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Reise- und Sicherheitsinformationen

Indien

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt,
Stand: 22.12.2008

Aktuelle Hinweise
Zwischen dem 26. und 29. November 2008 forderten terroristische Angriffe u.a. auf mehrere Hotels und Restaurants in Mumbai über 160 Todesopfer sowie rd. 300 Verletzte. Die Terroranschläge richteten sich erstmals gezielt auch gegen Ausländer.

Die Lage hat sich noch nicht wieder vollständig beruhigt. An einer Reihe von Flughäfen, u.a. New Delhi, Chennai und Bangalore, gelten weiterhin erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, die zu längeren Wartezeiten führen können.

Wegen Unruhen in Kaschmir ist es in den letzten Monaten zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten sowie zu Straßenblockaden gekommen. Über Teile Kaschmirs können kurzfristig Ausgangssperren verhängt werden; ein Wiederaufflammen der Unruhen ist nicht auszuschließen. Von Reisen nach Jammu und Kaschmir wird weiterhin abgeraten (vgl. auch Reisehinweise zu Jammu und Kaschmir im nachfolgenden Kapitel „Landesspezifische Sicherheitshinweise“).

Landesspezifische Sicherheitshinweise
Terrorismus / Reisen über Land

Die Sicherheitslage in Indien hat sich in den letzten Monaten vor dem Hintergrund zahlreicher schwerer Terroranschläge in verschiedenen Städten Indiens verschärft. Im Jahr 2008 waren u.a. die Städte Jaipur (Rajasthan), Bangalore (Karnataka), Ahmedabad (Gujarat), die Hauptstadt New Delhi sowie Mumbai von schweren Anschlägen betroffen. Die jüngsten Anschläge in Mumbai richteten sich erstmals gezielt auch gegen verschiedene von ausländischen Touristen und Geschäftsleuten aufgesuchte Hotels, Restaurants sowie den Bahnhof von Mumbai. Mit weiteren Anschlägen in Indien muss gerechnet werden. Ziele können auch von Touristen bevorzugte Orte sein. Es wird daher generell zu erhöhter Wachsamkeit geraten, besonders beim Besuch von Märkten, öffentlichen Plätzen und großen Menschenansammlungen sowie Regierungsgebäuden und nationalen Wahrzeichen.

Das allgemeine kriminelle Risiko für Ausländer in den touristisch stärker erschlossenen Gegenden Indiens ist eher gering. Reisende, insbesondere Frauen, sollten sich jedoch auch dort stets von Vorsicht leiten lassen.

Jammu und Kaschmir

Wegen der Gefahr terroristischer Gewalttaten und unvorhersehbaren Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei bzw. Armee wird von Reisen nach Jammu und Kaschmir abgeraten. Sowohl in den Städten Srinagar als auch in Jammu ist es zu Bombenattentaten insbesondere an öffentlichen Plätzen gekommen. Weitere gewalttätige Auseinandersetzungen, vor allem im Landesteil Kaschmir, sind nicht auszuschließen. Im Landesteil Jammu hat sich die Lage nach gewaltsamen Protesten vorerst beruhigt; auch dort besteht aber weiterhin die Gefahr neuer Unruhen. Wegen erheblicher Sicherheitsrisiken sollten in Ladakh die Grenzgebiete gemieden werden. Generell wird dringend abgeraten, allein oder mit einem nicht ausgewiesenen Führer durch diese Gegenden zu trekken, per Autostopp zu reisen oder an einsamen Plätzen zu zelten.

Nordöstliche, östliche und südöstliche Bundesstaaten

Bei Reisen in die Nordostregion Indiens besteht wegen der dort seit Jahren aktiven militanten Gruppierungen ein erhöhtes Sicherheitsrisiko in Assam, Manipur und Nagaland. Obwohl sich Anschläge und Protestaktionen bisher nicht gegen Ausländer und Touristen richteten, sind Reisende im Nordosten besonderen Unwägbarkeiten ausgesetzt. Gewaltsame Auseinandersetzungen sind in den genannten Gebieten nicht auszuschließen. Wer reist, sollte sich über die aktuelle Lage informiert halten, sich potentielle Gefährdungen vor Augen führen und situationsgerecht verhalten.

In Darjeeling und Umgebung ist bis auf Weiteres mit kurzfristig angesetzten Streiks und Demonstrationen zu rechnen, die in Gewalt ausarten können. Dabei kommt die von Touristen in Anspruch genommene Infrastruktur zum Erliegen. Touristen sind nicht Ziel der Streiks und Auseinandersetzungen, wurden aber wiederholt kurzfristig zum Verlassen ihres Urlaubsortes aufgefordert. Betroffen sind die Gebirgsorte Darjeeling, Kurseong und Kalimpong, sowie im Tal der Zufahrtsort Siliguri und möglicherweise auch der nahegelegene Flughafen Bagdogra. Es wird empfohlen, kurz vor einer geplanten Reise in dieses Gebiet Informationen vom lokalen Reiseveranstalter oder der gebuchten Unterkunft einzuholen.

In den östlichen und südöstlichen Bundesstaaten Kernindiens von Bihar bis zu den östlichen und südlichen Grenzgebieten von Andhra Pradesh besteht ein erhöhtes Risiko von Gewalttaten und Gewaltkriminalität durch maoistische Gruppierungen („Naxaliten“), besonders außerhalb größerer Städte. Deren Aktionen richteten sich bislang allerdings nicht gegen Ausländer.

Wegen Ausschreitungen gegen Christen und ihre Einrichtungen wird von Reisen in den Distrikt Kandhamal (Bundesstaat Orissa) bis auf Weiteres abgeraten. Es ist nicht auszuschließen, dass auch Ausländer dort in Gefahr geraten können, obwohl sich die Angriffe bisher gegen einheimische Christen gerichtet haben.

Andere Regionen

Besondere Reisegenehmigungen werden u.a. für Sikkim, Arunachal Pradesh, Nagaland, Manipur und Mizoram wie auch für die Inselgruppe der Andamanen (Andaman Islands) benötigt. Die Inselgruppe der Nicobaren (Nicobar Islands) ist für Touristen nicht zugänglich.

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