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Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 17.06.2008
Aktuelle Hinweise
In der Stadt Abyei in der gleichnamigen Grenzregion zwischen Nord- und Südsudan brachen am 14.05.2008 Kämpfe zwischen Armee-Einheiten aus Nord- und Südsudan aus, die erst nach mehreren Tagen zur Ruhe kamen und zur weitgehenden Zerstörung der Stadt und der Flucht der Zivilbevölkerung führten. Abyei ist derzeit eine humanitäre Krisenregion, von Reisen dorthin wird abgeraten.
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Terrorismus
Eine im August 2007 verhaftete Gruppe soll mit Planungen für Anschläge auf die Botschaften Großbritanniens und der USA in Khartum befasst gewesen sein. In der Neujahrsnacht 2007/2008 wurden in Khartum ein Diplomat der US-Botschaft und sein Fahrer in ihrem Fahrzeug erschossen; ein terroristisches Motiv ist nicht auszuschließen. Die Liegenschaften der in Khartum ansässigen Institutionen der Vereinten Nationen sind ebenso wie diplomatische Vertretungen stark gesichert. Es liegen keine konkreten Hinweise für eine terroristische Gefährdung Deutscher oder deutscher Einrichtungen in Sudan vor, jedoch lässt sich eine solche Gefährdung nicht völlig ausschließen.
Reisen über Land
Ohne Einschränkungen bereist werden können nur die nördlichen Bundesstaaten und die Landesmitte. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in andere Regionen grundsätzlich ab.
Die Infrastruktur in Sudan ist schlecht ausgebildet und in vielerlei Hinsicht unzureichend. Versorgungsmängel (u. a. Treibstoffknappheit) sind weit verbreitet. Daher ist eine sorgfältige Planung von Reisen sehr wichtig. So sind Reisen außerhalb des Großraums der Hauptstadt Khartum wegen mangelnder Infrastruktur und aufgrund von Sicherheitsgefährdungen oft nur eingeschränkt möglich. Die Unfallgefahr bei Fahrten über Land darf wegen der schlechten Straßen, fehlender Markierungen und der nicht selten unorthodoxen Fahrweise der Sudanesen nicht unterschätzt werden. Nachtfahrten sollten daher ganz vermieden werden. Mit Bandenüberfällen, aber auch mit willkürlichen Maßnahmen der Polizei oder anderer Sicherheitsorgane, muss gerechnet werden. Aufgrund der Nachwirkungen des Bürgerkriegs in Südsudan, der Stammeskonflikte und der nach wie vor angespannten Situation an manchen Teilen der südlichen und östlichen Grenzen sowie v. a. aufgrund des Darfur-Konflikts ist eine Durchquerung des Landes weder in Nord-Süd- noch in Ost-West-Richtung gefahrlos möglich.
Nordsudan
Reisen auf dem Landweg nach Ägypten sind wieder möglich, jedoch ausschließlich über einen einzigen Grenzübergang bei Wadi Halfa auf dem Wasserweg über den Assuan-Stausee. Ausländer benötigen Reisegenehmigungen mit Angabe von Reiseziel und Reisedauer, die in Khartum erhältlich sind. In den Provinzstädten werden Reisegenehmigungen bei den Büros der Polizei/Sicherheitsbehörden ausgestellt, wenn man über den Landweg einreist. Vor dem Versuch des illegalen Grenzübertritts (auch in die anderen angrenzenden Länder) wird wegen des Risikos nicht oder unzureichend gekennzeichneter Minenfelder ausdrücklich gewarnt. Außerdem setzt man sich der Gefahr einer längerfristigen Inhaftierung aus.
Von Reisen in die Regionen White Nile und Sennar wird wegen möglicher militärischer Auseinandersetzungen abgeraten.
Westsudan und Region Darfur
In der Region Darfur im Westen von Sudan droht wegen militärischer Auseinandersetzungen und Banditenunwesen Lebensgefahr.
In den Darfurprovinzen kommt es weiter zu Überfällen auf Transporte von Hilfsorganisationen, auch bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Rebellengruppen sowie Brandschatzungen von Reitermilizen unter der Bevölkerung halten an.
Reisen nach Darfur bedürfen in jedem Fall der vorherigen Genehmigung der sudanesischen Regierung. Mitarbeitern in Darfur tätiger Hilfsorganisationen wird dringend geraten, engste Abstimmung mit den Hilfskoordinatoren der VN (OCHA, Office for the Co-ordination of Humanitarian Affairs) und der sudanesischen Regierung (HAC, Humanitarian Affairs Commission) zu suchen und die deutsche Botschaft Khartum über den Aufenthalt im Land zu informieren. Bei Dienst- oder journalistischen Reisen nach Darfur ist engste Koordinierung mit der deutschen Botschaft in Khartum und der VN-Friedensmission UNMIS (United Nations Mission in Sudan) und deren Sicherheitsdienst UNDSS (United Nations Department for Safety and Security) angeraten.
Die Grenze Sudan - Tschad ist zur Zeit geschlossen. Änderungen sind jederzeit möglich.
