Indonesien Reise- und Sicherheitsinformationen

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 11.02.2010

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Nach den Anschlägen auf das Ritz Carlton und Marriott Hotel am 17 Juli 2009 in Jakarta hat sich die Sicherheitslage in Indonesien dank des entschiedenen Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen die terroristischen Netzwerke deutlich beruhigt. Die Überwachungsmaßnahmen wurden an allen stark frequentierten Öffentlichkeitsbereichen verstärkt. Die Mehrzahl der von Ausländern besuchten Hotels in Jakarta und in den touristischen Zielregionen wie Bali hat das notwendige Schutzpersonal verstärkt und führt Einlasskontrollen durch.

Drei bewaffnete Anschläge auf westliche Ausländer Ende November 2009 in der Autonomieregion Aceh (Nordsumatra), deren Hintergründe unbekannt sind, lassen es angeraten erscheinen, sich vor einer Reise nach Aceh über den aktuellen Stand der Sicherheitssituation zu informieren.

Innenpolitische Situation

Die beiden demokratischen Wahlen in diesem Jahr, die Parlamentswahlen am 9. April 2009 und die Präsidentschaftswahlen am 8. Juli 2009, verliefen durchweg friedlich. Indonesien ist bemüht, die errungene Stabilität als Demokratie durch verbesserten rechtsstaatlichen Schutz abzusichern.

Nach wie vor ist Umsicht geboten bei Aufenthalten in Regionen mit ethnischem oder religiösem Konfliktpotential wie Aceh oder Papua. Größere Menschenansammlungen oder Demonstrationen sollten dort gemieden werden.

Sicherheitslage

Die Führungsspitze der indonesischen Terrorzellen wurde nach den Anschlägen von Jakarta im Juli 2009 durch mehrere Polizeiaktionen im September 2009 empfindlich getroffen. Der Verfolgungsdruck der indonesischen Behörden wurde seitdem weiter ausgedehnt und intensiviert.

An Orten, besonders in Jakarta und auf Bali, die bevorzugt von Ausländern frequentiert oder mit dem westlichen Ausland identifiziert werden, wie Hotels, Botschaften, Einkaufszentren und touristische Einrichtungen, sollte man die Sicherheitsmaßnahmen des Wachpersonals akzeptieren, wozu auch Einlasskontrollen und die Durchleuchtung von Handgepäck zählen.

Die Sicherheitslage in der Provinz Aceh im Norden von Sumatra hat sich seit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens zwischen der indonesischen Regierung und der separatistischen „Bewegung Freies Aceh" und nach den Gouverneurswahlen im Dezember 2006 grundlegend verbessert. Ende November ist es jedoch zu drei bewaffneten Anschlägen gegen westliche Ausländer gekommen. Die Regionalregierung von Aceh ist über diese Attentate auf Ausländer höchst beunruhigt. Einige der Verdächtigen wurden mittlerweile gefasst. In Abstimmung mit der Polizei, dem Militär und den zuständigen Ministerien wurden zusätzliche Maßnahmen umgesetzt, um die Sicherheit von Ausländern zu gewährleisten. Die Hintergründe dieser Anschläge sind immer noch nicht aufgeklärt. Ein Zusammenhang mit den terroristischen Anschlägen der islamistischen Jamah Islamiyah, die für die Anschläge in Jakarta und Bali verantwortlich war, wird jedoch nicht gesehen. Reisende sollten sich bei Aufenthalten in der Region über die aktuelle Sicherheitslage genau informieren.

Ethnische und religiöse Spannungen

In der auf den Molukken gelegenen Provinzhauptstadt Ambon war es in den vergangenen Jahren zu Unruhen mit Toten und Verletzten gekommen, ebenso in Zentralsulawesi um die Stadt Poso und in den Provinzen von Papua (ehem. Irian Jaya). Reisen in diese Gebiete sollten nicht ohne ortskundige Begleitung unternommen werden. Für alle der bezeichneten Regionen gelten besondere polizeiliche Vorschriften und Beschränkungen für Einreise und Aufenthalt.

