Griechenland Länderinfos - Wirtschaftsprofil

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Wirtschaft


Wirtschaftslage
Der Anschluss an die EU hat die Wirtschaft des traditionellen Agrarlands angekurbelt, besonders die Wirtschaftszweige Textilien, Bergbau, Metallverarbeitung, Chemikalien, Stahl und Lebensmittelverarbeitung. Das Wirtschaftswachstum verzeichnete für 2003 einen Anstieg um 4,5% und war damit das höchste in der Eurozone. 2004 schwächte sich das Wachstum wieder etwas ab und sank 2005 auf 3,3 %. Große Probleme bereitet der Staatshaushalt. 2004 betrug die Neuverschuldungsquote Griechenlands gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) 5,5%. Das ist die bislang höchste in der Eurozone verbuchte Rate. Gegen Griechenland läuft ein Defizitverfahren und das Land ist unter eine Haushaltsüberwachung gestellt.
Die Arbeitslosenquote lag 2003 bei 9,5% und bis 2005 auf 10,8 %. Damit lag sie auch 2005 wieder über dem EU-Durschnitt.
Insgesamt wies der Außenhandel im Jahr 2005 trotz Verbesserungen beim Export erneut eine negative Bilanz aus: Ausfuhren in Höhe von 14,2 Mrd. € (Zuwachs um +12,2%) standen Einfuhren in Höhe von rund 41,7 Mrd. € (Zuwachs von +9,6%) gegenüber.

Wichtige Wirtschaftszweige
Der Dienstleistungssektor ist der bedeutendste Wirtschaftszweig, er beschäftigt knapp die Hälfte aller Erwerbstätigen und erwirtschaftet ca. 71,7 % (2005) des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Im Rahmen der Dienstleistungen dominiert der Tourismusbereich: Ca. 14,7 Mio. Touristen, haben im Jahr 2003 Griechenland besucht. Jedoch stagnieren in den letzten Jahren die Einnahmen aus dem Tourismus mit leicht rückläufiger Tendenz. 2005 kamen nur noch 14 Mio. ausländische Besucher ins Land. 2003 lag der Anteil des Tourismus am Bruttoinlandsprodukt (BIP) noch bei 15 %.
Daneben spielen Schifffahrtsunternehmen als Wachstumsmotor weiterhin eine wichtige Rolle. Griechenlands Handelsflotte ist eine der größten der Welt. Dennoch haben griechische Unternehmen Probleme, auf dem europäischen Markt Anschluss zu finden. Gründe hierfür sind einerseits die hohen Transportkosten, die aufgrund der geographischen Lage anfallen, und andererseits die verhältnismäßig große Anzahl von Kleinbetrieben. Die wirtschaftliche Struktur ist auch heute noch von diesen Kleinbetrieben und von der Landwirtschaft geprägt. Die Vielzahl gering mechanisierter Kleinbetriebe in der Landwirtschaft kann in ihrer Produktivität meist nicht mit vergleichbaren Betrieben aus anderen EU-Ländern konkurrieren. In der Landwirtschaft sind noch 12 % (2005) der Erwerbstätigen beschäftigt, der Anteil am BIP beträgt etwas mehr als 6 % (2005).
Die wichtigsten Exportgüter Griechenlands sind Textilien, Erdölprodukte, Aluminium, Zement, Tabak, Olivenöl, Obst und Tomatenprodukte.

Wirtschaftspolitik
Erfolgreichen Privatisierungsbemühungen in den Bereichen Telekommunikation und Banken folgt nun als nächstes der Energiesektor. Im Jahr 2006 will die Regierung, wie schon im Jahr zuvor, Privatisierungserlöse in Höhe von 1,6 Mrd. € erzielen; 2005 wurde dieses Ziel um 55 Mio. überschritten. Entbürokratisierung, Steuersenkungen und ein neues Entwicklungsgesetz haben zum Ziel, Griechenland wieder attraktiver für ausländische Direktinvestitionen zu machen und griechische Exporte zu steigern. In der Vergangenheit haben steigende Lohnkosten bei unterdurchschnittlicher Produktivitätssteigerung und bei wachsender Konkurrenz der Nachbarstaaten zu nur geringen Investitionen geführt und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes nicht wie erhofft gestärkt.
Nachdem Neuberechnungen der griechischen Haushaltszahlen für die Jahre 1999 bis 2004 zu höheren Defiziten und Schuldenquoten als ursprünglich angegeben führten, versucht die Regierung nun durch eine behutsame Haushaltssanierung die Erfordernisse des europäischen Stabilitäts- und Wachstumtspaktes zu erfüllen und gleichzeitig die Wirtschaft zu weiterem kräftigen Wachstum zu stimulieren.

Handelspartner
Die bedeutendsten Handelspartner sind neben den EU-Ländern Bulgarien, Zypern, die Türkei und die USA.

Mitgliedschaft in internationalen Organisationen
Vereinte Nationen, EU, NATO, WEU, Europarat, OECD, WTO, UNCTAD, ECE, IAEA, IPU, ILO, WHO und andere Sonderorganisationen der Vereinten Nationen, BSEC (Schwarzmeerkooperation)

Umgangsformen

Anzug und Krawatte bzw. Kostüm. Termine müssen im Voraus vereinbart und am vorhergehenden Wochentag bestätigt werden. Pünktlichkeit wird gern gesehen, jedoch nicht immer eingehalten. Zahlreiche Geschäftsleute sprechen außer Griechisch auch Französisch, Englisch oder Deutsch.

Geschäftszeiten:
Mo-Fr 08.00-15.00 Uhr.

Kontaktadressen

Deutsch-Griechische Industrie- und Handelskammer
Doryleou 10-12/IV, GR-11521 Athen
Tel: 21 06 41 90 00. Fax: 21 06 44 51 75.
E-Mail: ahkathen@mail.ahk-germany.de
Internet: www.german-chamber.gr
Zweigstelle in Thessaloniki.

Athens Chamber of Commerce and Industry (Industrie- und Handelskammer von Athen)
Odos Akademias 7, GR-10671 Athen
Tel: 21 03 60 48 15-9. Fax: 21 03 61 64 08.
E-Mail: info@acci.gr
Internet: www.acci.gr

Konferenzen/Tagungen

Griechenland verfügt landesweit über zahlreiche Tagungs- und Konferenzeinrichtungen. Auch auf entsprechend ausgerüsteten Schiffen, die zwischen Inseln verkehren, können Tagungen abgehalten werden. Informationen erteilt die Griechische Zentrale für Fremdenverkehr (s. Adressen).




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