Südsudan
Reisen nach Südsudan müssen von der zuständigen Stelle des sudanesischen Innenministeriums in Burri (in der Nähe der US-Botschaft) genehmigt werden.
In Südsudan bestehen außerhalb der größeren Städte vielerorts Gefahren durch gewaltsam ausgetragene Stammeskonflikte, Landminen und - insbesondere im Grenzgebiet zu Uganda und Demokratischer Republik Kongo - marodierende Bewaffnete der "Lord's Resistance Army".
Wegen des ungeklärten Grenzverlaufs und einer hohen Präsenz von Truppen aus dem Nord- und Südsudan ist von einer Reise in die zwischen der sudanesischen Zentralregierung und der Regierung des Südsudan umstrittene mittelsudanesische Region Abyei abzuraten. Die Sicherheitslage in dem ehemaligen Konfliktgebiet Nubaberge hat sich zwar etwas entspannt, nicht zuletzt wegen Landminengefahr ist die Gegend aber kein sicheres Reiseziel.
Seit April 2008 war es in Juba, der Hauptstadt der quasiautonomen Region Südsudan, zu einer Reihe bewaffneter Raubüberfälle gekommen, u.a. auf Unterkünfte von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen und das Büro von ECHO (Europäisches Amt für humanitäre Hilfe). Mittlerweile haben südsudanesische Regierung und UNMIS reagiert und führen nachts verstärkt Patrouillen durch. Weitere Überfälle können allerdings nicht ausgeschlossen werden.
Bei Überlandfahrten in Südsudan wird empfohlen, sich zuvor mit UNDSS in Verbindung zu setzen und deren Empfehlungen hinsichtlich polizeilicher oder militärischer Eskortierung zu befolgen. In weiten Teilen können gewaltsam ausgetragene Stammes- und andere Konflikte Reisende, die sich nicht an die UNDSS-Vorgaben halten, in Gefahr bringen.
Ostsudan
Auch nach dem Friedensschluss zwischen der ostsudanesischen „Eastern Front" und der Regierung in Khartum sind in der Region viele Sicherheitskräfte präsent. Geschäftsreisenden wird empfohlen, die Reiseplanung eng mit dem sudanesischen Geschäftspartner abzustimmen und die deutsche Botschaft zu informieren.
Die Grenze Sudan - Äthiopien (El Gedaref) ist offen. Die Grenze Sudan - Eritrea ist zur Zeit geschlossen. Änderungen sind jederzeit möglich.
Stand: 17.06.2008
Aktuelle Hinweise
In der Stadt Abyei in der gleichnamigen Grenzregion zwischen Nord- und Südsudan brachen am 14.05.2008 Kämpfe zwischen Armee-Einheiten aus Nord- und Südsudan aus, die erst nach mehreren Tagen zur Ruhe kamen und zur weitgehenden Zerstörung der Stadt und der Flucht der Zivilbevölkerung führten. Abyei ist derzeit eine humanitäre Krisenregion, von Reisen dorthin wird abgeraten.
Landesspezifische Sicherheitshinweise
Terrorismus
Eine im August 2007 verhaftete Gruppe soll mit Planungen für Anschläge auf die Botschaften Großbritanniens und der USA in Khartum befasst gewesen sein. In der Neujahrsnacht 2007/2008 wurden in Khartum ein Diplomat der US-Botschaft und sein Fahrer in ihrem Fahrzeug erschossen; ein terroristisches Motiv ist nicht auszuschließen. Die Liegenschaften der in Khartum ansässigen Institutionen der Vereinten Nationen sind ebenso wie diplomatische Vertretungen stark gesichert. Es liegen keine konkreten Hinweise für eine terroristische Gefährdung Deutscher oder deutscher Einrichtungen in Sudan vor, jedoch lässt sich eine solche Gefährdung nicht völlig ausschließen.
Reisen über Land
Ohne Einschränkungen bereist werden können nur die nördlichen Bundesstaaten und die Landesmitte. Das Auswärtige Amt rät von Reisen in andere Regionen grundsätzlich ab.
Die Infrastruktur in Sudan ist schlecht ausgebildet und in vielerlei Hinsicht unzureichend. Versorgungsmängel (u. a. Treibstoffknappheit) sind weit verbreitet. Daher ist eine sorgfältige Planung von Reisen sehr wichtig. So sind Reisen außerhalb des Großraums der Hauptstadt Khartum wegen mangelnder Infrastruktur und aufgrund von Sicherheitsgefährdungen oft nur eingeschränkt möglich. Die Unfallgefahr bei Fahrten über Land darf wegen der schlechten Straßen, fehlender Markierungen und der nicht selten unorthodoxen Fahrweise der Sudanesen nicht unterschätzt werden. Nachtfahrten sollten daher ganz vermieden werden. Mit Bandenüberfällen, aber auch mit willkürlichen Maßnahmen der Polizei oder anderer Sicherheitsorgane, muss gerechnet werden. Aufgrund der Nachwirkungen des Bürgerkriegs in Südsudan, der Stammeskonflikte und der nach wie vor angespannten Situation an manchen Teilen der südlichen und östlichen Grenzen sowie v. a. aufgrund des Darfur-Konflikts ist eine Durchquerung des Landes weder in Nord-Süd- noch in Ost-West-Richtung gefahrlos möglich.