Verkehrsinfrastruktur

Die Verkehrsinfrastruktur in Indonesien leidet häufig an technischen Mängeln und generell am mangelnden Risikobewusstsein der Verkehrsteilnehmer. Die Sicherheitsanforderungen und -vorkehrungen liegen deutlich unter europäischem Niveau. Der Straßenverkehr insbesondere außerhalb der Großstädte ist unfallträchtig. Wagen sollten grundsätzlich nur mit Fahrer angemietet werden.

Flugverkehr

2007 wurde allen indonesischen Fluggesellschaften aufgrund einer Entscheidung der Europäischen Kommission wegen Sicherheitsbedenken der Betrieb in der Europäischen Union untersagt. Dieses Ein- und Überflugverbot wurde zwischenzeitlich für die indonesischen Fluggesellschaften Garuda Indonesia, Mandala Airlines, Premier Air und Air Fast von der EU aufgehoben, da das Land mit dem Inkrafttreten des neuen Flugsicherheitsgesetzes Anfang 2009 mittlerweile den meisten Anforderungen der EU entspricht. Die genannten Fluggesellschaften genügen den geforderten Sicherheitsanforderungen der EU. Die staatliche Linie Garuda wird noch 2010 den Direktverkehr mit der EU aufnehmen. Außer den o.g. Fluggesellschaften bleibt das Ein- und Überflugverbot der EU bis auf Weiteres in Kraft.

Piraterie

Die Seeschifffahrt in der Straße von Malakka ist durch Piraterie gefährdet.

Sportliche Aktivitäten

Trekkingtouren, Bergbesteigungen und Tauchgänge sollten nur mit ortskundigen Führern durchgeführt werden, deren Verlässlichkeit durch Empfehlung vom Hotel oder Reisebüro als sicher gelten kann. Grundsätzlich sollte man aus Sicherheitsgründen nur vom Hotel oder Reisebüro empfohlene Reiseführer engagieren.

Hilfe im Notfall

Rettungsdienste verfügen nicht über die in Europa gängige Ausbildung und Ausrüstung. In weiten Landesteilen entspricht die medizinische Versorgung nicht deutschen Standards. Versicherungsschutz für den Krankheitsfall sollte unbedingt vorhanden sein. Krankenhäuser und Ärzte in Indonesien erwarten Vorauszahlungen bzw. Garantien für die Kostenübernahme, selbst in medizinischen Notfällen. Bargeld kann überall im Land mit ec- (Maestro) und gängigen Kreditkarten abgehoben werden. Reisende, die sich abseits der großen Ferienzentren aufhalten und sich aufgrund ihrer Konstitution oder Aktivitäten (z.B. Bergsteigen) besonderen Risiken aussetzen, sollten über zusätzlichen Versicherungsschutz verfügen und Notfalladressen bei sich führen, die im Ernstfall eine schnelle Evakuierung nach Jakarta oder Singapur gewährleisten. In den "outer islands" (NTT, Kalimantan auf dem Lande, Nordmolukken u.ä.) gibt es nur eine sehr einfache, europäischen Ansprüchen bei weitem nicht genügende Gesundheitsversorgung.

Naturkatastrophen

Am 30. September 2009 ereignete sich vor der Westküste Sumatras ein schweres Erdbeben, das mehr als 1100 Todesopfer forderte. Insbesondere die Großstadt Padang und die nördliche ländliche Umgebung waren betroffen. Die Lage in der Erdbebenregion hat sich mittlerweile weitgehend normalisiert und die Wiederaufbaumaßnahmen laufen.

Seit dem Tsunami-Seebeben vor der indonesischen Insel Sumatra am 26. Dezember 2004, das eine zerstörerische Flutwelle auslöste, ist es an der Westküste Sumatras und den vorgelagerten Inseln wiederholt zu Nachbeben gekommen. Allgemein muss in Indonesien überall mit unvorhersehbar einsetzender tektonischer und vulkanischer Aktivität gerechnet werden.

In letzter Zeit sind in ganz Indonesien verstärkt vulkanische Aktivitäten und Erdbeben zu verzeichnen. Am 2. September 2009 erschütterte ein Erdbeben die Südküste von West-Java, in dessen Folge zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Das Beben war bis in die Hauptstadt Jakarta zu spüren, richtete hier aber nur geringe Schäden an.

Bitte beachten Sie insoweit die Medienberichterstattung sowie das erhöhte, akute Risiko bei der Annäherung an aktive Vulkane und ihrer Besteigung.
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