Honduras Reise- und Sicherheitsinformationen

Sicherheitshinweis vom Auswärtigen Amt:
Stand: 08.12.2009

Aktuelle Hinweise

Der am 28. Juni 2009 in Folge eines Staatsstreiches außer Landes gebrachte Staatspräsident Zelaya ist am 21. September überraschend nach Honduras zurückgekehrt und hält sich seither in der Botschaft Brasiliens auf. Ein Abkommen zur Beilegung der Krise wurde am 30. Oktober getroffen, die vollständige Umsetzung der Beschlüsse steht jedoch noch aus. Reisende sollten sich über die aktuelle politische Entwicklung auf dem Laufenden halten.

Landesspezifische Sicherheitshinweise

Kriminalität


Steigende Kriminalität, wachsende Gewaltbereitschaft auch unter Drogeneinfluss und eine geringe Hemmschwelle beim Gebrauch von Schusswaffen haben das Risiko bei Reisen nach und in Honduras in den letzten Jahren erhöht. Seit 2008 ist ein Anstieg von Entführungen in San Pedro Sula, Santa Barbara, Tegucigalpa und La Ceiba zu beobachten. Besonders besorgniserregend sind dabei gewalttätige Jugendbanden, die nach Weltbankberichten in Honduras mittlerweile über 40.000 Anhänger verfügen. Bewaffnete Raubüberfälle sind an der Tagesordnung. Honduras hat eine der höchsten (pro-Kopf-) Mordraten in ganz Lateinamerika. In 2008 ist die Mordrate nach Auskunft der honduranischen Behörden im Vergleich zum Vorjahr um weitere 25% (!) auf nunmehr 4.473 (2007: 3.574) Opfer gestiegen. Dies entspricht einer Mordrate von rund 59 Morden pro 100.000 Einwohnern. In den Monaten September und Oktober 2009 musste ein weiterer sprunghafter Anstieg der Gewaltkriminalität (vor allem Morde und Entführungen) verzeichnet werden. Auch deutsche Staatsangehörige zählen zu den Opfern.

Vor Reisen per Anhalter wird (insbesondere Frauen) dringend abgeraten. Aber auch die Benutzung von Taxis und Überlandbussen ist nicht ungefährlich. Gelegentlich kommt es zu Überfällen durch die Taxifahrer selbst. Die Benutzung offizieller Radiotaxis wird deshalb empfohlen, da dort Fahrer, Nummer des Fahrzeugs und Fahrtziel von der Taxizentrale notiert werden.

Übergriffe auf Reisende werden insbesondere in den größeren Städten, der Strecke von San Pedro Sula zur Mayastätte Copán, aber auch den Naturparks und Wandergebieten gemeldet. Besondere Vorsicht wird an der Karibikküste (Festland) empfohlen, insbesondere in und um Tela, La Ceiba und San Pedro Sula. Auf Strandbesuche nach Einbruch der Dunkelheit sollte verzichtet werden.

Wegen der häufigen Überfälle und Diebstähle sollten Reisende Schmuck, größere Mengen an Zahlungsmitteln sowie Dokumente möglichst im Hotelsafe aufbewahren und unsichere Stadtviertel - insbesondere bei Dunkelheit - meiden. Ausweispapiere sollten in Kopie mitgeführt werden.

Eine Sondereinheit der honduranischen Polizei, die speziell zum Schutz von Touristen gebildet wurde, bietet Reisegruppen eine Eskorte bei Überlandfahrten an. Der Schutz durch die „Policía Turística" kann über den jeweiligen Reiseveranstalter gegen geringfügige Mehrkosten gebucht werden. Es wird empfohlen, nach Möglichkeit Gruppenreisen per Bus wahrzunehmen.

Frauen wird empfohlen, bei Weisungen der Sicherheitskräfte (Polizei, Militär) zum Mitkommen auf der Begleitung durch eine weitere Person zu bestehen.

Wirtschaft

Potentiellen Investoren in Honduras wird empfohlen, sich an die Deutsch-Honduranische Industrie- und Handelskammer (www.deinternational.com.hn) der Hauptstadt Tegucigalpa zu wenden, um spezifische Auskünfte über das Investitionsklima und Sicherheitsaspekte, auch der rechtlichen Sicherheit, einzuholen. Das im Jahre 1998 in Kraft getretene bilaterale Investitionsschutzabkommen hilft theoretisch, Vorbehalte zu überwinden, jedoch ist die Anwendung der inhaltlichen Substanz des Abkommens aus letzter Erfahrung schwierig und mit juristischen Hürden verbunden.

Naturkatastrophen

Honduras liegt in der hurrikangefährdeten Zone (Hurrikansaison: ca. Juni bis November). Während der Hurrikan-Saison muss in den touristisch erschlossenen Gebieten vor allem an der Karibikküste und auf den Inseln "Islas de la Bahia" mit Beeinträchtigungen bei Verkehrsverbindungen sowie Strom- und Wasserversorgung gerechnet werden. Häufig kommt es nach starken Regenfällen zu Überschwemmungen. Die Anweisungen der Behörden (z.B. Evakuierungsmaßnahmen) sollten befolgt werden. Bitte informieren Sie sich sowohl vor als auch während Ihres Hondurasaufenthaltes regelmäßig in den Medien und Internet über aktuelle Unwetterwarnungen.
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