Indonesien Reise- und Sicherheitsinformationen

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 25.11.2009

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Trotz beachtlicher Erfolge der Polizeibehörden bei der Terrorismusbekämpfung können in Indonesien terroristische Anschläge auf von Ausländern frequentierte Ziele (Hotels, Bars, Restaurants etc.) weiterhin nicht völlig ausgeschlossen werden. In allen stark frequentierten Öffentlichkeitsbereichen (Hotels, Einkaufszentren, Bahnhöfen, Flughäfen etc.) sind Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen erheblich verstärkt worden und vermitteln ein Gefühl der Sicherheit. Für Beunruhigung sorgten Ende November 2009 drei bewaffnete Anschläge auf westliche Ausländer in der Autonomieregion Aceh, deren Hintergründe noch unbekannt sind. Siehe hierzu Abschnitt „Sicherheitslage".

Innenpolitische Situation

Beide Wahlen in diesem Jahr, die Parlamentswahlen am 9. April 2009 und die Präsidentschaftswahlen am 8. Juli 2009, verliefen durchweg friedlich, abgesehen von einigen wenigen gewalttätigen Zwischenfällen in den Provinzen Papua und Aceh.

Allgemein ist nach wie vor eine gewisse Vorsicht geboten beim Aufenthalt in Regionen mit ethnischem oder religiösem Konfliktpotential. Größere Menschenansammlungen oder Demonstrationen sollten dort gemieden werden.

Sicherheitslage

Die indonesischen Strafverfolgungsbehörden haben erhebliche Erfolge bei den Ermittlungen gegen terroristische Täter erzielt, die zu zahlreichen Verhaftungen und Verurteilungen geführt haben. Die Führungsspitze der indonesischen Terrorzellen wurde durch mehrere Polizeiaktionen im September 2009 schwerst getroffen. Es ist damit zu rechnen, dass der Verfolgungsdruck der indonesischen Behörden anhält und weiter intensiviert wird.

Am 17. Juli 2009 sind bei Bombenanschlägen auf zwei Hotels in der Hauptstadt Jakarta mehrere Menschen getötet worden, weitere erlitten teilweise schwere Verletzungen. Anschläge können deshalb auch für die Zukunft nicht ausgeschlossen werden. Als potentiell gefährdet gelten weiterhin Orte besonders in Jakarta und auf Bali, die bevorzugt von Ausländern frequentiert oder mit dem westlichen Ausland identifiziert werden, wie Hotels, Botschaften, Einkaufszentren und touristische Einrichtungen.

Obwohl sich die Sicherheitslage in der Provinz Aceh im Norden von Sumatra seit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen der indonesischen Regierung und der separatistischen „Bewegung Freies Aceh" und den Gouverneurswahlen im Dezember 2006 grundlegend verbessert hat, ist es Ende November zu drei bewaffneten Anschlägen gegen westliche Ausländer gekommen. Ein Deutscher wurde dabei schwer verletzt. Die Regionalregierung von Aceh ist über diese Attentate auf Ausländer höchst beunruhigt. In Abstimmung mit der Polizei, dem Militär und den zuständigen Ministerien sollen Maßnahmen umgesetzt werden, um die Sicherheit von Ausländern weiterhin zu gewährleisten. Es wird geraten, sich bei Reisen und Aufenthalten in der Region über die aktuelle Sicherheitslage genau zu informieren und vor Ort höchste Umsicht walten zu lassen.

Ethnische und religiöse Spannungen

Ethnische, religiöse oder soziale Spannungen haben in den letzten Jahren in einzelnen Landesteilen wiederholt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsteilen geführt. In der auf den Molukken gelegenen Provinzhauptstadt Ambon war es in den vergangenen Jahren zu Unruhen mit Toten und Verletzten gekommen, ebenso in Zentralsulawesi um die Stadt Poso. Auch in den Provinzen von Papua (ehem. Irian Jaya) kann sich die Sicherheitslage sowohl in den größeren Städten als auch in den abgelegenen Bergregionen plötzlich anspannen. Reisen in diese Gebiete sollten nicht ohne ortskundige Begleitung unternommen werden. Für alle der bezeichneten Regionen gelten besondere polizeiliche Vorschriften und Beschränkungen für Einreise und Aufenthalt.

