Geschichte, Sprache und Kultur in Andorra

Religion

Die Verfassung garantiert Religionsfreiheit. Die Bevölkerung ist überwiegend römisch-katholisch (ca. 90%). Etwa 1 % der Bevölkerung sind Zeugen Jehovas, außerdem gibt es einige protestantische sowie eine jüdische Gemeinde.

Die offizielle Amtssprache ist Katalanisch; Spanisch, Portugiesisch und Französisch werden ebenfalls gesprochen.

Katalanisch gehört zur Familie der romanischen Sprachen und ist mit dem Spanischen, Französischen und Italienischen verwandt. Die weitverbreitete Meinung Katalanisch sei ein spanischer Dialekt ist falsch. Spanier und Lateinamerikaner verstehen Katalanisch etwa so gut wie Portugiesisch oder Italienisch.

Katalanisch ist ein primärer Dialekt des gesprochenen Volkslateins und wird mit lateinischen Buchstaben geschrieben. In lateinischen Texten des 9. Jahrhunderts können bereits einzelne katalanische Wörter nachgewiesen werden, im 12. Jahrhundert entstanden die ersten vollständigen katalanischen Schriftstücke. 

Zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert gewann die katalanische Sprache mit der Ausdehnung des Herrschaftsbereichs des Grafen von Barcelona an Bedeutung. Als Katalonien zu Beginn des 18.Jahrhunderts in Folge des spanischen Erbfolgekrieges seine politische Eigenständigkeit verlor, wurde das kastilische Spanisch als spanische Amtssprache durchgesetzt und Katalanisch wurde zeitweise sogar verboten. So kommt es, dass heute nur etwa 39% der Einwohner Andorras Katalanisch als Muttersprache erlernt haben und nur 58,3% die Sprache als Alltagssprache gebrauchen. Etwa 37% der Einwohner Andorras sprechen im Alltag Spanisch.

Durch die Gründung des offiziellen Sprachrates Servei de Política Lingüística, einem entsprechenden Angebot in der Erwachsenenbildung sowie Unterricht in Katalanisch im spanischen und französischen Schulsystem Andorras wird die katalanische Sprache heute gefördert.