Nordsudan
Reisen auf dem Landweg nach Ägypten sind wieder möglich, jedoch ausschließlich über einen einzigen Grenzübergang bei Wadi Halfa auf dem Wasserweg über den Assuan-Stausee. Ausländer benötigen Reisegenehmigungen mit Angabe von Reiseziel und Reisedauer, die in Khartum erhältlich sind. In den Provinzstädten werden Reisegenehmigungen bei den Büros der Polizei/Sicherheitsbehörden ausgestellt, wenn man über den Landweg einreist. Vor dem Versuch des illegalen Grenzübertritts (auch in die anderen angrenzenden Länder) wird wegen des Risikos nicht oder unzureichend gekennzeichneter Minenfelder ausdrücklich gewarnt. Außerdem setzt man sich der Gefahr einer längerfristigen Inhaftierung aus.
Von Reisen in die Regionen White Nile und Sennar wird wegen möglicher militärischer Auseinandersetzungen abgeraten.
Westsudan und Region Darfur
In der Region Darfur im Westen von Sudan droht wegen militärischer Auseinandersetzungen und Banditenunwesen Lebensgefahr.
In den Darfurprovinzen kommt es weiter zu Überfällen auf Transporte von Hilfsorganisationen, auch bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Rebellengruppen sowie Brandschatzungen von Reitermilizen unter der Bevölkerung halten an.
Reisen nach Darfur bedürfen in jedem Fall der vorherigen Genehmigung der sudanesischen Regierung. Mitarbeitern in Darfur tätiger Hilfsorganisationen wird dringend geraten, engste Abstimmung mit den Hilfskoordinatoren der VN (OCHA, Office for the Co-ordination of Humanitarian Affairs) und der sudanesischen Regierung (HAC, Humanitarian Affairs Commission) zu suchen und die deutsche Botschaft Khartum über den Aufenthalt im Land zu informieren. Bei Dienst- oder journalistischen Reisen nach Darfur ist engste Koordinierung mit der deutschen Botschaft in Khartum und der VN-Friedensmission UNMIS (United Nations Mission in Sudan) und deren Sicherheitsdienst UNDSS (United Nations Department for Safety and Security) angeraten.
Die Grenze Sudan - Tschad ist zur Zeit geschlossen. Änderungen sind jederzeit möglich.
Südsudan
Reisen nach Südsudan müssen von der zuständigen Stelle des sudanesischen Innenministeriums in Burri (in der Nähe der US-Botschaft) genehmigt werden.
In Südsudan bestehen außerhalb der größeren Städte vielerorts Gefahren durch gewaltsam ausgetragene Stammeskonflikte, Landminen und - insbesondere im Grenzgebiet zu Uganda und Demokratischer Republik Kongo - marodierende Bewaffnete der "Lord's Resistance Army".
Wegen des ungeklärten Grenzverlaufs und einer hohen Präsenz von Truppen aus dem Nord- und Südsudan ist von einer Reise in die zwischen der sudanesischen Zentralregierung und der Regierung des Südsudan umstrittene mittelsudanesische Region Abyei abzuraten. Die Sicherheitslage in dem ehemaligen Konfliktgebiet Nubaberge hat sich zwar etwas entspannt, nicht zuletzt wegen Landminengefahr ist die Gegend aber kein sicheres Reiseziel.
Seit April 2008 war es in Juba, der Hauptstadt der quasiautonomen Region Südsudan, zu einer Reihe bewaffneter Raubüberfälle gekommen, u.a. auf Unterkünfte von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen und das Büro von ECHO (Europäisches Amt für humanitäre Hilfe). Mittlerweile haben südsudanesische Regierung und UNMIS reagiert und führen nachts verstärkt Patrouillen durch. Weitere Überfälle können allerdings nicht ausgeschlossen werden.
Bei Überlandfahrten in Südsudan wird empfohlen, sich zuvor mit UNDSS in Verbindung zu setzen und deren Empfehlungen hinsichtlich polizeilicher oder militärischer Eskortierung zu befolgen. In weiten Teilen können gewaltsam ausgetragene Stammes- und andere Konflikte Reisende, die sich nicht an die UNDSS-Vorgaben halten, in Gefahr bringen.
Ostsudan
Auch nach dem Friedensschluss zwischen der ostsudanesischen „Eastern Front" und der Regierung in Khartum sind in der Region viele Sicherheitskräfte präsent. Geschäftsreisenden wird empfohlen, die Reiseplanung eng mit dem sudanesischen Geschäftspartner abzustimmen und die deutsche Botschaft zu informieren.
Die Grenze Sudan - Äthiopien (El Gedaref) ist offen. Die Grenze Sudan - Eritrea ist zur Zeit geschlossen. Änderungen sind jederzeit möglich.







