Saudi-Arabien Reise- und Sicherheitsinformationen

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 14.12.2009

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Terrorismus


Die Sicherheitslage in Saudi-Arabien ist weiterhin von der Möglichkeit terroristischer Anschläge geprägt.

Nach dem Attentat auf vier französische Staatsangehörigen im Februar 2007 nördlich von Medina erfolgten keine weiteren Anschläge. Es wurden aber zahlreiche geplante Anschläge erfolgreich verhindert.

Die saudi-arabischen Sicherheitsbehörden verhafteten 2008 mehr als 500 Terrorverdächtige. Auch 2009 halten die Verhaftungen an. Im August 2009 wurde eine Gruppe von 44 mutmaßlichen Terroristen festgenommen. Es wurden zahlreiche Waffen und Sprengstoffe sichergestellt. Nach saudischen Angaben konnten in den letzten Jahren 200  Anschläge vereitelt werden.

Ziele waren vornehmlich die Ölanlagen des Landes, Einrichtungen der saudi-arabischen Sicherheitsbehörden (u.a. in Al-Khafi), sowie Pilger in Mekka und Medina. Ein Anschlag soll u.a. auch in Yanbu geplant gewesen sein. Die US-Botschaft gab im August 2008 eine konkrete Anschlagswarnung für Riad heraus. Im Kontext dieses Hinweises wurde durch das saudi-arabische Innenministerium auf die Notwendigkeit steter Wachsamkeit hingewiesen.

Am 28. August 2009 versuchte ein Terrorist den stellvertretenden saudi-arabischen Innenminister durch eine Explosion zu ermorden. Das Attentat schlug fehl.

Am 4. November 2009 begann eine militärische Aktion Saudi-Arabiens in der Provinz Jizan im Bereich des Dschebel Dukhan. Hintergrund sind grenzüberschreitende Rebellenangriffe von jemenitischer Seite. Auf saudischer Seite wurden zahlreiche Grenzdörfer evakuiert und ein 10-km breiter militärisch gesicherter Bereich eingerichtet. Die Lage in diesem Grenzabschnitt ist weiterhin unübersichtlich.

In der Vergangenheit waren im Grenzgebiet zwischen Saudi-Arabien und Jemen nach Schusswechseln zwischen den Sicherheitsbehörden mit Waffen- und Drogen-Schmugglern sowie Terrorverdächtigen Tote zu beklagen. Im April 2009 wurden 11 saudische Terrorverdächtige im Grenzgebiet zu Jemen festgenommen.

Von Aufenthalten in Grenznähe im Bereich Jizan und Najran wird abgeraten.

Das Auswärtige Amt empfiehlt allen deutschen Staatsangehörigen, besondere Vorsicht und Wachsamkeit obwalten zu lassen und sicherzustellen, dass sie sich auf ihre selbst getroffenen Sicherheitsmaßnahmen verlassen können.

Reisen über Land

Die saudi-arabischen Behörden verbieten Reisen in die Wüste (Durchquerung der  Rub Al-Khali) aus Sorge um die Sicherheit ausdrücklich. Aus Gründen der Sicherheit verlangt das saudi-arabische Außenministerium Reisen zu touristischen Orten innerhalb Saudi-Arabiens vorher bei den Sicherheitsbehörden anzukündigen, damit Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden können.

Insbesondere für den Besuch von archäologischen Stätten verlangen die saudischen Behörden die Anwesenheit von Sicherheitskräften. Bitte nehmen sie dazu Kontakt auf mit dem

General Commission for Tourism & Antiquities
P.O Box 66680 Riyadh 11586
Kingdom of Saudi Arabia
Phone: +966-1-8808855 oder 800 755 0000
Fax: +966-1-8808844
www.scta.gov.sa

Kriminalität

Die Kriminalitätsrate steigt, aber im Vergleich zu vielen europäischen Großstädten bewegt sie sich noch immer auf niedrigem Niveau. In Riad wurden 2009 einige Fälle von Carjacking bekannt.

Allgemeine Verhaltenshinweise

Allgemein ist besondere Vorsicht an Örtlichkeiten mit größeren Menschenansammlungen, wie etwa Parkplätzen vor Supermärkten, Einkaufszentren, belebten Straßen oder Plätzen, anzuraten. Leicht nachzuvollziehende Gewohnheiten im täglichen Leben sollten vermieden werden, Fahrten zur Arbeit, zum Einkaufen und zu Freizeitaktivitäten möglichst auf unterschiedlichen Strecken und zu unterschiedlichen Zeiten unternommen werden. Die in Saudi-Arabien geltenden gesellschaftlichen Regeln müssen beachtet, insbesondere auffällige Kleidung und Zurschaustellung oder gar Verteilung christlich-religiöser Symbole vermieden werden. Der Verzicht auf Ausgehen zu bestimmten Zeiten (Freitagsgebet) kann das Risiko weiter senken, aber nicht aufheben.

Krisenvorsorge

Alle Deutschen, die -auch nur vorübergehend - im Amtsbezirk der Botschaft leben, können in eine Krisenvorsorgeliste gemäß § 6 Abs. 3 des deutschen Konsulargesetzes aufgenommen werden.

Es handelt sich hierbei um eine freiwillige Maßnahme. Die Botschaft rät, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, damit Sie - falls erforderlich - in Krisen  und sonstigen Ausnahmesituationen schnell kontaktiert werden können.

Die Aufnahme in die Krisenvorsorgeliste erfolgt ab sofort passwortgeschützt im Online-Verfahren: http://service.diplo.de/registrierungav

Sollten Sie bei der Online-Registrierung auf Schwierigkeiten stoßen, senden Sie uns bitte eine E-Mail über unser Kontaktformular mit einer kurzen Erläuterung oder rufen Sie uns unter der Telefonnummer 01-4880700 Durchwahl 225 und 226 an.

Deutsche Botschaft Riad
P.O. Box 94001
Riyadh 11693
Tel: 00966-1-4 88 07 00
Fax: 00966-1-4 88 06 60
www.riad.diplo.de
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