch zu Gegengewalt durch desertierte Soldaten der syrischen Streitkräfte oder lokale Gruppen. Fanden die Demonstrationen ursprünglich vor allem nach den Freitagsgebeten in der Nähe von Moscheen und an zentralen Plätzen statt, so finden sie jetzt täglich statt. Tote und Verletzte gibt es in vielen Städten Syriens. Schwerpunkte der gewalttätigen Auseinandersetzungen sind die Regionen Homs und Hama in Mittelsyrien, das Umland von Damaskus, die Provinz Idlib im Norden, und die südsyrische Region Deraa (Hauran). Demonstrationen finden auch im kurdisch geprägten Nordosten des Landes und am Unterlauf des Euphrat statt. Die Innenstädte von Damaskus und Aleppo sind bislang von großen gewalttätige n Auseinandersetzungen verschont geblieben. Ob das in Zukunft auch so bleibt, ist nicht vorherzusagen.
Reisende, die sich entgegen der Reisewarnung noch im Lande aufhalten, sollten unbedingt Menschenansammlungen und Demonstrationen meiden, diese keinesfalls fotografieren sowie besondere Vorsicht walten lassen. Aufgrund der Spannungen im Land wird von Überlandfahrten auch auf der Autobahn abgeraten.
Die Medienberichterstattung sollte aufmerksam verfolgt werden. Die Proteste richteten sich bislang nicht gegen Ausländer.
Terrorismus
Derzeit gibt es keine Hinweise auf eine erhöhte terroristische Gefährdung für Deutsche oder deutsche Institutionen in Syrien.
Aufgrund Syriens Lage als Nachbarstaat des Irak und des Libanon muss auch die Entwicklung der Sicherheitslage in diesen beiden Staaten mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet werden. Auf die Reisewarnungen für Irak und Teile des Libanon wird ausdrücklich hingewiesen.
Grenzregionen zur Türkei und Irak
Insbesondere in der Provinz Idlib laufen gegenwärtig im syrisch-türkischen Grenzgebiet Einsätze des syrischen Militärs, in deren Folge es zu Flüchtlingsbewegungen in Richtung Türkei kommt. Ferner können Spannungen in der überwiegend kurdisch bevölkerten Nord-Ost-Provinz und an der syrisch-irakischen Grenze nicht ausgeschlossen werden. Das syrische Militär führt außerdem in und um die Städte Deir Ez Zor und Abu Kamal Operationen durch.
Es wird empfohlen, größere Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden.
Reisen über Land und auf dem Luftweg
Mit Ausnahme der militärischen Sperrgebiete gibt es in Syrien keine generellen Reisebeschränkungen. Für Besuche der fast völlig zerstörten Stadt Qunaitra direkt an der Grenze zum israelisch besetzten Golan brauchen Reisende eine Sondergenehmigung, die in der Regel kurzfristig ausgestellt wird. Zuständig für eine solche Genehmigung ist das Militärattachébüro (Faraa al Mulhakeen) in Damaskus, das sich im Stadtteil Malki, nördlich vom Adnan-Malki-Platz an der Ecke der Toulaitila- und Ziryab-Straße befindet (ortsübliche Beschreibung für einen Taxifahrer).
Auf dem Golan befindet sich auch in den für Touristen frei zugänglichen Gebieten noch explosives Material aus dem Nahostkrieg 1973. Besondere Vorsicht ist daher geboten. Es wird dringend geraten, die regelmäßig befahrenen Wege nicht zu verlassen.
Beim Fotografieren, insbesondere nicht eindeutig touristischer Gebäude oder Ansichten, ist in Syrien Zurückhaltung und Vorsicht geboten. Es ist in Syrien verboten, militärische Einrichtungen zu fotografieren. Der Begriff der militärischen Einrichtung wird von den syrischen Sicherheitsdiensten umfassend ausgelegt und kann auch z.B. Wohnhäuser hochrangiger Personen, Brücken, Rundfunkeinrichtungen oder andere staatliche Gebäude umfassen. Das Verbot sollte unbedingt beachtet werden.



