Libanon Länderinfos - Reise- und Sicherheitsinformationen

 

 


Sicherheitshinweis, Reisewarnung für den Südlibanon vom Auswärtigen Amt:
Stand: 30.06.2008

Aktueller Hinweis

Von Reisen in den Libanon wird abgeraten.

Lage vor Ort
Nach den bewaffneten Auseinandersetzungen in verschiedenen Teilen des Landes zwischen 7. und 13. Mai 2008 (verbunden mit Sperrungen der Zugänge des Flughafens Beirut und mehrerer Straßenverbindungen) hat sich die Lage im Lande wieder weitgehend normalisiert.

Alle Außengrenzen und der Flughafen sind geöffnet.

Trotz der innerlibanesischen Einigung ist aber zur Zeit noch nicht absehbar, ob diese Beruhigung dauerhaft sein wird. Es bestehen weiterhin latente Spannungen zwischen konfessionellen Gruppen. Mit dem Ausbruch von örtlich begrenzten Unruhen muss gerechnet werden. 

Allen Deutschen, die sich im Lande aufhalten und sich bisher nicht in die Deutschenliste der Botschaft eingetragen haben, wird empfohlen, ihren Aufenthaltsort und ihre Erreichbarkeit der Botschaft Beirut telefonisch (04-929 600), per Fax oder per Mail mitzuteilen.

Dauerhaft im Libanon lebenden Deutschen wird empfohlen, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren und Kontakt mit ihren Vertrauenspersonen zu halten.

Landesspezifischer Sicherheitshinweis sowie Reisewarnung für Gebiete und Flüchtlingslager im Norden und Süden des LibanonVon Reisen in den Libanon wird abgeraten.

Gewarnt wird vor Reisen in die palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al-Bared und Beddawi bei Tripoli / Tarabulus im Nordlibanon, in die Bekaa-Ebene nördlich von Baalbek, in das Flüchtlingslager Ain al-Helweh bei Sidon / Saida sowie in die Gebiete südlich des Litani (mit Ausnahme der Stadt Tyros / Sur), die südliche Bekaa-Ebene und das Grenzgebiet zu Israel.

Terrorismus

Im Libanon besteht ein erhöhtes Risiko von Anschlägen gegen Personen, Gebäude oder Einrichtungen, die aus der Sicht von Extremisten als Ziele mit Symbolcharakter angesehen werden könnten. Es wird empfohlen, solche Ziele und größere Menschenansammlungen und Demonstrationen zu meiden.

Bei verschiedenen gezielten Sprengstoffanschlägen im Raum Beirut sind seit dem Frühsommer 2007 zahlreiche Menschen getötet oder verletzt worden. Zuletzt ereigneten sich im Raum Beirut zwei Autobombenattentate im Januar 2008 und ein Anschlag im Dezember 2007. Ein am 24. Juni 2007 auf eine spanische Patrouille der im Südlibanon stationierten Friedenstruppen der Vereinten Nationen (UNIFIL) verübter Anschlag forderte sechs Todesopfer. Die Hintergründe dieser Anschläge sind bisher nicht geklärt.

Bei Kämpfen zwischen libanesischer Armee und sunnitischen Extremisten in der Region Tripoli wurden zwischen Ende Mai 2007 und Anfang September 2007 über 400 Personen getötet.

Die Kämpfe zwischen Regierungs- und Oppositionsanhängern im Mai 2008 in Beirut, in Tripoli und im Schuf forderten über 60 Todesopfer.

Reisen über Land

Die Sicherheitslage im Libanon ist weiterhin sehr angespannt.

Während der kriegerischen Auseinandersetzungen des Sommers 2006 wurden Infrastruktureinrichtungen bombardiert und zerstört. Besonders betroffen waren die schiitischen Vororte im Süden Beiruts sowie die Gebiete südlich des Litani-Flusses. Der Wiederaufbau der Infrastruktur ist zwar weitgehend abgeschlossen, gleichwohl wird von Besuchen der genannten Gebiete wegen der noch vorhandenen Kriegsschäden und der damit verbundenen Gefahren (Einsturzgefahr von Häusern, Gefahr herabstürzender Bauteile) weiterhin abgeraten.

Besonders in grenznahen Gebieten im Süd-Libanon ist die Lage weiterhin nicht vollkommen stabil (vgl. Teilreisewarnung). Neben der Anschlagsgefahr besteht Gefahr durch nicht explodierte Munition und teilweise durch Minen, die weiterhin regelmäßig Verletzte und in Einzelfällen auch Todesopfer fordern.

Generell abgeraten
wird vor Reisen in den Nordlibanon insbesondere die Stadt Tripoli / Tarabulus sowie die Verwaltungsbezirke Akkar und Diniyye.

Gewarnt
wird vor
  • Reisen in die palästinensischen Flüchtlingslager Nahr al-Bared und Beddawi bei Tripoli / Tarabulus im Nordlibanon (ausgenommen Wiederaufbauprojekte in Abstimmung mit der deutschen Botschaft und UNRWA),
  • Reisen in die Bekaa-Ebene nördlich von Baalbek (Verwaltungsbezirk Hermel); auch die weiter südlich gelegenen Orte Majdel Anjar, Ghaze, Qaraun, Bar Elias, Talabaya, Sednayel und Britel sollten gemieden werden.
  • dem Besuch des Flüchtlingslagers Ain al-Helweh (bei Sidon / Saida) sowie vor Reisen in die Gebiete südlich des Litani (mit Ausnahme der Stadt Tyros / Sur), die südliche Bekaa-Ebene und das Grenzgebiet zu Israel. Reisen in die Gebiete südlich von Tyros / Sur können zudem nur mit Genehmigung der libanesischen Sicherheitskräfte durchgeführt werden.
Dennoch unternommene Reisen (Dienst- und Geschäftsreisen sowie Familienbesuche) sollten sorgfältig vorbereitet werden. Einzelheiten wie Abholung, Transport und Unterkunft im Libanon sollten vorab vom Organisator bzw. vom Reisenden mit dem dortigen Gastgeber bzw. Gesprächspartner auch unter Berücksichtigung von Sicherheitsaspekten vereinbart werden. Fahrten sollten nur in Begleitung ortskundiger libanesischer Vertrauenspersonen bzw. anerkannter Touristenführer unternommen werden. Erhöhte Aufmerksamkeit wird dringend angeraten. Dies gilt insbesondere auch für die nicht bereits von der Reisewarnung abgedeckten Flüchtlingslager und den Norden des Landes. Die libanesischen Sicherheitskräfte sind in keinem der palästinensischen Flüchtlingslager im Libanon präsent und können die Sicherheit dort nicht gewährleisten. Es wird ferner empfohlen, sich aus den örtlichen Medien über aktuelle Entwicklungen ständig informiert zu halten und möglichst Kontakt zur deutschen Botschaft aufzunehmen. Informationen hierzu finden Sie auch auf der Internet-Seite der Botschaft unter www.beirut.diplo.de die ständig aktualisiert wird (Die Adresse und die Rufnummern der Botschaft Beirut sind im linken Menüfeld des Auswärtigen Amtes unter „Deutsche Vertretungen" verfügbar).

Den Anweisungen der örtlichen Sicherheitskräfte ist auf jeden Fall Folge zu leisten. Weiterhin können in allen Städten und auf allen Landstraßen Kontrollen stattfinden. Aus diesem Grund sollten Reisende stets Reisedokumente im Original mit sich führen.




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