Verkehrsinfrastruktur

Die Verkehrsinfrastruktur in Indonesien leidet häufig an technischen Mängeln und generell am mangelnden Risikobewusstsein der Verkehrsteilnehmer. Die Sicherheitsanforderungen und -vorkehrungen liegen deutlich unter europäischem Niveau. Der Straßenverkehr insbesondere außerhalb der Großstädte ist unfallträchtig, in den letzten Jahren häuften sich zudem Flugzeug- und Schiffsunglücke.

Flugverkehr

2007 wurde allen indonesischen Fluggesellschaften aufgrund einer Entscheidung der Europäischen Kommission wegen Sicherheitsbedenken der Betrieb in der Europäischen Union untersagt. Dieses Ein- und Überflugverbot wurde zwischenzeitlich für die indonesischen Fluggesellschaften Garuda Indonesia, Mandala Airlines und Ekspres Transportasi Antarbuena (Express Air) von der EU aufgehoben, da das Land mit dem Inkrafttreten des neuen Flugsicherheitsgesetzes Anfang 2009 mittlerweile die meisten Anforderungen der EU erfüllt und die genannten Fluggesellschaften den geforderten Sicherheitsanforderungen genügen. Für alle anderen indonesischen Fluggesellschaften bleibt das Ein- und Überflugverbot bis auf Weiteres in Kraft.

Piraterie

Die Seeschifffahrt in der Straße von Malakka ist durch Piraterie gefährdet.

Sportliche Aktivitäten

Trekkingtouren, Bergbesteigungen und Tauchgänge sollten nur mit ortskundigen Führern durchgeführt werden, deren Verlässlichkeit durch Empfehlung vom Hotel oder Reisebüro als sicher gelten kann. Grundsätzlich sollte man aus Sicherheitsgründen nur vom Hotel oder Reisebüro empfohlene Reiseführer engagieren.

Hilfe im Notfall

Rettungsdienste verfügen nicht über die in Europa gängige Ausbildung und Ausrüstung. In weiten Landesteilen entspricht die medizinische Versorgung nicht deutschen Standards. Reisende, die sich abseits der großen Ferienzentren aufhalten und sich aufgrund ihrer Konstitution oder Aktivitäten (z.B. Bergsteigen) besonderen Risiken aussetzen, sollten über zusätzlichen Versicherungsschutz verfügen und Notfalladressen bei sich führen, die im Ernstfall ein schnelle Evakuierung nach Jakarta oder Singapur gewährleisten.

Naturkatastrophen

Am 30. September 2009 ereignete sich vor der Westküste Sumatras ein schweres Erdbeben, das mehr als 1100 Todesopfer forderte. Insbesondere die Großstadt Padang und die nördliche ländliche Umgebung waren betroffen. Die Lage in der Erdbebenregion hat sich mittlerweile weitgehend normalisiert und die Wiederaufbaumaßnahmen laufen.

Seit dem Tsunami-Seebeben vor der indonesischen Insel Sumatra am 26. Dezember 2004, das eine zerstörerische Flutwelle auslöste, ist es an der Westküste Sumatras und den vorgelagerten Inseln wiederholt zu Nachbeben gekommen. Allgemein muss in Indonesien überall mit unvorhersehbar einsetzender tektonischer und vulkanischer Aktivität gerechnet werden.

In letzter Zeit sind in ganz Indonesien verstärkt vulkanische Aktivitäten und Erdbeben zu verzeichnen. Am 2. September 2009 erschütterte ein Erdbeben die Südküste von West-Java, in dessen Folge zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Das Beben war bis in die Hauptstadt Jakarta zu spüren, richtete hier aber nur geringe Schäden an.

Bitte beachten Sie insoweit die Medienberichterstattung sowie das erhöhte, akute Risiko bei der Annäherung an aktive Vulkane und ihrer Besteigung.
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